Pöbelnde Erstklässler: Eltern empören sich über Brandbrief der Lehrerin

Pöbelnde Erstklässler: Eltern empören sich über Brandbrief der Lehrerin und Replik eines engagierten Seniora-Lesers

Eine Hamburger Lehrerin hat genug von Respektlosigkeiten, Gepöbel und Fäkalsprache ihrer 24 Erstklässler. Sie schreibt einen Brandbrief an die Eltern  – und erntet dafür auch heftige Kritik.

Die Hamburger Grundschullehrerin Dagmar B. ist entrüstet über das Verhalten ihrer 24 Schüler. Sie seien fast ausnahmslos respektlos, rülpsten, pöbelten lautstark herum, würden mit Fäkalausdrücken um sich werfen und handgreiflich werden.

Die 46-Jährige hielt es kurz vor den Weihnachtsferien an der Zeit, dies alles nicht mehr einfach hinzunehmen und schrieb einen Wutbrief an die Eltern ihrer Klasse.

Nun geht es hier aber nicht um pubertierende Oberschüler etwa der einst berüchtigten Rütli-Schule in Berlin Neukölln (Link: http://www.welt.de/1340440), sondern um Erstklässler  – sechs bis sieben Jahre alt  – in einer kleinen Schule am Rande Hamburgs.

104 Kinder besuchen die Grundschule Neuland, die sogar einen eigenen kleinen Streichelzoo hat. Ausgerechnet hier soll es derart drastische Probleme mit aggressiven Erstklässlern geben?

Anstoß des fünfseitigen Brandbriefes war das Benehmen der Kinder bei einem gemeinsamen Ausflug in eine Kunsthalle. Auch der Schulleiter unterschrieb. Der Tenor: So kann es nicht weitergehen.

"Ja, wir sind hier eine Idylle", sagt der 61-Jährige, "aber seit zwei, drei Jahren kippt es. Die Kinder überschreiten Grenzen, verbal und körperlich. Die Schüler sollen sich wohlfühlen an unserer Schule, aber manche fühlen sich bedroht und deshalb müssen wir handeln."

Auszüge aus dem Brief

Die "Hamburger Morgenpost" berichtete über den Fall (Link: http://www.mopo.de/nachrichten/grundschule-in-harburg-wutbrief-einer-lehrerin---ich-schaeme-mich-fuer-die-kinder--,5067140,25673384,item,1.html) und druckte Auszüge aus dem Brief, der den täglichen Kampf um Respekt einer Lehrerin im Alltag einer Grundschule schildert.

"Kinder kommen bereits um 8 Uhr früh gut gefüllt mit einer Stunde Super RTL, gewalttätigen und blutrünstigen Gameboy-Spielen und einem beachtlichen Blutzuckerspiegel in die Schule", beschreibt die Pädagogin die Situation. "Sie springen mit erhobenen Fäusten wie Ninjakämpfer in die Klasse, semmeln erst mal drei Mitschüler über den Haufen und merken es nicht einmal."

Besonders die Situation in der Kunsthalle machte die Lehrerin wütend. Und war für sie der Anlass zu besagtem Brief. Die Kinder hätten ihre Sachen überall liegen lassen und die Gästebetreuerin in der Kunsthalle beleidigt.

"Die Mitschüler werden angeschrien, geboxt, getreten und Rucksäcke umhergeschleudert. Ein älterer Herr bekommt auch einen ab. Eine Entschuldigung ist nicht zu erwarten."

"Ich schäme mich für Ihre Kinder"

Auch die Hin- und Rückfahrt während des Klassenausflugs erweist sich für die Lehrerin als Odyssee.

"Es ist für die Kinder nicht einsehbar, dass wir in dem wuseligen Hauptbahnhof dicht zusammenbleiben müssen. Ich komme mir vor wie ein Schweinetreiber."

