Kriege, Gold und Währungskrisen

„Ich weiss nicht, was es zu bedeuten hat, aber der Kalender des alten Kulturvolkes der Mayas endet im Jahr 2012. Meiner Ansicht und Beurteilung nach wird es bis dahin das heutige Finanzsystem, ich nenne es Nichtsystem, nicht mehr geben."

Vortrag von Ferdinand Lips an der Universität St. Gallen, Donnerstag 24. Juni 2004
Vortragsreihe "International Finance & Security"

Meine sehr verehrten Damen,

sehr verehrte Herren,

Ich möchte den Herren Organisatoren Graf und Brunner herzlich danken, dass Sie mich eingeladen haben. Es spricht für Sie, dass Sie ein so heisses Thema wie Gold gewählt haben. Das ist mutig. Denn bis vor kurzem durfte man das Wort Gold kaum aussprechen. Man riskierte als Sonderling zu gelten. Sie haben aber sehr gut daran getan. Sie werden bald sehen, wie sehr Gold in der Geschichte der Menschheit seit Beginn der Zivilisation eine zentrale und positive Rolle gespielt hat. Ich werde den Beweis antreten, dass es ohne Goldwährung in der Welt nur Krisen und Kriege gibt. Der beste Beweis dafür ist das 20. und das beginnende 21. Jahrhundert. Ich werde ebenfalls beweisen oder zumindest behaupten, dass die Welt ohne einen neuen Gold Standard in ein neues Mittelalter versinken wird. Ich weiss nicht, was es zu bedeuten hat, aber der Kalender des alten Kulturvolkes der Mayas endet im Jahr 2012. Meiner Ansicht und Beurteilung nach wird es bis dahin das heutige Finanzsystem, ich nenne es Nichtsystem, nicht mehr geben. Wie Sie wissen, basiert es auf einem Betrug und einem gigantischen Schuldenberg, der kaum mehr zu bedienen ist. Vermutlich wird dieser Schuldenberg einmal alles unter sich begraben.

Ich möchte Ihnen aber auch Hoffnung geben, indem ich Ihnen erzähle, dass es früher einmal bessere Finanzsysteme gab als heute. Mein Vortrag ist ferner ein Appell an Sie. Er ist ein Appell an die jungen Menschen sich mit Gold als Geld zu beschäftigen. Betreiben Sie monetäre Archäologie. Versuchen Sie sich mit dem Gold Standard zu beschäftigen. Sie haben es in der Hand die Welt zu retten. Niemand wird es für Sie tun.

Einleitung: Situation heute als Folge der Aufgabe des Gold Standards

Alles was heute auf der Welt an Negativem geschieht, ist auf zwei besondere Ereignisse zurückzuführen. Alles was uns im 20. Jahrhunderts und jetzt im 21. Jahrhundert grösste Sorgen bereitet, wie politische Krisen, Kriege, Währungs- und Wirtschaftkrisen, Massenarmut, Rassismus, Holocaust, Immigration- und Völkerwanderungen, Terrorismus wurde dadurch verursacht. All dies ist in seiner Mehrheit auf diese Ereignisse zurück zu führen.

Das erste Ereignis ist die Aufgabe des Gold Standards zu Beginn des 1. Weltkrieges im Jahr 1914 und das zweite Ereignis ist die Gründung des amerikanischen Federal Reserve Systems in 1913. Die Weltgeschichte zeigt, dass es einen engen Zusammenhang zwischen Währungsordnung und Krieg und Frieden gibt. Die Wirtschaftgeschichte zeigt, dass Finanzmärkte nur unter einem Gold Standard perfekt funktionieren.

Sie zeigt auch, dass es einen engen Zusammenhang zwischen Währungsordnung und Ethik und Moral gibt.

Das 19. Jahrhundert war, was wenig bekannt ist, eine Periode der Prosperität und des Wachstums ohne Inflation. Es mutet uns an wie ein Märchen, wenn wir feststellen, dass damals die wichtigsten Währungen der Welt während langer Zeit stabil blieben. Der französische Franc war es sogar während vollen 100 Jahren. Es war das Zeitalter des Gold Standards.

Die Lebensdauer der Währungen

  • Franz. Franc 1814  – 1914 100 Jahre
  • Holländ. Gulden 1816  – 1914 98 Jahre
  • Pfund Sterling 1821  – 1914 93 Jahre
  • Schweizer Franken 1850  – 1936 86 Jahre
  • Belgischer Franc 1832  – 1914 82 Jahre
  • Schwedische Krone 1873  – 1931 58 Jahre
  • Deutsche Mark 1875  – 1914 39 Jahre
  • Italienische Lira 1883  – 1914 31 Jahre

(Quelle: Pick's Currency Yearbook 1977  – 1979)

So funktionierte der Gold Standard

Die Grundregel des Gold Standards war ein fester Preis für das Gold, d.h. jede Währung stand in einem festen Verhältnis zu einer bestimmten Menge Gold. Die Währungen waren durch Gold gedeckt und jederzeit in Gold einlösbar. Die Währungsreserven der Staaten bestanden nur aus Gold. Auf internationaler Ebene bestand völlige freie Ein- und Ausfuhr von Gold. Alle Zahlungsbilanzdefizite werden mit Gold abgedeckt. (Zahlungsbilanz: Die Summe aller wirtschaftlichen Transaktionen zwischen In- und Ausland.) Damit sorgte Gold für Disziplin in einer Volkswirtschaft. Es limitierte die Staatsausgaben. Es gab den Bürgern eine Währung, welche ihren Wert hielt und international anerkannt war. Entsteht ein Zahlungsbilanzdefizit, weil im Inland die Preise ansteigen, dann fliesst automatisch Gold aus dem Land. Damit stand weniger Gold für den internen Geldumlauf zur Verfügung. Als Konsequenz kommen die Preise unter Kontrolle oder sinken. Die Exporte werden wieder konkurrenzfähiger und die Zahlungsbilanz verbessert sich. Weist dagegen ein Land einen Zahlungsbilanzüberschuss auf, dann strömt Gold herein und die Wirtschaft kann expandieren. Aufwertungen und Abwertungen waren undenkbar. Die Stabilität des Systems erhielt sich automatisch. Das ist der Grund, weshalb die Politiker das Gold nicht lieben. Gold zwingt sie ihren Haushalt auszugleichen.

