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1957 Von Prof. Dr. Adolf Portmann - Aus Informationen des Österreichischen Familienbundes 6. Jahrgang, Wien 1957, 7. Sonderheft
6. Februar 2026

Adolf Portmann: Die Entscheidungen des ersten Lebensjahres


Eine neue Sicht auf die Bedeutung des ersten Lebensjahres, das der Homo sapiens im "Sozialen Uterus" verbringt
Prof. Dr. Adolf Portmann - Bildquelle: baslerstadtbuch.ch

Die gefühlsstarke Zuwendung [des neugeborenen Kindes] ist, wenn sie wirklich ihr Ziel erreichen soll, der entsprechenden Antwort durch die soziale Gruppe [die Familie, insbesondere der Mutter] bedürftig, mag diese Sozialwelt auch nur durch einen einzigen Menschen verkörpert sein. Die Zuwendungskraft des Kindes fordert die Gegenleistung. Die engste Sozialwelt des Kleinkindes ist, wenn sie vollwertig ist, eine reiche Quelle von Förderung. Mehr als das: Dieses soziale Mittun, die Gegenseitigkeit von Gruppe und Kind ist eine notwendige Voraussetzung des Gelingens. Volle Menschlichkeit ist ein soziales Produkt.

1 a portmann die entscheidungen 1st jahr

Wir kennen alle die hilflosen jungen Amseln, die neugeborenen Hunde und Katzen, aber auch den Gegensatz: das Entchen oder Kücken, das Kälbchen, das Pferdefüllen, die alle so früh schon springlebendig sind. Nesthocker und Nestflüchter - damit haben wir zwei extrem verschiedene Geburtszustände genannt, die uns vertraut sind. Wenn man nun den neugeborenen Menschen mit diesen Tierkindern vergleichen soll - was erscheint selbstverständlicher, als daß er zu den Nesthockern gehört!

2 stufen geburtszustand

Stufen des Geburtszustandes:

  1. Nesthockerzustand eines primitiven Säugers; 
  2. extremer Nestflüchterzustand eines hochentwickelten Säugers; 
  3. sekundärer Nesthockerzustand des Menschen. 

Das scheinbar Selbstverständliche zu prüfen, ist eine der Aufgaben der Naturforschung. Sehen wir also unseren Geburtszustand näher an. Gewiß sind wir am Lebensanfang eine Art von Nesthockern. Und doch, wenn wir im einzelnen prüfen, stimmt manches nicht mit dem Nesthockerbild überein, das uns manche Vögel und Säuger bieten. Unsere Augen sind bei der Geburt schon offen, die Sinne wach und bereit, sich mit der Welt auseinanderzusetzen.

Das ist bei keinem der echten Nesthocker so; sie haben alle völlig verschlossene Augenlider, völlig verwachsene Ohröffnungen, ja oft ist sogar die Ohrmuschel nach vorn umgelegt und mit der Haut verwachsen als ein weiterer Schutz für das zarte innere Organ, das in voller Entwicklung ist.

 3 Lidbildung

Der Verschluß der Sinnesorgane in der Entwicklung der Säugetiere bei früher Geburt [Nesthocker] und bei später Geburt [Nestflüchter].

Der Geburtszustand unserer Sinnesorgane entspricht in jeder Hinsicht dem der Nestflüchter unter den Säugetieren! Wenn wir das recht beachten, wird eine andere Einzelheit auf einmal bedeutungsvoll: Im Mutterleib, als wir etwa zwei Monate alt waren, hat jeder von uns ein Stadium durchlaufen, in dem Augen und Ohren durch Zuwachsen der Lider und des Gehörganges genauso verschlossen wurden, als wären wir wirkliche Nesthocker, die sehr früh geboren werden sollten. Das ist der Zustand, in dem wir in die Welt gesetzt würden, wenn wir rechte kleine Säugetiere von jener Art wären, wie junge Igel, Murmeltiere, Eichhörnchen oder Marder es sind. Doch über unser Geschick ist anders verfügt: wir sollen noch recht lange Zeit in der Geborgenheit des Mutterleibes bleiben.

