Donald Trump behauptet seine Autorität über seine Verbündeten

Wolf Gauer schreibt dazu: Thierry Meyssans (er sitzt in Syrien) interessante Analyse von Trumps Luftangriff auf die syrische Basis Al-Schairat, inzwischen schon auf deutsch verfügbar (s.u.). Sie weicht sowohl vom positiven wie negativen Echo der Attacke ab.

Zusammengefasst: Der Flugplatz wurde vorher geräumt, die Landebahnen verblieben beinahe unzerstört, neun alte Flugzeuge wurden getroffen. Russland und andere Länder waren zuvor unterrichtet worden (RT bestätigt das). Nur die Hälfte der Tomahawk-Flugkörper erreichten das Ziel. Die russische und syrische Raketenabwehr wurden nicht ausgelöscht (abgeschaltet?). Trumps Ziel: Seinen Gegnern wie seinen Alliierten zu zeigen, wer das Sagen hat, wer die Syrienpolitik bestimmt und wer da frei schalten und walten kann. Der Angriff habe seinen Gegnern das Wasser abgegraben (Hillary hatte nämlich eine Bombardierung gefordert, England fand sie prima, und Gabriel ist ja auch draufgesprungen). Damit könne Trump nun weiterhin seine Syrienpolitik vorantreiben, die zunächst mal Assad anerkennt. Aber entscheidend sei jedoch, zu beobachten, wie Trump weiterhin mit den Jihadisten umgehen wird.

Mir fiel übrigens auf, dass es erstaunlich wenige Bilder* von den Zerstörungen gibt. [wg]

Donald Trump behauptet seine Autorität über seine Verbündeten

von Thierry Meyssan - Voltaire Netzwerk | Damaskus (Syrien) | 7. April 2017

Diesen Morgen hätten die Vereinigten Staaten angeblich 59 Marschflugkörper vom Mittelmeer aus abgefeuert, um die syrische Luftwaffenbasis von Sha’irat zu zerstören. Es wäre eine einseitige Aktion, die einen Angriff mit chemischen Waffen sanktionieren sollte, den sie der syrischen arabischen Armee zuschreiben.

Erstaunt über das Ausmaß des amerikanischen Vorgehens, schließen alle Kommentatoren auf eine 180° Wende der

Wolf Gauer schreibt dazu: Thierry Meyssans (er sitzt in Syrien) interessante Analyse von Trumps Luftangriff auf die syrische Basis Al-Schairat, inzwischen schon auf deutsch verfügbar (s.u.). Sie weicht sowohl vom positiven wie negativen Echo der Attacke ab.

Zusammengefasst: Der Flugplatz wurde vorher geräumt, die Landebahnen verblieben beinahe unzerstört, neun alte Flugzeuge wurden getroffen. Russland und andere Länder waren zuvor unterrichtet worden (RT bestätigt das). Nur die Hälfte der Tomahawk-Flugkörper erreichten das Ziel. Die russische und syrische Raketenabwehr wurden nicht ausgelöscht (abgeschaltet?). Trumps Ziel: Seinen Gegnern wie seinen Alliierten zu zeigen, wer das Sagen hat, wer die Syrienpolitik bestimmt und wer da frei schalten und walten kann. Der Angriff habe seinen Gegnern das Wasser abgegraben (Hillary hatte nämlich eine Bombardierung gefordert, England fand sie prima, und Gabriel ist ja auch draufgesprungen). Damit könne Trump nun weiterhin seine Syrienpolitik vorantreiben, die zunächst mal Assad anerkennt. Aber entscheidend sei jedoch, zu beobachten, wie Trump weiterhin mit den Jihadisten umgehen wird.

Mir fiel übrigens auf, dass es erstaunlich wenige Bilder* von den Zerstörungen gibt. [wg]

Donald Trump behauptet seine Autorität über seine Verbündeten

von Thierry Meyssan - Voltaire Netzwerk | Damaskus (Syrien) | 7. April 2017

Diesen Morgen hätten die Vereinigten Staaten angeblich 59 Marschflugkörper vom Mittelmeer aus abgefeuert, um die syrische Luftwaffenbasis von Sha’irat zu zerstören. Es wäre eine einseitige Aktion, die einen Angriff mit chemischen Waffen sanktionieren sollte, den sie der syrischen arabischen Armee zuschreiben.


Erstaunt über das Ausmaß des amerikanischen Vorgehens, schließen alle Kommentatoren auf eine 180° Wende der Trump-Verwaltung in der Syrienfrage. Das Weiße Haus hätte endlich den Standpunkt der US-Opposition und seiner britischen und französischen Verbündeten eingenommen.

Wirklich?

