Psychologie

Wie die Kirche unsere Psyche prägte

Die Entwicklung vom Familienclan zur Kleinfamilie und zum Individualismus
Von Nadja Podbregar
Wissenschaft.de 12. November 2019
Die katholische Kirche und besonders ihre im Mittelalter etablierten Vorgaben für das Heiraten und die Familienordnung haben nachhaltige Spuren in der Psyche der westlichen Gesellschaften hinterlassen, wie nun eine Studie belegt. Demnach führte das strikte Verbot der Verwandtenehe dazu, dass die seit der Jungsteinzeit etablierten familienbasierten Gruppenstrukturen aufgebrochen wurden. Dies förderte für die westliche Gesellschaften bis heute typische Merkmale wie Individualismus, Unabhängigkeit und eine geringe Gruppenkonformität.

Psychologie, Erziehung, Kultur, Religion, Evolution

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Opium fürs Heidenvolk

Oh Gott, oh Gott: Fromm sein ohne Gott
Von Roberto J. De Lapuente
Makroskop 22.11.2019 (editiert am 25.11.2019)
Es ist ein neues religiöses Zeitalter angebrochen. Eines ohne klassische Religionen  – jedenfalls in der westlichen Welt. Dort herrscht eine Religiosität ohne Gott und Sachlichkeit. Sie stößt in ein Vakuum hinein, das der Liberalismus hinterlassen hat.

Neulich trat Frank-Markus Barwasser, einem breiten Publikum bekannt als Erwin Pelzig, mal wieder in Frankfurt auf. Auf der Bühne berichtete er dann von seinem Metzger: Mit dem kam er neulich ins Gespräch über das Klima. Der Fleischexperte glaube ja nicht an den Klimawandel, sagte er dem Kabarettisten, der darauf erwiderte, dass man das nun wirklich nicht mehr beanstanden könne. Nur noch das wirkliche Ausmaß stelle sich als zentrale Frage. Aber die Wissenschaft sei sich doch ziemlich einig darüber, dass er menschengemacht sei. Der Metzger meinte, er zweifle die Wissenschaftler überhaupt nicht an, das stimme sicher alles auch, da seien ja Experten am Werk, was die sagen und erforschen, würde er nie anzweifeln  – aber er glaube es halt einfach trotzdem nicht.

Psychologie, Religion, Klima

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Psychiatrie und Menschenbild – made in USA

Gedanken zur Entwicklung des weltweit meistgenutzten Diagnosemanuals DSM anlässlich der für das Jahr 2013 vorgesehenen Neuausgabe
von Dipl. Psych. und Psychotherapeutin Brigitte Kendel, Berlin
Zeit-Fragen Nr. 1 v. 03. Januar 2012

Diagnostische Manuale als Instrumente theoretischer und praktischer Orientierung

Immer wieder war es das Anliegen von Psychiatrie und Klinischer Psychologie  – ausgerichtet an der medizinischen Diagnostik körperlich-organischer Störungen  – die Vielfalt der Erscheinungsweisen psychologischer Störungen innerhalb eines nachvollziehbaren, theoretischen Gesamtzusammenhangs zu klassifizieren. Das damit verbundene Ziel war es zum einen, die Störungsbilder kategorial zu erfassen, sie in einen systematischen Ordnungszusammenhang zu bringen und eine verbindliche fachliche Orientierungs- und Kommunikationsgrundlage zu schaffen. Ein weiterer damit verbundener Zweck war es, ein Instrument zu entwickeln, das eine über die allgemeine Klassifikation der psychischen Störungen hinausgehende, zuverlässige diagnostische Zuordnung des Einzelfalls ermöglichte und ein Rüstzeug für das Verständnis des ätiologischen und pathogenetischen Bedingungsgefüges als Ausgangspunkt zur Entwicklung der angemessenen therapeutischen Interventionen der jeweiligen Störung bereitstellte.

Meinungen, Psychologie, Wissenschaft, Medizin, Bildungswesen, Hirnforschung, Psychiatrie

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John Bowlby "Bindung als sichere Basis"

Grundlagen und Anwendung der Bindungstheorie
Mit Geleitworten von Burkhard und Oslind Stahl und Jeremy Holmes Aus dem Englischen von Axel Hillig und Helene Hanf 4. Auflage 2018. 163 Seiten. (Originaltitel: A secure base)

Buch Bowlby Bindung als sichere Basis
Best of Bindung

Wie wächst ein Kind zu einem gesunden, ausgeglichenen und selbstsicheren Menschen heran? Die sichere Bindung an die Eltern ist die Basis, von der aus Kinder die Welt erkunden und sich entwickeln. Misslingt sie, können sich Eifersucht, Angst, Wut, Kummer oder Niedergeschlagenheit festigen und Menschen ein Leben lang belasten.