Stabile Währungen in der Geschichte

In der Geschichte gibt es viele Beispiele von Regenten und Königen, welche Geldschöpfung mit grosser Disziplin betrieben. Das alte Griechenland, wo die ersten Münzen geprägt wurden, ist eines der Beispiele. Die Drachme wurde das defacto Weltgeld der damaligen zivilisierten Welt aufgrund ihres Goldgehaltes. Während dieser Zeit erfreuten sich die griechischen Städte einer grossen Blüte. Der Handel florierte.

Das wohl imponierendste Beispiel einer Nation mit gesundem Geld war Byzanz. Ganz in der alten Tradition stabilen Geldes Griechenlands befahl Kaiser Konstantin die Schaffung einer neuen Münze, genannt Solidus. Während 800 Jahren war der Solidus Weltgeld und zirkulierte von China bis Britannien, vom Baltischen Meer bis Äthiopien.

Die byzantinischen Gesetze in Geldangelegenheiten waren sehr strikt. Bevor einer in die Gilde der Bankiers aufgenommen wurde, brauchte der Kandidat Sponsoren. Diese mussten ein Leumundszeugnis über seinen Charakter abgeben. Man wollte sicher gehen, dass er nie Geld fälschen würde. Handelte einer gegen diese Regeln wurde ihm die Hand abgehackt. Es ist eine erstaunliche geschichtliche Tatsache, dass das Byzantinische Reich während 800 Jahren als das Welthandelszentrum blühte. Während dieser Zeit kam es zu keiner einzigen Abwertung, noch zu einem Aufbau von Schulden. Weder im Altertum noch in der Moderne gibt es ein derartiges Beispiel. Byzanz kontrollierte mit seinem Geld die damalige zivilisierte wie auch die barbarische Welt. Dieses grossartige Phänomen hatte ein Ende als Kaiser Alexius Comnenus, der hohe Spielschulden hatte, abwerten musste. 200 Jahre später marschierten die Türken ein und die Herrlichkeit fand ein Ende.

Ein weiteres herausragendes Beispiel des Erfolgs von standardisierten Goldmünzen war der "Gold Dinar" des arabischen Reichs. Auf seinem Höhepunkt erstreckte sich dieses Reich von Bagdad bis nach Barcelona.

Die Blüte der italienischen Stadtstaaten wie Florenz, Siena, Venedig und Genua war nur dank einer neuen Goldwährung, dem florentinischen "Fiorino d'Oro" möglich. Eine stabile, verlässliche Goldwährung führte zu einem Aufschwung des Handels und sorgte für Wohlstand in den italienischen Stadtstaaten und weiten Teilen Westeuropas. Gold als Geld bildete die wirtschaftliche Basis der Renaissance. Kulturen gedeihen nur, wenn Wohlstand herrscht und nicht, wenn die Menschen arm sind. Die Macht und die natürliche Verlässlichkeit des Goldes brachte die Menschheit wiederum auf eine höhere Stufe der Zivilisation.

Die Gründerväter der USA verfügten in ihrer grossen Weisheit in der amerikanischen Verfassung, dass nur Gold und Silber gesetzliches Geld sind. Papiergeld und eine Zentralbank waren für sie ein Horror. Dies wird heute alles ignoriert und als anachronistisch betrachtet.

Der Gold Standard des 19. Jahrhunderts als höchste monetäre Errungenschaft der zivilisierten Welt

Der Gold Standard ist weder an einer Währungskonferenz geplant, noch von einem genialen Hirn ausgedacht worden. Er war das Ergebnis jahrhunderte langer Erfahrung. Grossbritannien war der Initiator. Auf dem Höhepunkt des Gold Standards, am Anfang des 20. Jahrhunderts, waren ca. 50 Nationen, alle führenden Industrieländer, dem Gold Standard angeschlossen. Sie bildeten eine einzige grosse Zahlungsgemeinschaft und es funktionierte.

Professor Dr. Melchior Palyi schrieb 1960 in seinem Buch "Währungen am Scheideweg"

"Zum ersten Mal seit der Blüte Roms gelang es der zivilisierten Welt eine monetäre Einheit zu erzielen. Die kommerzielle und finanzielle Integration der Welt wurde ohne militärisches Imperium oder Traumutopie erreicht. Diese monetäre Einheit ist sowohl in der Theorie wie in der Praxis als das einzig rationale Währungssystem anerkannt und angenommen worden. Infolge der Automatik und Disziplin, an welche die Währungsbehörden gebunden waren, waren Schwankungen der Wechselkurse, wenn nicht überhaupt unmöglich, so doch begrenzt. Das war der unschätzbare Vorteil der Goldwährung. Ebenso konnte das Kapital für kurz- oder langfristige Transaktionen verwendet werden. Handel und Industrie konnten im Voraus planen. Es waren insbesondere die Automatik, sowie die damals geltenden "Regeln des guten Benehmens" in Währungsangelegenheiten, welche den Geldwert von den Launen der Regierungen unabhängig machten. Sie stabilisierten ihn auf weltweiter Basis in einem hohen Masse. Trotz aller Versicherungen der Geldreformer ist seither nie mehr auch nur ein halbwegs gleichwertiger Ersatz gefunden worden."