Die Wirklichkeit entspricht nicht der Kommunikation

Amerikanische Marschflugzeuge haben ungehindert den durch die neue russische Waffe kontrollierten Bereich durchflogen, welche Waffe doch ermöglicht, die Kommunikationen und Befehle der NATO zunichte zu machen. Laut General Philip Breedlove, damals Oberbefehlshaber der NATO, hätte diese Waffe Russland erlaubt, die Vereinigten Staaten in konventioneller Kriegsführung zu übertreffen. Sie hätte die Leitsysteme dieser Raketen stören sollen. Sie tat es aber nicht, entweder weil das Pentagon inzwischen eine technische Antwort gefunden hat, oder weil sie durch Russland abgeschaltet wurde.

Die syrische Luftabwehr umfasst die von der syrischen arabischen Armee kontrollierten S-300 Boden-Luftabwehr-Raketen und die S-400, die durch die russische Armee bedient werden. Diese Waffen sollen Marschflugkörper abfangen können, obwohl diese Situation noch nie im Kampf stattgefunden hat. Es handelt sich natürlich um automatische Waffen. Sie haben auch nicht funktioniert. Keine einzige Anti-Raketen-Rakete wurde weder durch die russische Armee, noch durch die syrische Armee abgeschossen.

Diesen Morgen hätten die Vereinigten Staaten angeblich 59 Marschflugkörper vom Mittelmeer aus abgefeuert, um die syrische Luftwaffenbasis von Sha’irat zu zerstören. Es wäre eine einseitige Aktion, die einen Angriff mit chemischen Waffen sanktionieren sollte, den sie der syrischen arabischen Armee zuschreiben.

Erstaunt über das Ausmaß des amerikanischen Vorgehens, schließen alle Kommentatoren auf eine 180° Wende der Trump-Verwaltung in der Syrienfrage. Das Weiße Haus hätte endlich den Standpunkt der US-Opposition und seiner britischen und französischen Verbündeten eingenommen.

Was bedeutet diese Inszenierung?

Präsident Trump versucht seit seinem Einzug ins Weiße Haus die Politik seines Landes zu ändern, und die laufenden Auseinandersetzungen durch Formen der Zusammenarbeit zu ersetzen. Zur Frage des "Erweiterten Nahostens" nahm er Stellung für die "Zerstörung" der Dschihad Organisationen (und nicht für ihre "Reduktion", wie es sein Vorgänger versprach).

In den letzten Tagen hat er die Legitimität der Arabischen Republik Syrien anerkannt und somit die Fortsetzung im Amt des demokratisch gewählten Präsidenten Baschar Al-Assad. Er empfing den ägyptischen Präsidenten, Feldmarschall Abdel Fattah al-Sissi, verbündet mit Syrien, und gratulierte ihm für seinen Kampf gegen die Dschihadisten. Er hat auch einen direkten Kommunikationskanal zwischen Washington und Damaskus restauriert.

Wie auch immer, das Problem des Präsidenten Trump war, seine Verbündeten zu überzeugen, seine Politik zu implementieren, unabhängig von ihren Investitionen, um die syrische arabische Republik zu stürzen.

Es ist sicherlich möglich, dass Präsident Trump beim bloßen Anblick eines Videos von YouTube in drei Tagen eine Wende von 180° gemacht hat, aber es ist wahrscheinlicher, dass die Militäraktionen von heute Morgen Teil der Logik seiner früheren diplomatischen Handlung ist.

Durch diesen Angriff befriedigte Präsident Trump seine Opposition, die sich nach der Operation gegen ihn nicht auflehnen können wird. Hillary Clinton forderte gestern, als Reaktion auf den angeblichen Chemiewaffen-Einsatz, Syrien zu bombardieren.

Donald Trump befahl den Abschuss von Marschflugkörpern auf eine fast leere Militärbasis, nachdem er die ganze Welt, einschließlich Russland und Syrien darüber informiert hatte.

Mit dem Verzicht von Damaskus auf diese Basis und das Leben von einigen Männern gewann er die Autorität, um eine breite Aktion gegen all jene zu führen, die chemische Waffen einsetzen. Also bislang sind die einzigen Benutzer dieser Waffen, die von den Vereinten Nationen identifiziert wurden: die Dschihadisten.

Daesh, das auch von dem US-Angriff informiert wurde (aber durch die britischen, französischen und deutschen Sponsoren), startete sofort einen Angriff auf Homs, das ja nun keinen Flugplatz mehr hat.

Wir werden in den nächsten Tagen sehen, wie Washington und seine Verbündeten auf den Vormarsch der Dschihadisten reagieren werden. Erst dann werden wir wissen, ob das Manöver von Donald Trump und die Wette von Wladimir Putin und Baschar Al-Assad aufgehen.

*Bilder findet man hier im Video (RT-Interview mit Willy Wimmer):
https://www.youtube.com/watch?v=CHUcWp7nl5w&amp=

Quelle:
http://www.voltairenet.org/article195899.html

Tags: Politik, USA, NATO, Krieg, Syrien, Nuklearwaffen

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