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22.07.2025 Ein Beitrag aus der Seniora-Redaktion(rbz/ww/mw/am/bp)
21. Juli 2025

Die Welt verliert ihre bisherigen Konturen und formiert sich neu


Es geht um ein grundlegend anderes Verständnis des Zusammenlebens der Völker. Gewinnen würde bei Erfolg die ganze Welt.
Frieden in der Familie erzeugt Frieden in der Welt (Bild: Das Logo von Seniora.org)

Die Sorge um den Frieden, Fragen des Überlebens im direkten sowie im übertragenen Sinne bestimmen bedauerlicherweise zunehmend unser Dasein, unseren Alltag. Hatten die Bürger vor 2-3 Jahren noch die Hoffnung darauf, dass es einen für alle Seiten annehmbaren Ausgleich zwischen den divergierenden Interessen der großen Nationen geben könnte, so trägt diese Hoffnung inzwischen mehr und mehr den Charakter eines frommen Wunsches, einer letzten Bitte.

Liebe Leserinnen, liebe Leser, liebe Freunde,

Die Politik beinahe aller Staaten der EU wird von Personen geprägt, deren Persönlichkeitsprofile - vorsichtig formuliert   – auffällig sind. Ihre Handlungen werden von allen möglichen Interessen geleitet, jedoch nicht vom Willen, Schaden von ihren Völkern abzuwenden. Ein solcher Wille setzt die unbedingte Bereitschaft voraus, im Dialog mit Opponenten für alle Seiten akzeptable Lösungen finden zu wollen. Ein Austausch in diesem Sinne findet derzeit nicht einmal auf nationaler Ebene statt. Wie sollen Lösungen dann in einem deutlich vielschichtigeren, internationalen Umfeld gefunden werden können?

Wir schrieben im August 2023 in unserer Einführung zu dem bemerkenswerten Artikel Friedrich Lieblings „Der Mensch im Lichte der modernen Pychologie“:

„Geschätzte Leserin, geschätzter Leser, liebe Freunde, in Anbetracht des unsäglichen, neuerlichen Dramas von biblischem Ausmaß im Nahen Osten, das man nur mit Erschrecken zur Kenntnis nehmen kann, aber nicht nur dort, auch anderswo auf der ganzen Welt, geben wir Ihnen hier einen Text an die Hand, der uns - trotz allem zuversichtlich stimmen kann, weil er uns die Sozialnatur des Menschen vor Augen führt. Lesen, verwenden in der Schule und weite Verbreitung des Textes ist gestattet und erwünscht.“

Einige unserer Leser nahmen diesen Appell, die innenpolitischen und außenpolitischen Zumutungen, die Stellung des Menschen in diesem komplexen Labyrinth ungelöster Fragen zum Anlass, der Redaktion ihre Gedanken mitzuteilen.

Wir lesen von einer erheblichen Unsicherheit die Zukunft betreffend.

Auf Deutschland blickend finden sich Sätze wie: „Es ist sehr schwer geworden, im "Land des Freien Denkens " und der so „hoch gepriesenen Demokratie“ den eigenen Standpunkt kundzutun.“

Oder: „Man tut alles, um die Bevölkerung zu verdummen, man verbreitet Lügen größten Ausmaßes.“

Es wird festgestellt, „dass so viele Eltern und Großeltern der heutigen jungen Generation nichts, aber auch gar nichts dagegen tun!“

Und die Gesamtsituation bewertend fühlen sich Leser nicht von ungefähr an düsterste Zeiten deutscher Geschichte erinnert: „Und bestimmt war es unter Hitler auch schon so!“

Eine weitere Leserin befasst sich mit den historischen und aktuellen problematischen Verbindungen zwischen Deutschland und der Ukraine anhand des Buches „Der Bandera-Komplex“ von Susann Witt-Stahl. Sie appelliert: „Ich kann diese Lektüre, so verstörend sie ist, dennoch dringend empfehlen, um die nie abgebrochenen Verbindungen zwischen dem deutsch-ukrainischen und weltweiten Nazitum zu erkennen.“ 

Eine andere Leserin formulierte ihre abschließende Grußformel folgendermaßen:

„Es schrieb Ihnen …, eine ehemalige Russischlehrerin aus der DDR und bekennende Freundin Russlands, bekennende Freundin der Werte Russlands - denn die deutschen Menschen haben ihre früheren Werte vergessen..... Sonst würden sie nicht auf so viele Lügen hereinfallen!“

Aber auch das Folgende konnte sich ein Leser nicht zurückhalten zu formulieren:

„Keine Kraft der Welt wird diese Entwicklung des Imperialismus aufhalten können. Die Menschheit ist zum Untergang verurteilt.“

Darauf möchten wir diesem Leser antworten: Auch wenn es nicht immer leichtfällt, den Luftzug zu vernehmen: Der Wind dreht sich. Um diese Tendenz zu verstärken, müssen wir dem Schrecken ins Antlitz schauen, ihn beim Namen nennen und ihn anderen erklären. Einen anderen Weg hat die Menschheit nicht.

Menschliche Abgründe …

Weder wir als Herausgeber von „Seniora“ noch irgendjemand anders wollte und konnte sich im August 2023 vorstellen, dass den   – wie wir es formulierten - „Dramen biblischen Ausmaßes“ Schrecken geradezu apokalyptischen Charakters folgen sollten. Die Grauen, die sich in Gaza und im Schatten Gazas im Westjordanland abspielen und die trotz aller gegenteiligen israelischen Bemühungen von Kameras eingefangen werden und somit der Öffentlichkeit zur Kenntnis gelangen, lassen daran zweifeln, dass es Menschen sind, die so etwas planen und vor allem ausführen können. Nach Jahrzehnten der Indoktrination bereits der kleinen Kinder als auserwähltes Volk scheinen große Teile der Israelis inzwischen jedwedes Maß für Menschlichkeit verloren zu haben.