Manieren, Höflichkeit, all das scheine es bei den Kindern nicht zu geben:

"In der Bahn plötzlich vertraute Geräusche. Rülpsen! Kein Versehen, sondern volle Absicht. Wer kann es am lautesten? Sie denken: Die redet sicher von meinem Nachbarn? Falsch: Gehen Sie davon aus, dass ich auch von Ihrem Kind spreche  – es gibt nur sehr wenige Ausnahmen!"

Ihr bitteres Resümee, das sie an die Eltern schreibt:

"Allen Ernstes: Haben Sie sich das so vorgestellt, als Sie einst Ihren Säugling im Arm hielten? Wollten Sie solche Kinder? Und: Haben Sie das verdient?" und "Ich schäme mich für Ihre Kinder."

Dagmar B. macht klar: Ihr Job sei es, den Kindern etwas beizubringen, nicht, sie zu erziehen. Gleichzeitig appelliert sie an die Eltern, dass diese den Kindern zu Hause mehr Werte vermitteln.

"Ich bin fest entschlossen, mich an die Arbeit zu machen und aus dieser Klasse doch noch mitfühlende, aufmerksame, respektvolle und respektierte Kinder zu machen (...) In der Klasse werden wir in nächster Zeit sehr streng an Werten und aufmerksamem Miteinander arbeiten. (...) Viele müssen erst mal die Erfahrung machen, dass es angenehm ist, sozialverträglich zu handeln."

Manche Eltern verbieten sich den Ton des Briefes

Dagmar B. versteht, laut dem Bericht der "Morgenpost", (Link: http://www.mopo.de/nachrichten/grundschule-in-harburg-wutbrief-einer-lehrerin---ich-schaeme-mich-fuer-die-kinder--,5067140,25673384,item,1.html) den Brief als eine Art Gesprächsgrundlage für die Eltern. Viele Eltern hätten positiv auf das Schreiben reagiert, sagen die Pädagogin und der Schulleiter. Es gibt aber auch Eltern, die sich den Ton des Briefes verbitten und das Schreiben selbst als eine Respektlosigkeit empfinden. (Link: http://www.mopo.de/nachrichten/muetter-und-vaeter-gegen-lehrerin-eltern-wehren-sich-gegen-den-wut-brief,5067140,25701970.html)

Eine von ihnen ist die 45-jährige Silke G. Die Mutter ist empört: "Wie kann Frau B. von den Kindern Respekt verlangen und uns Eltern so einen respektlosen Brief schreiben?" Sie ist selbst Lehrerin und räumt ein, dass es in der Klasse ihres Sohnes Probleme mit der Disziplin gibt.

Daran sei allerdings das fehlende pädagogische Konzept der Lehrerin schuld und nicht die Kinder:

"Die Klasse ist bewegungsfreudig, aber keineswegs verhaltensauffällig."

Ein Vater schreibt wütend:

"In diesem Brief hat Frau B. eine Grenze überschritten: Sie hat pauschal Eltern die Unfähigkeit zur Erziehung unterstellt und asoziales Verhalten vorgeworfen. Und ihre Erziehungstipps: Trinken wir doch aus dem Wasserhahn, bis die Trinkflasche wieder da ist. Ja geht's denn noch?"

Ein weiterer Vater erklärt:

"Zuhause sagt mein Sohn immer bitte und danke."

Rückendeckung vom Hamburger Lehrerverband

Rückendeckung bekommt Dagmar B. nun allerdings von vom Hamburger Lehrerverband: "Die Kollegin hat Recht", sagt Jutta Ramin, stellvertretende Vorsitzende.

"Es gibt Klassen, da steht man selbst mit viel Erfahrung davor und weiß nicht, was man noch tun soll."ds/mh

Quelle:
http://www.welt.de/vermischtes/article123251390/Eltern-empoeren-sich-ueber-Brandbrief-der-Lehrerin.html

Hierzu erhielt ich diesen engagierten Beitrag eines Seniora-Lesers

von Günther Wassenaar

Sehr geehrter Herr Wahl,

mit Interesse verfolge ich immer wieder die Beiträge auf Ihrer Seite. Oft fehlt mir die Zeit darauf einzugehen, eine Rückmeldung zu bringen. In dem Fall des sogenannten Brandbriefes, war es notwendig tiefer zu sehen, genauer auf die Hintergründe hinzuweisen, was ich versucht habe. Schließlich sind mir Kinder und Jugendliche, ja Menschen allgemein nie egal, sondern wichtig.