Oekonom Ludwig von Mises in Human Action

"Der Gold Standard war der Weltstandard im Zeitalter des Kapitalismus, des steigenden Wohlstandes, der Freiheit und Demokratie.... Es war ein internationaler Standard, wie ihn der internationale Handel und die Kapitalmärkte der Welt brauchten.... Er trug westliche Industrialisierung, Kapital und Zivilisation in die hintersten und verlassensten Ecken dieser Welt, dabei unerhörte Reichtümer schaffend... Er begleitete den nie da gewesenen Fortschritt des westlichen Liberalismus, um alle Staaten zu einer Einheit von freien Nationen zu schmieden, welche friedlich zusammenarbeiteten..... Der Gold Standard ist bestimmt nicht perfekt. In menschlichen Angelegenheiten gibt es sowieso nicht Perfektes..... Aber niemand war in der Lage etwas Befriedigenderes zu finden als den Gold Standard."

Alan Greenspan5) 6), bevor er seine Seele verkaufte, bezeichnete den Gold Standard als Garant für Prosperität und Freiheit. Nur dieses Währungssystem könne verhindern, dass der Wohlfahrtsstaat mit seinen Budget-Defiziten immer weiter wuchert, dass die Finanzwelt zu immer neuen spekulativen Exzessen getrieben wird, die sich in Depressionen entladen. Er meinte damals, dass Gold und wirtschaftliche Freiheit unteilbar sind. Der Gold Standard ist ein Instrument der freien Wirtschaft, in dem Sinne, dass beides einander voraussetzt. Eine echte, arbeitsteilige Wirtschaft kann es ohne Gold überhaupt nicht geben.

Die Zeit des Gold Standards des 19. Jahrhunderts war das goldene Zeitalter des weissen Mannes und auch Japans. Während dieser Zeit (nach Napoleon) gab es nur 8 Kriege von Bedeutung.

Kriege im 19. Jahrhundert nach Napoleon

  • 1855 Krimkrieg
  • 1861-65 Amerikanischer Bürgerkrieg
  • 1866 Preussisch-Österreichischer Krieg, Königsgrätz, Norddeutscher Bund
  • 1870-71 Deutsch-Französischer Krieg
  • 1877-78 Russisch-Türkischer Krieg, Berliner Kongress
  • 1894-95 Krieg zwischen China und Japan
  • 1900 Burenkrieg in Südafrika

Und noch etwas: Es gab keinen Terrorismus von der Art wie wir ihn heute kennen.

Behauptung

Meine Behauptung ist nun diese: Wäre der Gold Standard beibehalten worden und hätten sich die Krieg führenden Nationen an die Regeln des Gold Standard gehalten, hätte der 1. Weltkrieg nur kurze Zeit gedauert. Wegen der Automatik und den damaligen "Regeln des guten Benehmens" wäre eine Finanzierung des Krieges "auf Pump" à la Keynes gar nicht möglich gewesen. (Keynes wird übrigens vom Schweizer Historiker Jacob Burckhardt neben Marx als einer der grossen Zerstörer der Weltgeschichte bezeichnet.) Bald nach Beginn des 1. Weltkrieges kam aber der Moment, wo die Welt zum Geldbetrug überging. Politischer Druck den Krieg mit Anleihen zu finanzieren, machte eine gesunde Währungspolitik unmöglich und führte zum Ruin der Währungen. Ohne Defizitfinanzierung hätte der Krieg höchstens 6 Monate gedauert. Ohne die Disziplin der Goldwährung aber dauerte er schliesslich 4 1/2 Jahre. Alles fiel in Schutt und Asche und eine Generation von Millionen von jungen Menschen blieb auf den Schlachtfeldern liegen.

Niedergang des Gold Standards bewirkt Niedergang der alten Weltordnung

Die Katastrophe des 1. Weltkrieges bedeutete gleichzeitig den Untergang der alten Welt. Lesen Sie nach im Buch von Stefan Zweig "Die Welt von Gestern" 7). Es zeigt wie schön die Welt damals war. Die Kriegsfinanzierung hat vor allem Deutschland ruiniert, das damals das wirtschaftlich stärkste und blühendste Land war. Die Reichsbank finanzierte einen grossen Teil der Ausgaben des 1. Weltkrieges kurzfristig, d.h. nicht mit langfristigen "War Loans" wie die Engländer. Diese Tatsache plus die Verträge von Versailles mit den unzumutbaren Reparationszahlungen führten dann zur Hyperinflation, Vernichtung des Bürgertums und Hitler und schufen damit die Grundlage für den 2. Weltkrieg. Schauen Sie, was die verrotteten Sozialisten mit ihrem Wohlfahrtstaat aus dem Wirtschaftswunder gemacht haben: ein Deutschland, das zum Jammern ist.

Die monetäre Tragik des 20. Jahrhunderts

Die Rückkehr zum Gold Standard nach dem 1. Weltkrieg war eine beschlossene Sache. Aber es fehlte die Kraft und die Weisheit von seiten der Regierenden. An der Konferenz von Genua im Jahr 1922 wurde der Gold Devisen Standard eingeführt.

