Russland warnt: Firmen zur gemeinsamen Drohnenproduktion in Deutschland sind legitime Ziele

(Red.) Ich weiss nicht wie es Ihnen geht, liebe Leserinnen und Leser, das Adjektiv "unappetitlich", das gestern vom Autor René Zittlau für seinen Bericht "Die Schlacht um Ungarn" verwendet wurde, passt auf sehr viele politische Prozesse, die uns von den Regierungen des Westens „serviert“ werden.
Man muss sich nicht angesprochen fühlen, wenn wieder einmal ein Regierungsmitglied eines uns nahestehenden europäischen Landes einen bekennenden jüdischen Faschisten – leider ist das kein Oxymoron - umarmt, wie auf unserem einleitenden Bild. Doch in letzter Konsequenz ist jede Geste dieses oder jedes beliebigen anderen Regierungsmitglieds eine Geste im Namen des durch ihn vertretenen Volkes. Und da darf dem einen oder anderen Bürger eines derart vertretenen Landes bei oder von dieser dargebotenen Polit-Kost durchaus der Appetit vergehen.
Für mich ist das schwer verdaulich. Ich erlebte als Kind den zweiten Weltkrieg bewusst. So war das „Nie wieder Krieg!“ im Jahre 1945 für mich als 15-Jähriger nicht einfach ein Satz mit drei Worten. Wenn heute – wieder – ein deutscher „Verteidigungs“-minister in einer Felduniform den Präsidenten eines Landes umarmt, dessen Land mit deutscher Hilfe gegen Russland Krieg führt, ist das nicht einfach nur schmerzhaft. Es ist der offizielle deutsche Bruch mit dem Schwur des „Nie wieder Krieg!“. Es ist die (deutsche) Umarmung eines faschistischen Bandera-Verehrers, der es seinem vor Kurzem ins Amt gebrachten ukrainischen Verteidigungsminister zur Aufgabe machte, monatlich 35.000 Russen zu töten. Nicht Soldaten, nein, ausdrücklich RUSSEN. Frauen, Männer, Kinder, Alte, Junge und Soldaten.
Dieser ukrainische Tod kommt inzwischen vor allem per Drohne, gefertigt zu Tausenden in gemeinsam mit der Ukraine in der EU betriebenen Werken. Drei davon in Deutschland.
„Zugestellt“ nach Russland werden diese Ergebnisse des „Friedensprojekts EU“ unter wohlwollender Duldung von EU- und NATO-Staaten auch über EU-Territorien.
Der Gouverneur des Gebietes Leningrad (das Gebiet rund um Sankt Petersburg) sprach dieser Tage von seiner Oblast als einem frontnahen Gebiet – fast 1000 Kilometer von der Ukraine entfernt. Das gehört zum Hintergrund der Warnung des Russischen Verteidigungsministeriums, von der nachfolgend die Rede ist. (ww/rbz)
Beim Besuch von Selensky in Berlin wurden Projekte zur gemeinsamen Produktion von Drohnen für Angriffe auf Russland verkündet. Russland warnt, dass diese Produktionsstätten in Deutschland legitime Ziele sind und veröffentlicht deren Adressen.

Wegen der Konferenz, auf der ich derzeit bin, bin ich noch nicht dazu gekommen, über den Besuch des ukrainischen Machthabers Selensky in Berlin zu schreiben, bei dem ein deutsch-ukrainisches Partnerschaftsabkommen verkündet wurde, das unter anderem die gemeinsame Produktion von Drohnen in Deutschland für Angriffe auf Russland vorsieht. Allerdings wird in Deutschland verschwiegen, wie heikel das ist.
Kriegsbeteiligung
Russland greift die Produktionsstätten für Waffen in der Ukraine an. Wegen der russischen Erfolge wurde in Europa beschlossen, die Produktionsstätten für Drohnen zumindest teilweise aus der Ukraine in europäische Länder zu verlegen, um sie vor russischen Angriffen zu schützen. Dass das die betroffenen Länder zur Kriegspartei im Krieg gegen Russland macht, ist offensichtlich.
Wir müssen uns daran erinnern, dass der Iran umgehend Ziele in den arabischen Ländern angegriffen hat, die ihren Luftraum für Angriffe der USA und Israels auf Ziele im Iran zur Verfügung gestellt haben. Die Länder der Welt haben den Iran deswegen nicht verurteilt, denn es ist allen klar, dass das eine klare Kriegsbeteiligung darstellt und dass der Iran das Recht hat, Ziele in den betroffenen Ländern anzugreifen.