Doch Israel allein ist nicht in der Lage, diese Grauen zu begehen. Ohne die vier apokalyptischen Reiter namens Washington, London, Paris und Berlin sind diese Massaker nicht vorstellbar. Jeder dieser Reiter leistet im vollen Bewusstsein der Folgen seinen ganz konkreten Beitrag. Der eine mit Waffen und Geld, andere mit geheimdienstlicher Wühlarbeit zur Unterminierung möglichen Widerstands. Und jener, der unter Vortäuschung einer Hilfsagenda die Hilfe für die Opfer dieses Grauens - Vertriebene, Kinder,Alte,  Frauen in den ewigen Lagern   – drastisch kürzt und somit Leid potenziert, sollte das Wort Moral aus seinem politischen und persönlichen Wortschatz streichen. Um so mehr, als dieser Reiter keine Skrupel fühlt, mit immer mehr Waffen das Morden, Verstümmeln, Schlachten von Unbewaffneten zu forcieren.  Alle vier zusammen rechtfertigen die von Israel in ihrem Namen im Iran und anderswo begangene „Drecksarbeit“ auf diplomatischem, blutverschmiertem Parkett politisch.

Die Spuren dieser gezielt gewollten Verwüstung finden sich auch anderswo. Neben Israel ziehen sie und ihre Helfershelfer in der Ukraine seit Jahren ihre Bahnen, um die eigentlich anvisierte Beute   – Russland, Iran und China   – verdaulich zu parzellieren. Um selbst nicht in Gefahr zu geraten, tun diese Reiter alles dafür, sich die Hände möglichst nicht selbst schmutzig zu machen, ihren eigenen Hals nicht hinzuhalten. In der Ukraine kämpfen diese Reiter bis zum “letzten Ukrainer“. Andere werden mit unerfüllbaren Versprechen geködert   – siehe Armenien   – wieder andere unter Nutzung und Anfachung nationalistischer Stimmungen für fremde Interessen missbraucht, wie es sich gerade in Aserbaidschan entwickelt.

Die Welt ist im Wandel

Die Ereignisse im Nahen Osten und in der Ukraine stellen eine Zäsur dar. Die sich als Imperium gerierenden USA und ihre Mittäter haben den Bogen sicht- und fühlbar überspannt. In ihrer maßlosen Hybris legten sie in der Ukraine und im Nahen Osten das Wesen westlicher „Lebensart“ in einer nie gekannten Brutalität offen. Der „kollektive Westen“ zeigte dem Rest der Welt unmissverständlich, dass er systemisch nicht in der Lage ist, mit anderen Staaten, Anschauungen und Meinungen auf Augenhöhe, also von gleich zu gleich zum gegenseitigen Vorteil zivilisiert und nach für alle geltende, rechtlich verbindlichen Regeln zusammenzuarbeiten.

Der Westen als politisches System „kann nur Hegemonie“.

Es gab in der Vergangenheit immer wieder Versuche, das Zusammenleben der Völker anders zu organisieren, gerechter. Die Bewegung der blockfreien Staaten, der Versuch der Schaffung einer transafrikanischen Währung, das System der sozialistischen Staaten rund um die Sowjetunion. Es gab zutiefst demokratische Versuche, die Entwicklungsrichtung einzelner Staaten grundlegend zu ändern, wie z.B. auf der kleinen Insel Grenada unter der Führung eines im westlichen Gedächtnis längst vergessenen Maurice Bishop oder die Unabhängigkeitsbewegung in Burkina Faso unter Thomas Sankara. Alle diese Versuche der Schaffung einer Welt, die nicht unter westlicher Kontrolle steht, waren am Ende nicht erfolgreich. Sie alle scheiterten an den herrschenden, weltweiten Machtverhältnissen: ökonomisch, politisch, militärisch.

Steter Tropfen höhlt den Stein …

Die Entwicklung steht nicht still. Eine vor 10 Jahren noch vom Westen belächelte Staatengruppe unter der Bezeichnung BRICS mauserte sich unter den Bedingungen einer massiv eskalierenden Aggressivität des Westens zu einer weltweiten Hoffnung für diejenigen Länder, die andere Vorstellungen vom Leben haben, als mit ihrer Arbeitskraft, ihren Ressourcen, ihrem Wissen und letztlich gegebenenfalls auch mit ihrem Leben der „goldenen Milliarde“ ein sorgenfreies Leben zu garantieren.

Noch kann niemand wissen, ob dieses Projekt in all seinen Facetten zu dem Ergebnis führen wird, das sich inzwischen nicht nur der „Globale Süden“ wünscht. Doch die vorsichtigen Schritte zeitigen erste Erfolge.   

Diese Gruppe ist nicht gegen den Westen gerichtet. Sie ist bereit für eine Zusammenarbeit. Allerdings besteht sie eindeutig auf einer Entwicklung, die auf für alle gleiche, nachvollziehbaren rechtlich verbindlichen Regeln basiert.

Es geht um ein grundlegend anderes Verständnis des Zusammenlebens der Völker. Gewinnen würde bei Erfolg die ganze Welt.