Beachten Sie liebe Zuhörer, nicht der Gold Standard wurde wieder eingeführt, sondern eine ganz üble Kreatur, der Gold Devisen Standard. Das heisst, neben Gold konnten die Zentralbanken nun auch Dollar und Pfund, die Währungen der Siegernationen, als Reserven benutzen. Dollar und Pfund waren nun plötzlich gleich wie Gold und dies war inflationär. Es war inflationär was die Währungsalchimisten hier fabrizierten, weil diese Dollars und Pfunde nun zweimal gezählt wurden, 1. im Land, das sie ausgab und 2. im Land, das sie als Reserven benutzte. Ferner hätte jeder wissen müssen, dass auch diese Währungen keineswegs vor Kaufkraftverlusten sicher waren. Sie konnten deshalb kein allgemein gültiger und bleibender Massstab sein. Gold behält immer seinen Wert, die Währungen nicht. Eine der währungshistorisch katastrophalsten Entscheidungen bestand ferner darin, dass der damalige englische Finanzminister Winston Churchill das Pfund nicht abwerten wollte, sondern die Goldparität von 1914 beibehielt, obwohl es seither zu Inflation gekommen war. Das Fed, das 1927 als es in den USA zu einem leichten wirtschaftlichen Abschwung kam, begann damals das Bankensystem übermässig mit Liquidität zu versorgen. Ausserdem wollte man der Bank von England helfen, die damals viel Gold verlor, weil die Zinsanlagen in den USA attraktiver waren. Um das Zinsniveau zu senken, pumpte das Fed weitere Liquidität ins System, die dann an die Aktienmärkte überschwappte und die Situation 1929 ausser Rand und Band geriet. Als man dann den Boom stoppen wollte, war es schon zu spät. Die amerikanische Wirtschaft kollabierte und riss die Welt in die grosse Depression der 1930er Jahre. Noch heute machen die Anhänger der Staatswirtschaft den Gold Standard für das Debakel verantwortlich. Aber es gab ja keinen Gold Standard mehr. Und der hatte ja funktioniert.

Zentralbanken, Banken und der Krieg

Als die Goldwährung aufgeben wurde, gab es als letzten Damm nur noch die Zentralbanken, sofern sie eine gewisse Unabhängigkeit behalten konnten. Wir wissen seither aus bitterer Erfahrung, wie es weltweit um diesen sog. Hort der Stabilität steht. Mit der Unabhängigkeit der Notenbanken war es meist nie weit her. Sie wurden überall zu willfährigen Instrumenten der Regierungen. Und gerade die Zentralbanken und das Bankensystem sind es, welche durch ihre Kreditschöpfung die Defizitwirtschaft sowie die Kriegswirtschaft nicht nur ermöglichen, sondern in vielen Fällen sogar gefördert haben. Der englische Ökonom Peter Warburton macht in seinem Buch "Debt and Delusion" 8) in erster Linie die Zentralbanken verantwortlich für die Verschlechterung der Wirtschafts- und Finanzpolitik seit anfangs der 1980er Jahre. Es gibt eben keine goldene Bremse mehr.

Das Federal Reserve System

Die wohl verhängnisvollste und gefährlichste Kreatur, die auf dem Gebiet der Zentralbanken je ins Leben gerufen wurde, ist die Gründung des Federal Reserve System in 1913. Die Bank von England und die deutsche Reichsbank dienten als Vorbild. Wenn Sie mir jetzt nicht glauben, weshalb ich die Gründung des Fed als verhängnisvoll ansehe, dann empfehle ich Ihnen die Lektüre des Buches "The Creature from Jekyll Island  – A Second Look at the Federal Reserve System" von G. Edward Griffin9). Unter dem Vorwand das Publikum vor Bankkrachen zu schützen und für stabilen Geldwert zu sorgen, stellt die amerikanische Zentralbank, die überhaupt nicht "Federal" sondern sehr "Private" ist, ein Kartell dar, welches seine Mitglieder vor unliebsamer Konkurrenz schützen soll, um im Fall von Verlusten diese auf den Steuerzahler abwälzen zu können. Die Gründung ist gegen die Verfassung der Gründerväter. Präsidenten wie Thomas Jefferson und Andrew Jackson waren stets gegen die Gründung einer Zentralbank. Die Gründung erfolgte auf höchst perfide Art und wurde im Parlament vor Weihnachten 1913 durchgeboxt, als die meisten Abgeordneten schon zu Hause bei ihren Familien waren. Die Gründung ist verfassungswidrig, da gemäss der Constitution nur Gold und Silber gesetzliches Geld sind.

Griffin empfiehlt, dass das Federal Reserve System abgeschafft werden soll und zwar aus folgenden Gründen.

  1. Das Fed ist unfähig die Ziele zu erreichen, die es sich gesetzt hat, nämlich Stabilität des Geldwertes. Seit der Gründung ist der Wert des Dollars um über 95% gefallen.
  2. Es ist ein Kartell, das gegen das öffentliche Interesse verstösst.
  3. Es ist ein hervorragendes Instrument zur Förderung von Wuchergeschäften durch das Bankensystem.
  4. Es schafft eine höchst unfaire Besteuerung.
  5. Es ermutigt und begünstigt Kriege.
  6. Es destabilisiert die Wirtschaft.
  7. Es ist ein Instrument des Totalitarismus.

Der Staat oder vielmehr der Wohlfahrtstaat

Ökonom Wilhelm Röpke, einer der Väter des deutschen Wirtschaftswunders10) sagte einmal: "Man darf die Behauptung wagen, dass selten eine Regierung die unbeschränkte Macht über das Geld besessen hat, ohne sie zu missbrauchen. Und heute im Zeitalter des Wohlfahrtstaates ist die Wahrscheinlichkeit eines solchen Missbrauchs grösser als je zuvor."

