Smartphons für Kleinkinder: Der digitale Schnuller
(Red.) Die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Beziehungsfähigkeit und vor allem die Beziehungsbedürftigkeit des Säuglings und Kleinkindes werden immer bekannter und ernst genommen. Forscher, wie Bowlby, René A. Spitz und Adolf Portmann haben ihre Forschungsergebnisse bereits vor vielen Jahren dargelegt und werden zunehmend von der Fachwelt aufgenommen. Eine breite Aufklärung der Bevölkerung, vor allem bei den jungen Eltern, fehlt allerdings noch weitgehend. So übernehmen wir gerne die Warnungen des Vereins "Verantwortung für die Familie", gegründet von der inzwischen über hundert Jahre alt gewordenen Psychotherapeutin und Autorin* Christa Mewes.(ww)
Smartphones prägen inzwischen nicht nur den Alltag von Jugendlichen, sondern machen sich immer mehr auch auf Wickeltischen, in Kinderwagen und im Laufstall breit:
18 % der Kinder im ersten Lebensjahr konsumieren digitale Medien.
61 % sind es im zweiten,
92 % sind es im dritten Lebensjahr!
Die Bildschirmzeit schon der Zwei- bis Fünfjährigen beträgt in Deutschland 67 Minuten pro Tag. 28 % der Kinder haben mit vier bis fünf Jahren bereits ein eigenes Tablet! (miniKIM-Studie)
Auf Neugeborenenstationen bitten Ärzte junge Mütter, beim Stillen keine Posts auf Social Media abzusetzen. An Buggys lassen sich spezielle Halterungen fürs Handy anbringen, um schon die Kleinsten mit lustigen Videos zu unterhalten. Kita-Erzieherinnen berichten von Kindern, die morgens einschlafen, weil sie am Abend zuvor bis spät gedaddelt haben.
Über Altersgrenzen zur Social-Media-Nutzung wird diskutiert: Was diesbezüglich bereits in den ersten Lebensjahren versäumt wird, findet noch wenig Beachtung.
Dabei geht es um jene Entwicklungsphasen eines Kindes, in der die Grundlagen seines Denkens – aber auch die Weichen zur späteren sozialen Ungleichheit gestellt werden:
Zu keinem Zeitpunkt lernt der Mensch so viel wie am Lebensanfang.
Nie wieder spielen Eltern als Lehrer des Kindes eine so große Rolle.
Was in der Familie verpasst wird, kann die Schule nur mit großer Mühe nachholen!
Bildschirme nehmen dem Kind wertvolle Lernzeit, sorgen für Reizüberflutung, rauben Schlaf und können zu Problemen mit der Kontrolle eigener Gefühle führen. Je mehr Zeit kleine Kinder vor einem Bildschirm verbringen, desto weniger spielen sie. Je mehr Zeit Eltern mit dem Handy beschäftigt sind, desto weniger reden sie mit ihrem Kind.
Mit jeder zusätzlichen Minute Bildschirmzeit hören Kinder weniger Worte von Mutter oder Vater, brabbeln seltener selbst vor sich hin und interagieren weniger mit ihren Eltern. Babys, die häufig flimmernden Bildschirmen ausgesetzt sind, fallen sprachlich zurück und verstehen im Alter von anderthalb Jahren weniger Worte.
Der digitale Schnuller kann das Problem sogar verschlimmern. Denn Kinder, die ohnehin Probleme damit haben, ihre Emotionen in den Griff zu bekommen, werden laut Studien besonders häufig mit dem Handy ruhiggestellt. Das aber macht sie langfristig noch ungeduldiger und reizbarer.
Psychologen, Kinder- und Jugendärzte und Fachgesellschaften raten in einer Leitlinie, Kinder in den ersten drei Lebensjahren von jeglicher passiven und aktiven Nutzung von Bildschirmmedien fernzuhalten.
Je weniger gebildet Eltern sind, desto stärker der Medienkonsum der Kinder. Bei diesen benachteiligten Kindern richtet die Allgegenwart der Geräte jedoch langfristig den größten Schaden an: Statt mehr bekommen sie weniger sprachliche Anregung, statt Ruhe zusätzliche Reize, statt Bindung den Bildschirm. Als "Brandbeschleuniger der Bildungsungleichheit" bezeichnet der leitende Psychologe der Universitätsklinik des Saarlandes Dr. Paulus den frühen Medienkonsum.
Kleinkinder mit einer hohen Bildschirmzeit zeigen eine verminderte Hirnaktivität und können sich noch acht Jahre später schlechter konzentrieren, wie Prof. Evelyn Law mit ihren Mitarbeitern nachwies.
Bildschirmmedien gefährden die Gesundheit Ihres Kindes, warnen Kinderärzte.
Zur vorbeugenden Information kann der Flyer "Risiken & Folgen der Handynutzung von Kindern und Jugendlichen" auch in größerer Stückzahl kostenfrei bei uns bestellt werden.
*Christa Meves wird 101!
Herzlich gratulieren wir der Jubilarin und danken für ihre unschätzbaren präventiven Beiträge an Unterstützung für Kinder und Familien.
In herzlicher Verbundenheit!
Ihr Team von Verantwortung für die Familie e.V.
http://www.vfa-ev.de
Glückliche Kinder sind kein Zufall -
Happy children make better business ® !
Die Buchempfehlung: Christa Meves: Erziehen lernen. Was Eltern und Erzieher wissen sollten.
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Quelle: Verantwortung für die Familie eV. - Mit freundlicher Genehmigung übernommen






























