Studie, Psychologie, Bücher, Wissenschaft, Pädagogik, Kindesentwicklung, Kindererziehung, Psychiatrie

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Neuerscheinung: Du musst nicht von allen gemocht werden

Vom Mut, sich nicht zu verbiegen

Buch Du musst von Allen gemocht werden
Der Weltbestseller aus Japan.
Ein zutiefst unglücklicher junger Mann trifft auf einen Philosophen, der ihm erklärt, wie jeder von uns in der Lage ist, sein eigenes Leben zu bestimmen, und wie sich jeder von den Fesseln vergangener Erfahrungen, Zweifeln und Erwartungen anderer lösen kann. Es sind die Erkenntnisse von Alfred Adler  – dem grossen Vorreiter der Achtsamkeitsbewegung  – die diesem bewegenden Dialog zugrunde liegen, die zutiefst befreiend sind und uns allen ermöglichen, endlich die Begrenzungen zu ignorieren, die unsere Mitmenschen und wir selbst uns auferlegen. 'Du musst nicht von allen gemocht werden' ist ein zugänglicher wie tiefgründiger und definitiv aussergewöhnlicher Lebenshilfe-Ratgeber  – Millionen haben ihn bereits gelesen und profitieren von seiner Weisheit.

Psychologie, Bücher, Schule & Bildung

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The Lancet: Psychische Krankheiten weit mehr verbreitet als angenommen

Psychische Störungen treten viel häufiger auf als vermutet und nehmen stetig zu. Warum das trotzdem die wenigsten beschäftigt
Von Jean-Martin Büttner*
Tages-Anzeiger 14. 10. 2018
Appelle haben einen ähnlich schlechten Ruf wie Studien; viele von ihnen bleiben statistisch irrelevant, die meisten bestätigen nichts anderes als die Meinung des Auftraggebers oder sind aus anderen Gründen befangen. Wenn aber «The Lancet» etwas publiziert, muss man das lesen.

Psychologie, Gesundheit, Wissenschaft, Medizin, Psychiatrie

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„Offener Dialog", ein alternativer Ansatz aus Finnland zur Heilung von Psychosen

Film von Daniel Mackler, englisch/deutsche Untertitel, 74 Min., 2011

„Offener Dialog", eine 74-minütige Filmdokumentation über das Westlappland Open Dialogue Projekt, dem Programm, das momentan die besten Ergebnisse für Erstsychosen in den entwickelten Ländern erzielen soll -- annähernd 85% vollständige Genesung, mehrheitlich ohne anti-psychotische Medikamente. In Finnland gedreht. Regie: Daniel Mackler.

In den 80er Jahren erneuerte eine Gruppe progressiver Psychologen und Psychiater im Norden Finnlands die klassische psychiatrische Versorgung schizophrener Patienten. Heraus kam eine Methode, die seit vielen Jahren herausragende Therapieerfolge für Erstpsychosen aufweisen kann: der „Offene Dialog“.

Psychologie, Gesundheit, Medizin, Hirnforschung, Psychiatrie

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Quelle: Mehr Gesundheit für weniger Geld
http://www.mehr-gesundheit-fuer-weniger-geld.de/service-infothek/1/open-dialogue/index.html

Die Familie als Schule des Lebens

von Sonja van Biezen, Psychologin
In der psychologischen Praxis begegnen uns immer häufiger Mütter, die nach einer Geburt von starken Gefühlen der Bedeutungslosigkeit überfallen werden. Das Gefühl, «nur Mutter» zu sein, belastet den seelischen Haushalt vieler junger Frauen. Da beide Elternteile meist in Arbeitsprozesse eingebunden sind, wird die Erziehungsaufgabe zunehmend nichtfamiliären Einrichtungen wie Kindertagesstätten übertragen. Der traditionelle Familienverbund befindet sich im Wandel und scheint dadurch an Bedeutung zu verlieren.

Die Familie als Fundament unserer Gesellschaft

Aus den Forschungen der vergleichenden Kulturanthropologie wissen wir, dass es in allen Kulturen fest regulierte Verwandtschaftssysteme gibt, deren Zentrum die Familie  – die sogenannte «Kernfamilie»  – bildet. Sie besteht aus der engen Bindung der Eltern zueinander und zu ihren Kindern. Bei aller Unterschiedlichkeit  – seien es Klein- oder Grossfamilien, Sippen oder Clans  – findet sich die Kernfamilie in allen Kulturen als gründende Einheit des Zusammenlebens. In einer Familie aufzuwachsen bedeutet, in den ersten Lebensjahren in der intensiven Beziehung zu Mutter und Vater positive gefühlsmässige Erfahrungen zu machen und ein Urvertrauen zu den Mitmenschen zu entwickeln, das den Grundstein für alle Beziehungen des zukünftigen Lebens bildet.

Studie, Demokratie, Psychologie, Bildung, Familie

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Quelle: Zeit-Fragen
https://www.zeit-fragen.ch/de/ausgaben/2017/nr-32-19-dezember-2017/die-familie-als-schule-des-lebens.html

Zum Problem der Ehescheidungen

Friedrich Liebling
Zürich
Die Zahl der Ehescheidungen hat ein Ausmaß angenommen, das weithin beunruhigend wirkt; die Statistik gibt an, daß etwa ein Viertel aller Ehen geschieden wird.