Heute braucht man den Gold Standard mehr denn je, denn wir alle wissen aus bitterer Erfahrung, dass man der Politik nicht vertrauen darf. Die heutige politische Struktur wird deshalb gegen jeden Versuch eine Gold Währung einzuführen, erbitterten Widerstand leisten, weil es dann nicht mehr möglich ist, den heutigen Wohlfahrtstaat aufrecht zu erhalten. Der Wohlfahrtstaat lebt davon, dass die Regierung die Bürger betrügt, indem sie die Hauptverantwortliche für die Verschlechterung des Geldwertes ist.

Die verhängnisvollen Beschlüsse von Bretton Woods 1944

Die Welt hatte nichts gelernt. Am Ende des 2. Weltkrieges wurde die Einführung des Gold Dollar Standards beschlossen. Dabei wurde den USA das furchtbare Monopol gegeben, ihre Schulden mit Papier zu begleichen, das sie selbst bedruckt haben, das exorbitante Privileg, wie de Gaulle es nannte. Einer solchen Versuchung hätte wohl niemand widerstehen können. Ein Resultat war vorerst die Inflation der 1970er Jahre.

Ich bitte Sie auf die Feinheiten zu achten: Vom Gold Standard ging man nach dem 1. Weltkrieg zum Gold Devisen Standard mit Pfund und Dollar über. Nach dem 2. Weltkrieg ging man zum Gold Dollar Standard über. Inzwischen hatte das englische Pfund gründlich abgewirtschaftet und war als Reservewährung nicht mehr zu gebrauchen. Als Zeichen für die wirtschaftliche Macht Amerikas war jetzt neben dem Gold nur noch der Dollar Währungsreserve.

Als Präsident Nixon diese Ordnung am 15. August 1971 einseitig kündigte kam dies dem Bankrott der USA gleich. 1973 ging man zu flexiblen Wechselkursen über. Damit waren die Schleusen endgültig offen für eine Geld- und Kreditschöpfung, Defizitwirtschaft und Spekulation ohnegleichen. Von den verhängnisvollen Gründungen des IWF und der Weltbank wollen wir heute gar nicht sprechen. Es besteht jedoch kein Zweifel, dass beide Institute den weltweiten Sozialismus unterstützt und begünstigt haben.

Heutige internationale Ordnung als Konsequenz

In einer Rede am 7. August 2002 sagte Präsident Bush folgendes: "Wir wissen nicht wie viele Kriege es braucht, um den Frieden in der Heimat zu sichern" oder Original: "There is no telling how many wars it will take to secure freedom in the homeland". Mit dieser Bemerkung hat Mr. Bush angekündigt, dass es nicht nur zu einem Krieg gegen Irak kommt, sondern zu vielen Kriegen rund um den Globus. Er hat dabei nicht definiert, wann ein Krieg gewonnen ist und wann nicht. Dies bedeutet nichts anderes, als dass diese Kriege endlos weitergehen sollen. Wiederum, sie werden mit Defiziten und über das Bankensystem finanziert. Dies wäre alles unmöglich unter einem Gold Standard.

Ich gehe jetzt der Frage nach: wie kann die USA diese Kriege bezahlen? Die USA sind nämlich bankrott. Das Handelsbilanzdefizit steht bald bei $600 Mrd., das Haushaltdefizit ist über $500 Mrd. Ihre Auslandschuld ist enorm.

Sie sind aber schon bankrott seit dem 15. August 1971. An diesem Tag verschärfte sich Amerikas Krieg gegen das Gold. Damals haben die USA die Goldeinlösungspflicht im Stile einer Bananenrepublik aufgegeben. Wenn man bankrott ist, kann man eigentlich keine Kriege führen. Unter der Disziplin des Gold Standards wäre dies nicht möglich. Trotzdem führen sie Kriege und bezahlen einfach mit ihrem Papiergeld ohne Deckung, sozusagen mit Falschgeld.

Und wer hilft ihnen dabei? Die Antwort ist: wir alle! Das war schon bei Kennedy's und Johnson's Vietnam Krieg so. Die Welt finanziert die Defizite mit und die Amerikaner führen die Kriege. Das ist schlussendlich das schändliche Resultat der Aufgabe des Gold Standards. Aber niemand merkt es, oder niemand will es zugeben. So ist es: Wir sind alle mitschuldig.

Das 20. Jahrhundert und das beginnende 21. Jahrhundert

Im Gegensatz zum 19. Jahrhundert mit seinem soliden, inflationsfreien Wachstum, seiner enormen Währungsstabilität und wenig Kriegen war das 20. Jahrhundert ein Jahrhundert der Inflation, der Hyperinflation, der Währungs- und Handelskriege, Spekulationswellen und militärischer Kriege. Zwei Weltkriege, Hunderte, wenn nicht Tausende von lokalen Kriegen, Hunderte von Millionen Toten, Ausrottung und Vernichtung ganzer Völker, Völkerwanderungen, monetäre Verschmutzung weltweit, wirtschaftlicher Ruin, gigantische Verslumung, Aids und schlussendlich Zusammenbruch der Zivilisation.

Warum werden Kriege geführt?

Zweifellos haben zu allen Motivreihen, die zu internationalen Konflikten und schlussendlich zu Kriegen führten, die "wirtschaftlichen" die grösste Rolle gespielt. Von den Kämpfen der Urzeit um Jagd- und Weideplätze, um Salzquellen und fruchtbare Flusstäler, über die Raub- und Eroberungszüge der See- und Handelsstaaten, bis zu den modernen Kämpfen um Bevölkerungsspielraum, Absatzgebiet und dem wichtigsten Motiv von allen  – dem Rohstoffbesitz. Eine grosse Rolle haben aber auch "innenpolitische" Probleme gespielt. Oft wurden Kriege geführt, um die Bevölkerung von internen Schwierigkeiten abzulenken.

