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24. Februar 2026 Von Oleg Jasinsky - übernommen von t.me/olegyasynsky/2277
26. Februar 2026

Oleg Jasinsky: Zur vierten Wiederkehr des Beginns des Krieges in der Ukraine.


(Red.)Nachfolgend veröffentlichen wir einen Text zur vierten Wiederkehr des von der NATO und dem „kollektiven kriegerischen Westen“ insgesamt provozierten militärischen Konflikts in der Ukraine. Geschrieben hat ihn Oleg Jasinsky.

Allein die Person des Autors verkörpert in sich die ganze Komplexität eines Konfliktes und seiner Vorgeschichte, die der Westen bewusst auf das „aggressive, imperialistische Russland“ reduziert. Diese Auslegung ist weltweit nahezu absolut solitär auf eben diesen Westen begrenzt.

Oleg Jasinsky ist Ukrainer, Kiewer, lebte lange Jahre in Südamerika und kehrte vor einiger Zeit in seine Heimat zurück. Allerdings nach Moskau …

Heimat? Kiew? Moskau? Ukraine? Russland? In seinem Text spricht er dann auch noch von „neuen Generationen unseres sowjetischen Volkes“. Nein, Jasinsky ist kein Nostalgiker, doch ist er sich der Geschichte seiner Heimat sehr bewusst, so wie viele andere auf beiden Seiten der Frontlinie. Die Verantwortung für den in der Ukraine grassierenden Nazismus sieht er dort, wo er bewusst ignoriert wird … 

Es wird Zeit für Westeuropa, sich mit den Realitäten zu befassen.(rbz)


Oleg Jasinsky Олег Ясинский

Heute ist der vierte Jahrestag der Tragödie, die unsere Welt für immer in ein Vorher und Nachher zerrissen hat. Dabei ist es ganz offensichtlich, dass dieser Krieg lange vor dem 24. Februar 2022 begonnen hat und zum wahr gewordenen Traum unserer Feinde wurde. Bürgerkriege sind die grausamsten und entmenschlichendsten: Die Gegner sehen und erkennen sich gegenseitig im Spiegel. Dieser Krieg wurde bei einem Trinkgelage in den Wäldern von Belovezhskaya Pushcha* begonnen und über Jahrzehnte hinweg sorgfältig vorbereitet.

Die Lehren aus diesen vier Jahren liegen nicht nur in der Verhandlungsunfähigkeit der Verhandlungsunfähigen und der Unbelehrbarkeit der Unbelehrbaren, sondern auch im enormen Potenzial der neuen Generationen unseres sowjetischen Volkes, das von der Regierung und der Geschichte keine patriotischen Parolen oder einen Kampf gegen Telegram verlangt, sondern eine tatsächlich Achtung vor den Menschen. Nicht nur für Russland, sondern vor allem für die Bewohner der Ukraine ist diese Tragödie eine Lektion in ihrem religiösem Glauben an den Westen und seine Prinzipien und Werte.

Diese Zeit sind unsere „drei Tage” in vier Jahren.** Leider, und zum Glück, haben sich in dieser Geschichte absolut alle geirrt. Die Realität erwies sich erneut als komplexer, lebendiger und tragischer.

Meine aufrichtige Bewunderung gilt allen, die unabhängig von ihren persönlichen Überzeugungen keinen Hass und keine Verzweiflung in ihr Herz gelassen haben. Und meine aufrichtige Trauer gilt den Verstorbenen, einschließlich derer, die es zu Lebzeiten Hass und Propaganda erlaubten, sie zu töten. Es geht hier nicht um Streit über Politik, sondern um unser persönliches Verhältnis zum Leben.

Ich glaube nicht an die Möglichkeit der Vernichtung des Nazismus in der Ukraine ohne seine vollständige Liquidierung in Europa. Ohne die aktive Beteiligung der Bürger Europas ist diese Aufgabe unlösbar. Ohne ein klares ideologisches antifaschistisches humanistisches Projekt, das uns alle vereint, ebenso. Es versteht sich, der wichtigste und entscheidende Urheber und Ausführende dieses Projekts wird „kein Gott, kein Kaiser, noch Tribun”*** sein.