Inzwischen wird offen gesagt, dass Polen, die baltischen Staaten und Finnland ihre Lufträume für Angriffe auf Russland zur Verfügung stellen. Seit dem 22. März haben hunderte Drohnen aus deren Lufträumen kommend Ziele im Gebiet St. Petersburg angegriffen und Raffinerien und Häfen beschädigt. Auch hier sieht die Welt, dass diese Länder sich zu Kriegsparteien gegen Russland machen, und sollte Russland Ziele in Ländern angreifen, die sich offen militärisch am Krieg gegen Russland beteiligen, wird die nicht-westliche Welt dafür genauso Verständnis haben, wie für die iranischen Angriffe auf Ziele in arabischen Ländern.
Gleiches gilt natürlich auch, wenn sich Länder offen dafür hergeben, die ukrainische Rüstungsindustrie bei sich aufzunehmen, um sie vor russischen Angriffen zu schützen.
Selenskys Besuch und die Folgen
Nun hat Selensky Kanzler Merz besucht und dabei wurde ein deutsch-ukrainisches Partnerschaftsprogramm beschlossen, über das ich noch gesondert berichten werde. Über die Produktion von Drohnen für die Ukraine heißt es darin in der offiziellen Erklärung der Bundesregierung:
„Deutschland wird die Drohnenindustrie der Ukraine weiterhin unterstützen und darüber hinaus Gemeinschaftsunternehmen zur Drohnenproduktion ins Leben rufen. Dies wird ergänzt durch die Förderung von Partnerschaften basierend auf Datenkooperation und gemeinsamen Initiativen in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie Innovation.“
Im Klartext bedeutet das, dass die Bundesregierung Teile der ukrainischen Drohnenproduktion in Deutschland unterbringen will, was die entsprechenden Firmen und deren Standorte zu legitimen Zielen für russische Angriffe macht.
Russlands Warnung
Am Mittwoch ist etwas passiert, was es bisher noch nicht gab. Das russische Verteidigungsministerium hat eine Erklärung herausgegeben, in der es davor warnt, diese Standorte anzugreifen. Es warnt die Bevölkerung der betroffenen europäischen Länder ziemlich deutlich davor, sich in der Nähe dieser Standorte aufzuhalten.
Es gab in der Vergangenheit schon oft russische Warnungen wegen der offenen Kriegsbeteiligung europäischer Länder, man könnte diese russische Warnung also leicht abtun und sagen, dass Russland wieder nur blufft. Aber diese russische Warnung unterscheidet sich in einem Punkt deutlich von allem, was es bisher gab.
Ab 2022 war ich bekanntlich im Donbass auf einigen Pressetouren für ausländische Journalisten, die das russische Verteidigungsministerium organisiert hat. Für jede Veranstaltung dieser Art wurde ein Telegram-Chat für die Teilnehmer eingerichtet, in dem die organisatorischen Fragen besprochen wurden. Dabei ging es beispielsweise um Details der Anreise, wann und wo welcher Bus bereit stand, und so weiter. Nach Ende der Veranstaltung „starben“ diese Chats und dort wurde nichts mehr veröffentlicht. Im meinem Telegram-Archiv sind sieben solcher „toter“ Chats aus den Jahren 2022 und 2023.
Am Mittwoch sind alle diese Chats „wieder zum Leben erwacht“. Das russische Verteidigungsministerium hat seine Warnung in alle Chats gepostet, es hat also offenbar ein großes Interesse daran, dass seine aktuelle Erklärung bekannt wird, und zwar gerade für ausländische Journalisten und damit für das ausländische Publikum. Ich veröffentliche die Erklärung daher hier im Wortlaut zu Information:
„Laut vorliegenden Informationen haben die Regierungen mehrerer europäischer Länder am 26. März 2026 angesichts steigender Verluste und eines sich verschärfenden Personalmangels in den ukrainischen Streitkräften beschossen, die Produktion und Lieferung von Drohnen für Angriffe auf russisches Territorium in der Ukraine zu erhöhen.