Im Mittleren Osten ging es den Amerikanern um beides: nämlich:

  1. die Kontrolle der Ölvorräte des Mittleren Ostens und
  2. um vom krisenhaften Zustand des amerikanischen Finanzsystems abzulenken.

Saddam Hussein war nur der Vorwand. Schliesslich hat man ihn ja früher gegen Iran aufgebaut und gefördert.

Allerdings gibt es noch einen weiteren Grund und das ist diese unglaubliche Arroganz. Nun aber erlebt die arrogante amerikanische Führung die Kehrseite der Medaille. Erstens ist dieser Krieg nicht zu gewinnen und zweitens ruiniert er ihre Währung noch mehr. Kriege führten noch immer zu Kaufkraft-Vernichtung der Währungen. Während eine Goldmünze aus der Zeit Alexanders des Grossen heute genau so glänzt wie damals, so ist es das Schicksal der Papierwährungen, dass sie früher oder später auf ihren inneren Wert zurückgehen, nämlich auf Null.

Die Deutschen können davon ein Lied singen. Totalverlust nach dem 1. Weltkrieg. Totalverlust nach dem 2. Weltkrieg und schliesslich Aufnahme in das europäische Währungssystem  – Euro, d.h. Verlust der Mark zum 3. Mal in einem Jahrhundert.

Gold ist Freiheit

Es gibt nicht nur den Zusammenhang zwischen goldgedeckten Währungen und Krieg, sondern es gibt auch einen Zusammenhang zwischen Gold gedeckten Währungen und Freiheit. Vom US Notenbank Chef Greenspan stammt der berühmte Essay: Gold and Economic Freedom5). Darin erklärt er, dass der Gold Standard der Garant ist für Prosperität und Freiheit. Wenn wir uns erinnern, dass zu den ersten Amtshandlungen von Lenin, Mussolini, Hitler und Roosevelt gehörte, dass sie den Goldbesitz verboten, dann erkennen wir den Zusammenhang. Auch jetzt wird der Goldpreis tagtäglich manipuliert und tief gehalten. Man will die Dollar Falschgeldfiktion aufrecht erhalten, wenigsten solange es geht. In meinem Buch " Gold Wars" 11) habe ich diese Manipulation beschrieben.

Warum wird Gold manipuliert?

Gold wird tatsächlich jeden Tag von einer Clique von rücksichtslosen Finanzmissetätern manipuliert. Auf der nachfolgend aufgeführten Chart sehen Sie die Goldpreisentwicklung und -manipulation von einem Tag. Darauf können Sie sehen, wie dies vor sich geht.

Normalerweise steigt der Goldpreis in Europa und wird dann, sobald die COMEX in New York öffnet, nach unten massakriert. Einen Tag mehr und einen Tag weniger. Und dies ohne Rücksicht auf den Schaden, den volkswirtschaftlichen Schaden meine ich, der damit auf der ganzen Welt angerichtet wird.

Warum haben diese Finanzmissetäter ein solches Interesse Gold zu manipulieren?

Bei jeder Diskussion der Zukunft des Goldes und des Goldpreises muss man sich über eines im Klaren sein. GOLD IST EIN POLITISCHES METALL. Und zwar aus dem einfachen Grund, weil Gold in seiner historischen Rolle als Geld einfach nicht kompatibel ist mit dem modernen Finanzsystem. Bis zum 15. August 1971 gab es in der Geschichte nie eine Periode, wo keine Währung an das Gold gebunden war.

Die Währungsgeschichte der Welt ist voll von Beispielen von Abwertungen, Münz-verschlechterung und Bankrotten. Aber zu jeder Zeit war es möglich, auf andere Währungen auszuweichen, die durch Gold gedeckt waren. Aber seit 1971 ist dies, wenn man vom Schweizer Franken absieht, nicht mehr möglich.

Alle wirtschaftlichen, monetären und finanziellen Katastrophen der letzten 30 Jahre sind auf dieses eine Ereignis zurückzuführen.

Das heutige Papiergeldsystem ohne Deckung ist noch sehr jung. Es hängt einzig und allein vom Glauben ab, dass die Schulden auf denen es beruht, eines Tages beglichen werden.

Ein einziges, einmaliges Ereignis, dass dieses Vertrauen und damit das Fundament des Finanzsystems erschüttern könnte, ist eine starke Hausse des Goldpreises in Dollars.

Das ist der ganze Grund, weshalb Gold jeden Tag manipuliert wird.

Aber wir wissen aus der Geschichte des Goldpools in den 1960er Jahren, dass man Gold nicht endlos manipulieren kann. Auch damals haben die Zentralbanken versucht, den Goldpreis bei $35 zu knebeln. Am 17. März 1968 ist der Goldpool geplatzt und das ganze schäbige Experiment der Lächerlichkeit preisgegeben worden.

Weil die Regierungen der Welt Tag für Tag am Goldpreis herumpfuschen, ist Gold heute sehr billig.