Gleichzeitig möchte ich Ihnen und Ihrer Gattin noch nachträglich ein Gutes Neues Jahr 2014 wünschen
Ihr Günther Wassenaar

Nun mein Beitrag, den Sie gern auch weiterverwenden können:
Pöbelnde Erstklässler  – Eltern empören sich über Brandbrief der Lehrerin

Auf der einen Seite handelt es sich bei dem Brief, um eine Darstellung, wie die Jugend in diesem Land verdorben ist, wie sie fast schon untauglich fürs Leben erzogen wurde.

Ja  – es handelt sich um Erziehung  – denn kein Kind kommt als Verbrecher oder als pöbelnder Erstklässler zur Welt. Es ist kaum anzunehmen, dass die Mehrheit der Eltern derartige pöbelnden Kinder will, dass sie es sind, die derartige "Monster" willentlich erzogen haben.

Sind es ausschliesslich DIE ELTERN  – oder hat da auch die Pädagogin einen entscheidenden Fakt total übersehen? Inwieweit sind die Eltern heute noch in der Lage, die Erziehung IHRER Kinder nach ihren Vorstellungen zu beeinflussen? Wie groß sind die Einflüsse der sie umgebenden Gesellschaft  – vor allem die der Medien, die so lange die Kinder nicht schlafen, auf sie einhämmern, vielfach noch die Phase des Unterbewußtseins nutzen, eine Phase die für Beeinflussungen besonders intensive Möglichkeiten bietet?

Die Erziehung der Jugend ist eine Aufgabe, die alle Erwachsenen gemeinsam vollziehen, da gehören die anderen Verwandten ebenso dazu, wie die das Kind unmittelbar umgebenden Menschen. Da freuen sich Tanten und Onkels wenn das Kleinkind eventuell schon den Stinkefinger zeigen kann und freuen sich masslos darüber, da wird in fast jedem Kinderfilm an irgend einer Stelle gerülpst oder gepfurzt und wir wundern uns dann, wenn die Summe dieser Unerzogenheiten ihre Wirkung zeigen, wenn die Gesellschaft als Ganzes verroht und verkommt? Aber sind auch Menschen, die nie einen direkten Kontakt zu Kindern haben, verantwortlich? Wenn sie derartige Fehlentwicklungen sehen, die von den Medien ausgehen, oder durch andere Bedingungen die die Gesellschaft verursacht erkennen und nicht darauf reagieren, werden sie dann ihrer Verantwortung die sie in der Gesellschaft allgemein haben gerecht? Oder leben Menschen ohne Kinder ohne jegliche Verantwortung?

Natürlich gibt es immer die Überschlauen, die dann den Finger heben und den Eltern den Vorwurf machen, dass sie verantwortlich sind, welche Sender im TV und in welchem Umfang gesehen werden und dann laufen in dem Gerät zur besten Sendezeit, auch noch für Kinder, Filme in denen von Bumbsen und Ficken die Rede ist. Da wird mit gleichen Anzüglichkeiten im Radio moderiert  – und das schlimme ist, dass wir zumindest bei den Öffentlich-Rechtlichen, diese Verkommenheit auch noch selbst bezahlen.