Es ist eine signifikante Steigerung der Drohnenproduktion für das Kiewer Regime ist durch erhöhte Finanzmittel für „ukrainische“ und „gemeinsame“ Unternehmen in europäischen Ländern geplant, die Kampfdrohnen und deren Komponenten herstellen.
Wir betrachten diese Entscheidung als einen bewussten Schritt, der zu einer drastischen Eskalation der militärpolitischen Lage in ganz Europa und zur schleichenden Umwandlung dieser Länder in das strategische Hinterland der Ukraine führt.
Die Umsetzung der von Vertretern des Kiewer Regimes angekündigten Szenarien von Terroranschlägen gegen Russland unter Einsatz angeblich „ukrainischer“ Drohnen aus europäischer Produktion führt zu unvorhersehbaren Konsequenzen.
Anstatt die Sicherheit der europäischen Staaten zu stärken, ziehen die Handlungen der europäischen Regierungen diese Länder zunehmend in den Krieg mit Russland hinein.
Die europäische Öffentlichkeit sollte nicht nur die wahren Ursachen der Bedrohungen ihrer Sicherheit klar verstehen, sondern auch die Adressen und Standorte von „ukrainischen“ und „gemeinsamen“ Unternehmen kennen, die in ihren Ländern Drohnen und deren Komponenten für die Ukraine herstellen:“
Danach folgt eine Liste mit 21 Standorten, an denen in vor allem europäischen Ländern Drohnen oder deren Komponenten für die Ukraine gefertigt werden. In der Liste (hier auf Russisch, hier auf Englisch) werden auch drei in Deutschland ansässige Unternehmen genannt: In München sind das die DaVinci Avia GmbH, ein Hersteller von Drohnen, und das ukrainische Unternehmen Airlogix, das zusammen mit dem deutsch-amerikanischen Softwarehersteller Auterion ebenfalls Drohnen produziert. Das dritte Unternehmen ist laut der Erklärung die Firma 3W Professional aus dem hessischen Hanau.
Dass Merz und Selensky bei dessen Berlin-Besuch den Beginn einer „strategischen Partnerschaft“ mit der Ukraine verkündet haben, zu der auch eine „vertiefte Rüstungskooperation“ gehört, bedeutet, dass diese Dinge bereits angelaufen sind, denn diese Gemeinschaftsunternehmen sind ja bereits in Deutschland aktiv.
Ukrainische Langstreckendrohnen aus Deutschland
Eine der Drohnen, um die es dabei geht, ist eine Drohne namens „Anubis“ (siehe das Titelbild dieses Artikels), die auch von deutschen Medien genannt wurde. Dabei handelt es sich um eine Drohne, die nach dem Vorbild der iranischen Shahed-Drohnen entwickelt wurde und ihnen sehr ähnlich sieht. Offiziell ist sie eine Entwicklung der ukrainischen Firma Airlogix, die einen Standort in München hat, worauf ja auch das russische Verteidigungsministerium in seiner Erklärung hingewiesen hat.
Über die Anubis ist offiziell wenig bekannt. Aber laut auf militärische Themen spezialisierten Portalen ist das keine ukrainische Entwicklung, sondern die „Anubis“ basiert auf der Drohne https://en.defence-ua.com/news/ai_enabled_ukrainian_american_shahed_analog_with_1600_km_range_tested_on_russian_targets_to_be_produced_in_ukraine_us_and_germany-16163.html&sa=U&ved=2ahUKEwjUhOmm4-2TAxWDNPsDHZAOB3M4ChAWegQIAxAC&usg=AOvVaw2HHkP8j76MmPmPCH13wrDw">Artemis ALM-20 der US-Firma Auterion, die das russische Verteidigungsministerium ebenfalls als Partner der ukrainischen Firma Airlogix genannt wird.
Die Artemis hat eine Reichweite von 1.600 Kilometern und kann einen 45-Kilo-Sprengkopf tragen. Man kann also davon ausgehen, dass das wohl auch die technischen Daten der Anubis sind, die nun in München für die Ukraine produziert wird.
Da Drohnen in heutigen Kriegen unglaublich wichtig geworden sind, sollte man die russische Warnung, dass Produktionsstätten für ukrainische Drohnen im Ausland für Russland legitime Ziele sind, nicht auf die leichte Schulter nehmen. Vielleicht sollte man sich von den genannten Standorte in Zukunft wirklich besser fernhalten.
Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.
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