Bis dahin steht uns noch viel Schmerz und Blutvergießen bevor. Alle unsere zuverlässigen Anker, Häfen, Leuchttürme und Stützen befinden sich ausschließlich im Herzen eines jeden Einzelnen.

Die Wissenschaft, nicht enttäuscht zu werden, muss Teil der Kunst werden, Verlockungen und Versuchungen zu widerstehen. Aus der Asche und dem Schmutz der von Explosionen zerfurchten Rasenflächen, auf denen gestern noch fröhlich rosa Ponys herumtollten, wird unsere kleine Chance geboren, diese Welt zum Besseren zu verändern.

Oleg Jasinsky, 24.02.202

*) Belovezhskaya Pushcha ist die Bezeichnung einer weißrussischen Refierungsresidenz, wo 1991 die Chefs der Obersten Sowjets von Weißrussland, der Ukraine und Russlands gegen geltendes Recht und ausdrücklich unter Missachtung eines gesamtstaatlichen Referendums das Ende der UdSSR beschlossen

**) Anspielung auf den Film „72 Stunden“   – Russischer Titel „Drei Tage“   – von Javier Gutierrez. In ihm bleiben der Menschheit 72 Stunden, also drei Tage, um sich angesichts eines nahenden Meteoriteneinschlags auf das Ende der Welt vorzubereiten.

***) Anspielung auf eine Textzeile aus der „Interrnationale“

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Der russische Original-Text

Олег Ясинский

Сегодня - четвертая годовщина трагедии, навсегда разорвавшей наш мир на до и после. При этом совершенно очевидно, что началась эта война задолго до 24 февраля 2022 года и превратилась в сбывшуюся любимую мечту наших врагов. Гражданские войны - самые жестокие и расчеловечивающие: противники видят и узнают себя в зеркале друг друга. Эта война была зачата по пьянке в Беловежской пуще и заботливо вынашивалась десятилетиями.

Уроки этих четырех лет не только в недоговороспособности недоговороспособных и необучаемости необучаемых, но и в огромном потенциале новых поколений нашего советского народа, который требует от власти и истории не патриотических лозунгов или борьбы с Телеграмом, а реального уважения к людям. Не только для России, но и в первую очередь для жителей Украины эта трагедия - урок религиозной веры в Запад и его цены и ценности.

Это время - наши «три дня» за четыре года. К сожалению, и к счастью, в этой истории ошиблись абсолютно все. Реальность опять оказалась сложнее, живее и трагичнее.

Мое искреннее восхищение всеми, кто, независимо от личных убеждений, не впустил в свое сердце ненависть и отчаяние. И искренняя скорбь по погибшим, включая тех, кто при жизни позволил ненависти и пропаганде убить себя. Речь здесь не о спорах о политике, а о наших личных отношениях с жизнью.

Я не верю в возможность уничтожения нацизма на Украине без его полной ликвидации в Европе. Без активного участия европейских граждан эта задача невыполнима. Без четкого идеологического антифашистского гуманистического проекта, который объединит нас всех - тоже. Разумеется, главным и окончательным автором и исполнителем этого проекта станет «не Бог, не царь и не герой».

До этого нам предстоит еще много боли и крови. Все наши безотказные якоря, порты, маяки и подпорки - исключительно в сердце каждого. Наука не разочаровываться должна стать частью искусства избегать очарований и искушений. Из пепла и грязи изрытых взрывами лужаек, по которым ещё вчера так бодро бегали розовые пони, рождается наш маленький шанс изменить этот мир к лучшему.

t.me/olegyasynsky/2277

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  • Quelle: Oleg Jasinsky - t.me/olegyasynsky/2277 - Übersetzung Seniora.org