Um der Wirkung der Medien zu entgehen, müßte man auf einer Enklave als Eremit leben, dürfte keine elektronischen Geräte besitzen und von der Außenwelt komplett abgeschottet sein. Wir lassen es zu, als Bevölkerung im Ganzen, dass nur eine derartige Abschottung den Einfluß Anderer beseitigt. Wir lassen als Ganzes, als Bevölkerung des Staates Deutschland zu, das anderen Menschen die Begriffe Ethik und Moral wie Fremdworte vorkommen, dass sie agieren, wie es Menschen, die auch nur im entferntesten eine humanistische Bildung und Erziehung genossen haben, nie in den Sinn kommen würde. Können wir darauf als der Anteil der erwachsenen Bevölkerung Stolz sein? Können wir unter diesen Bedingungen mit Fingern auf die Eltern von Kindern weisen, die mit der Aufgabe der Gegenwehr gegen diese Barbaren überfordert sind, bei dem wir selbst sie im Stich lassen?

Wir leben in einer medialen Welt, Medien sind allgegenwärtig und diese Medien haben mittlerweile einen sehr hohen erzieherischen Einfluss auf die Erziehung der Kinder und Jugendlichen. Dazu gehören neben TV und Radio alle anderen medialen Erzeugnisse dazu. Da wird in fast jeder Tagespresse Werbung fürs Horizontale Gewerbe gemacht und das mit derart eindeutig zweideutigen Worten, dass eben schon jeder Erstklässler sobald er lesen kann, die Versautheit erkennen kann, von den Bildern vollkommen unabhängig, da steht Werbung am Straßenrand und die dort verwendete Sprache entspricht keineswegs der deutschen Sprache.

Jeder Schüler würde in Ausdruck eine 6 bekommen, für die Slogen die da so hervorgebracht werden, von "Framstag", über "so werden sie geholfen", bis "so muss Technik",...., um nur einige Beispiele zu benennen, von denen jeder sofort hunderte hinzufügen könnte und die die das verzapfen bekommen dafür richtig Geld. Da wurde bei Hagebaumarkt lange Zeit eine Werbung gesendet, in der ein Käufer für eine Frage eine Ohrfeige aus dem Regal bekam. Die Botschaft hinter diesem Spot war, dass man dumme Fragen mit brutaler Gewalt lösen kann. Sie wird nicht mehr gesendet, da unter anderem ich eine Anzeige gegen den Geschäftsführer gemacht habe, wegen Gewaltverherrlichung.

Es kann also jeder etwas ändern  – er muß es nur wollen und tun!

Vor Jahren habe ich schon einmal darauf verwiesen, dass vor allem die Werbebranche einen katastrophalen Einfluß auf die Erziehung und auch die Bildung hat. Sieht man sich die Ergebnisse an, so ist sie erschreckend und in der Entwicklung kaum noch aufzuhalten, denn genau diese "verdorbenen" Kinder sind die Eltern der kommenden Generationen. Wir sind diejenigen, die das ZULASSEN  – die Zulassen, dass die Medien ohne Moral und gewissenlos agiert, die zulassen, dass diese verkommenen Politiker keinerlei Beschränkungen für diese entarteten Medien verfassen, im Gegenteil, Computerspiele  – und zwar ohne Einschränkung, also auch die brutalsten und gewalttätigsten Killerpiele  – zum Kulturgut des Volkes deklarieren.

Hintergrund ist die Wirtschaftsorganisation unserer Gesellschaft, in der nur das Geld bestimmt, in der eine Diktatur des Geldes vorherrscht. Dieser Geldanhäufung ist ALLES untergeordnet und wenn die Werbung mit eben dieser Verderbtheit Geldsegen beschert  – dann ist sie gut  – was kümmern uns denn die verkommenden Kinder  – dafür hats ja Lehrer, die das gerade biegen sollen. Dieser Geldanhäufung sind auch die Kriege geschuldet, in die der deutsche Staat verwickelt ist, wofür er brutale, ungebildete Killer braucht, die sich gedankenlos durch Killer, wie einen Oberst Klein, lenken lassen und für jedes Kriegsverbrechen gebraucht werden können.

Günther Wassenaar
Alte Dorfstraße 35
D-06886 Lutherstadt Wittenberg
wassenaar@web.de
+49 162 7636376

Medien, Wirtschaft, Psychologie, Erziehung, Schule, Pädagogik, Schule & Bildung, Familie

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