Scheidungsraten 2014 05 06

Scheidungsrate Schweiz 2010: 51%, Deutschland: 49%

Diese Zahl läßt uns ungefähr abschätzen, in wieviel Partnerschaften schwerwiegende bis unlösbare Probleme aufzutreten scheinen; es ist selbstverständlich, daß nicht nur die Scheidungsehen problematisch sind, sondern daß auch in jenen Verbindungen, die aus irgendwelchen Gründen eine Trennung vermeiden, große Dissonanzen bestehen, die zwar nicht zur Auflösung der Ehe, aber dennoch zu unsäglichem Leid und zu Verstrickungen führen können.

Diese allgemeine Übersicht belehrt uns darüber, daß das Scheidungsproblem größte sozialhygienische und psychologische Bedeutung besitzt: man muß sich im klaren darüber sein, daß die «kranken Ehen» einen psychischen Gefahrenherd darstellen, in dessen Einflußbereich nicht nur die beteiligten Partner, sondern auch die Kinder und Außenstehende fallen.

Psychologie, Familie, Ehe

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Quelle: “Psychologische Menschenkenntnis”, Heft 1, Juli 1964, S. 2 - 8

«Menschsein und Mitmenschsein sinnvoll verwirklichen»

von Dr. phil. Annemarie Buchholz-Kaiser
«Die Haltung der Gleichwertigkeit, die für das Gelingen jeder Therapiegruppe Conditio sine qua non ist, wird am deutlichsten in Gruppenprozessen mit Jugendlichen auf die Probe gestellt. Wir machen die Erfahrung, dass Jugendliche (Gymnasiasten wie Lehrlinge) ausserordentlich interessiert und für individualpsychologische Gedankengänge aufnahmefähig sein können. Gerade in diesem Alter überfällt viele ein Gefühl der Sinnlosigkeit und eine Entmutigung nimmt überhand: Sie sehen sich in eine Welt hineinwachsen, in der sie von Krieg bedroht sind, in der es schwer ist, menschliche Werte und Ideale zu verwirklichen und in der kaum eine Gruppierung eine echte und dauerhafte Lösung für die anstehenden Probleme weiss.

Hier geben ihnen die Adlerschen Gedankengänge ein Rüstzeug in die Hand, Menschsein und Mitmenschsein sinnvoll zu verwirklichen. In diesem Sinne ist bei Jugendlichen eine grosse Bereitschaft da, sich mit Indivi­dualpsychologie auseinanderzusetzen. Schwerer ist es für sie unter Umständen, die persönlichen Anteile aufkommen zu lassen und zu bearbeiten, da die Angst vor massiver Unterlegenheit in ihrer Altersgruppe noch stärker ist als bei Erwachsenen.

Gerade deshalb aber kann sich die Gruppenanalyse in ihrer Altersgruppe sehr ermutigend auswirken. Das Erlebnis, dass andere an ähnlichen Problemen und Schwächen leiden, mildert die Empfindlichkeit und stärkt die Hoffnung, einen Ausweg gemeinsam zu entwickeln. Der Psychologe muss bei Jugendlichen emotional sehr aktiv und ermutigend sein, in Deutungen und Stellungnahmen jedoch äusserst vorsichtig, im Gruppenprozess zurückhaltend mitlebend.

Psychologie, Die soziale Natur des Menschen, Grundlagen

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Quelle: Buchholz-Kaiser, Annemarie. Individualpsychologische Bildungsarbeit. Aspekte der analytischen Bearbeitung von Persönlichkeitsproblemen in Gruppen. Vortrag, gehalten am 16. Kongress der Internationalen Vereinigung für Individualpsychologie vom 7. –10. Juli 1985 in Montreal
http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=1813

Was das Besondere an der Zürcher Schule ist?

Votum von Friedrich Liebling
Gründer und Leiter der Psychologischen Lehr- und Beratungsstelle Zürich,
auch “Zürcher Schule für Psychotherapie” genannt.

Was das Besondere an der Zürcher Schule ist, fragen Sie?

Ja, das ist sehr leicht zu erklären, so leicht, dass es schon fast wieder schwierig ist, weil der Mensch sich nicht vorstellen kann, dass die Erklärung so einfach ist.

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Tiefenpsychologische Menschenkenntnis

Tiefenpsychologische Menschenkenntnis

von Friedrich Liebling

Die tiefenpsychologische Menschenkenntnis, hervorgewachsen aus der psychotherapeutischen Praxis, stellt sich grundsätzlich auf den Standpunkt, dass seelisches Fremdverstehen im wesentlichen auf Intuition beruhen muss.

Psychologie, Ethik & Philosophie, Die soziale Natur des Menschen, Grundlagen

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Zur Bedeutung Alfred Adlers

Zur Bedeutung Alfred Adlers 

von Friedrich Liebling

Die Lehre Alfred Adlers ist zu einem Grundpfeiler der Tiefenpsychologie geworden und ist heute aus der psychologischen Forschung nicht mehr wegzudenken; nichtsdestoweniger hat die Individualpsychologie nur teilweise die Anerkennung gefunden, die sie tatsächlich verdient und die sie auch für ihre bahnbrechenden Errungenschaften beanspruchen darf.

Psychologie, Die soziale Natur des Menschen, Grundlagen

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