Wo stehen wir heute? Die Welt in der Krise und im Krieg

  1. Wir befinden uns in einem weltweiten Währungs- und Abwertungskrieg.
  2. Die Reservewährung, der Dollar ist schwach, weil die Finanzlage der USA alarmierend ist. Mehr als $34 Billionen Schulden, $200 Billionen Derivate und etliche $10 Billionen Dollars Verpflichtungen ausserhalb der offiziellen Staatrechnung. (Wenn wir bedenken, dass man 1997 im Falle eines einzelnen Hedge Funds, Long Term Capital Management, mit einer Bilanzsumme von $3 Mrd. Angst hatte, dass die Weltfinanzstruktur einbricht.)
  3. Dramatische Erhöhung der Geldmenge in den USA und weltweit.
  4. Die Börsen sind heute reine Kasinos, zu hoch bewertet und gefährlich. Der Dow Jones Index wird täglich von der Working Group on Financial Markets manipuliert (1987 durch Präsident Reagan gegründet). Es gibt keine freien Märkte mehr. Die Insider steigen aus.
  5. Negative Zinssätze (Inflation höher als Zinsertrag) sind schlecht für Investitionen und Konjunktur.
  6. Defizit zwischen Goldproduktion und Nachfrage  – Zentralbanken haben 1/3 bis 1/2 ihres Goldes ausgeliehen. Das Gold ist weg. Könnte Panik auslösen, wenn die Menschen entdecken, dass Gold die einzige Sicherheit ist und ein grosser Teil des Zentralbankgoldes verkauft ist.
  7. Historisch hoher weltweiter Schuldenberg. Unerträgliche Zinslast für die junge Generation. Kann nicht mehr bezahlt werden. Könnte Panik auslösen oder wird weginflationiert.
  8. Die gegenwärtige Geldverschlechterung ist katastrophal für Lohnempfänger und Pensionierte. Die Mittelklasse wird vernichtet. Weltweit lebt eine Milliarde Menschen in Elendsvierteln. Bald wird jeder dritte Städter in Slums leben. In diesen Gegenden wächst die Bereitschaft zur Radikalisierung. Der Hass wächst.
  9. Die Weltwirtschaft befindet sich in den nächsten 10 Jahren in einer Kondratieff'schen Winterphase. Die Menschheit hat zwar noch immer jede Krise überwunden. Aber mit den gegenwärtigen Mitteln der Geldverschmutzung wird sie diese Krise ohne ganz gravierende Konsequenzen nicht mehr meistern.
  10. Die politische Verwirrung wächst. Geopolitische Lage so schlecht wie noch nie. Allein ein Staatsstreich in Saudi-Arabien könnte verheerende Auswirkungen auf die Ölversorgung und Weltwirtschaft haben.

Lassen Sie mich hier ein Zitat aus dem Jahre 1948 anführen. Es stammt vom US Kongressabgeordneten Howard Buffett. Howard Buffett war der Vater des erfolgreichsten Investors aller Zeiten, Warren Buffett:

"Infolge der wirtschaftlichen Stärke der USA kann es lange dauern, bis das Ende des Papiergeld Experiments erreicht ist. Aber wenn dieser Tag kommt, dann wird unsere dannzumalige Regierung wahrscheinlich finden, dass ein Krieg im Ausland klüger ist als eine Auseinandersetzung im eigenen Land. Dies war auch der Ausweg für die Papiergeldwirtschaft Hitler's und anderer. Wenn die menschliche Freiheit überleben soll, dann gibt es keine wichtigere Herausforderung, als den Kampf um die Wiedereinführung von ehrlichem Geld zu gewinnen, sprich die Wiedereinführung der Goldwährung. Nur so sind wir sicher, dass uns allen die Früchte unserer Arbeit erhalten bleiben."

Das sind die feinen Zusammenhänge zwischen Freiheit, Geld und Geist, Krieg und Frieden und Gold.

Ich glaube, ich habe jetzt genügend Argumente für die Notwendigkeit einer gesunden, stabilen Währung auf Goldbasis geliefert. Es ist der einzige Ausweg: zurück zu ehrlichem Geld, zurück zum Gold Standard.

Oder wie Otto von Habsburg einmal gesagt hat: Ethik und Moral sind auf allen Gebieten noch immer der sicherste Weg (FAZ 12.4.1988) 12)

Zum Schluss lasse ich deshalb noch zwei Herren über die Goldwährung sprechen, deren Weltüberblick über jeden Zweifel erhaben ist:

Der weltbekannte Investmentberater Harry Schultz hat uns eine der besten Definitionen für den Gold Standard gegeben: "Standards: (Gold und andere) 13):

"In den letzten 38 Jahren habe ich es etliche Male geschrieben, und ich möchte es mit Nachdruck erneut vortragen: Ich bin Pro-Gold, unabhängig vom Preis! Ich kämpfe nicht für Gold, um aus Goldaktien, Barren oder Münzen Gewinne einzufahren! Die Bedeutung des Goldes hat gewichtigere Gründe, und es wäre mir peinlich, mich nur aus Gründen des finanziellen Gewinns für Gold einzusetzen. Gold ist der unverzichtbare Dreh- und Ankerpunkt unserer individuellen Freiheit (und nicht der einer Gruppe und Nation). Gold gehört als ein massgebender Faktor zum Geldsystem. Wir müssen zurück zum Gold Standard. Früher war ich noch kompromissbereit, indem ich sagte, dass es ein Quasi-Gold Standard auch richten könnte, sozusagen eine modifizierte Bretton Woods Version. Und so etwas wird sich wahrscheinlich auch herauskristallisieren. Aber meiner Ansicht nach sollten wir für einen reinen Gold Standard kämpfen, für die altmodische Form, denn sie hat funktioniert. Und nicht nur aus finanzpolitischen Beweggründen! Der Gold Standard zwang Nationen, ihre Schulden, ihre Ausgaben und ihre sozialistischen Pläne in Grenzen zu halten. Das bedeutete, dass sich um diese Begrenzungen herum vernünftige Verhaltensgewohnheiten bildeten, und diese Verhaltensgewohnheiten färbten auf jedermann ab. Die Menschen waren ehrlicher, moralischer, anständiger und freundlicher, weil das System ehrlich und moralisch war. Ursache und Wirkung. Heute haben wir Ursache und Wirkung des gegensätzlichen Standards: Keine Grenzen mehr, was Regierungen tun, kontrollieren und diktieren können; keine Grenzen für Staatschulden, Wohlfahrt oder sozialistische Pläne. Es gibt keine kontrollierende Instanz, die die Regierung kontrolliert.

Diese Verhaltensweise färbte auf die Bevölkerung ab und veranlasste sie, Schulden zu machen und den Respekt vor dem System und aller Moral zu verlieren. Die Folge sind mehr Scheidungen, Betrug, Kriminalität, aussereheliche Kinder, zerbrochene Elternhäuser. Wenn das Geld eines Landes seine Basis bzw. Deckung verliert, gibt es keinen Standard für jegliches Verhalten mehr. Geld setzt einen Standard, der sich in jeden Bereich menschlicher Aktivität ausbreitet. Keine Deckung des Papiergeldes  – keine Moral. Deswegen funktionierte Goldmünzengeld so gut, und deshalb bewegten sich die USA nur sehr langsam und vorsichtig in Richtung Papiergeld und behielten längere Zeit die 100%ige Papier-Dollar-Deckung mit Gold bei. Doch ganz langsam, wie beim scheibchenweisen Schneiden einer Salami, wurde diese Deckung in mehreren Stufen beseitigt, bis schliesslich überhaupt keine mehr vorhanden war. Die Auswirkungen dieses Malaise umgeben uns alltäglich.

Brutale Spielfilme reflektieren eine brutale Gesellschaft, und eine solche reflektiert Respektlosigkeit innerhalb der Gesellschaft. Mehr und mehr werden wir verdorben, wenn Geld Sicherheit verliert. Die heutige Aktienmarktblase ist Bestandteil dieser Szene, genau wie der morgige Mega-Crash und die Mega-Rezession es sein werden. "Der Grosse Bruder" wurde erst durch das Fehlen automatischer Kontrollen und den Verlust individueller Freiheit mittels einer nichtkonvertierbaren Währung möglich gemacht. Also, sagen Sie's weiter. Kämpfen Sie für's Gold. Nicht der Profite wegen, obwohl sie nützlich sind und uns beim Kampf für individuelle Freiheit helfen, sondern kämpfen Sie für eine Zukunft, die wieder zu einer gesunden Geisteshaltung auf mannigfaltigen Ebenen zurückführt. Wenn wir einen Gold Standard haben, bekommen wir auch einen goldenen menschlichen Standard! Die beiden sind miteinander untrennbar verflochten. Sie haben allerhöchste Ursache und Wirkung.

General Charles des Gaulle, Präsident von Frankreich, gab seinem Land das grossartigste Geschenk, das er geben konnte: er gab seinem Land das Vertrauen zurück.

Am 4. Februar 1965 liess er wissen:

"Die Zeit ist gekommen das internationale Finanzsystem auf eine unbestrittene Grundlage zu stellen, welche nicht den Stempel irgendeiner speziellen Nation trägt. Auf welche Grundlage? Wahrlich ist es schwer, sich vorzustellen, dass es irgendein anderer Standard ausser Gold sein könnte. Ja, Gold, dessen Eigenschaft sich nie ändert; das keine Nationalität hat und das seit Ewigkeiten und universell als die unveränderliche Währung par excellence angesehen wurde" 14) .

Ich danke Ihnen!

Ferdinand Lips: "Die Goldverschwörung"

Literaturverzeichnis:

  • 1) Lips, Ferdinand, Die Gold-Verschwörung, Rottenburg, Kopp Verlag, 2003
  • 2) Lips, Ferdinand: Das Buch der Geldanlage, Düsseldorf: Econ-Verlag, 1981
  • 3) Palyi, Melchior: Währungen am Scheideweg, Frankfurt am Main, Fritz Knapp Verlag, 1960
  • 4) Mises, Ludwig von: Human Action, New Haven, CT: Yale University Press, 1949
  • 5) Greenspan, Alan: "Gold and Economic Freedom", Capitalism: The Unknown Ideal, Hrsg. Ayn Rand, New York, NY: New American Library, 1967
  • 6) Parks, Lawrence: What does Mr. Greenspan Really Think? New York: Foundation for the Advancement of Monetary Education FAME, 2001
  • 7) Zweig, Stefan: Die Welt von Gestern, Stockholm: Bermann-Fischer Verlag, 1944
  • 8) Warburton, Peter: Debt and Delusion, Middlesex, England: Alan Lane The Penguin Press, 1999
  • 9) Griffin, G. Edward: The Creature From Jekyll Island  – A Second Look at the Federal Reserve System: Westlake Village, California: American Media, 1994
  • 10) Röpke, Wilhelm, Jenseits von Angebot und Nachfrage, Erlenbach/Zürich, Eugen Rentsch Verlag, 1961
  • 11) Lips, Ferdinand: Gold Wars  – The Battle Against Sound Money as Seen From a Swiss Perspective, New York, NY, Foundation for the Advancement of Monetary Education FAME, 2002
  • 12) Habsburg, Otto von: Ethik und Moral des Geldes, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Beilage "Geist und Geld" vom 12. April 1988
  • 13) Lips, Ferdinand, Die Gold-Verschwörung, Rottenburg, Kopp Verlag, 2003
  • 14) Rueff, Jacques, The Monetary Sin of the West, New York, NY, Macmillan, 1972

Politik, Wirtschaft, Wirtschaftskrise, Politik & Wirtschaft, Geld & Dollarkrise, Währungsstabilität, Gold

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