Unsere Sinnesorgane aber verhalten sich so, als wären wir damals, nach dem zweiten Monat, geboren worden und könnten bereits in der Welt draußen Auge und Ohr gebrauchen. Augen und Ohren öffnen sich im Mutterleib   – bei allen höheren Säugetieren. Auch unser Menschenkind tritt schon im fünften Monat in die zweite Etappe seiner Entwicklung ein; es ist auf dem Weg zu einem Geburtszustand, wie er für alle hochentwickelten Säugetiere kennzeichnend ist.

Unser erstes Lebensjahr: Menschliche Eigenart

Wir sind also auf dem besten Weg zum Nestflüchter. Wenn wir uns diesen Umstand vor Augen halten, vermögen wir die Eigenart der menschlichen Entwicklungsweise richtiger zu sehen. Wir wollen darum diese Sonderbildung noch genauer zu erfassen trachten. Dazu hilft uns ein theoretischer Versuch: wir konstruieren auf Grund vieler zoologischer Erfahrungen den Geburtszustand eines Tiermenschen.

Wir können errechnen, wie ein Menschenkind beschaffen sein müßte, wenn es als ein vollwertiges Säugetier zur Welt käme; wir können recht genau bestimmen, wie lange die Entwicklung im Mutterleib dauern müßte, bis dieser erste Tiermensch ausgetragen wäre.

Die Mütter müßten sich freilich auf eine beträchtliche zusätzliche Leistung gefaßt machen: das Menschenkind müßte etwa ein Jahr über die uns zugemessene Zeit im Mutterleib bleiben. Nach insgesamt zwanzig bis zweiundzwanzig Monaten käme es endlich zur Welt, nun aber bereits des Stehens und Gehens fähig, mit einem Gehirn, das bis zur vollen Größe nur noch um ein Drittel seiner Masse zunehmen müßte. Das wäre die echte Nestflüchter-Entwicklung eines vollen Säugetierwesens. Aber so sind wir gerade nicht! Am Modell dieser Tiermenschen-Entwicklung messen wir unsere Eigenart.

Wir kommen viel später zur Welt als ein echter Nesthocker, doch viel früher als ein unserem Säugerrang entsprechender Nestflüchter. Unser ganzes erstes Lebensjahr wird dadurch zu etwas Besonderem, ist menschliche Eigenart. Wir werden ein Jahr früher zur Welt gebracht, als es einer Säugerform mit unserer Wuchsweise und unserer Gehirngröße gemäß wäre.

Auch nach der Geburt: embryonale Wuchsweise

Bedenken wir diese Eigenart unserer Entwicklungsgeschichte, so wird eine Tatsache verständlich und bedeutungsvoll, die seit einem halben Jahrhundert der Forschung bekannt ist, die aber erst heute in einen Zusammenhang eingeordnet werden kann. 1903 hatte der Kinderarzt E. von Lange darauf hingewiesen, daß unsere Wuchsweise im ganzen ersten Jahr nach der Geburt embryonal sei, also verlaufe, als wären wir im Mutterkörper.

Seine Feststellung wurde kaum beachtet. Auch daß der amerikanische Anthropologe R. Scammon 1922 dieselbe Tatsache wieder hervorgehoben hat, ändert nicht viel. Heute aber finden wir in dieser Wuchsweise einen Sinn: Sie ist eines jener Merkmale, die sich nach echter Säugerart entwickeln und nicht nach unserer frühen Geburt richten. Übrigens ist auch unsere Muttermilch in ihrer Zusammensetzung eine echte Nestflüchter-Milch - sehr deutlich anders als die echter Nesthocker.

4 gewichtskurve

Gewichtskurve des Menschen und der Menschenaffen. In der Horizontalen die Jahre, in der Vertikalen das Gewicht in Kilogramm. Das Bild zeigt deutlich die abweichende Wuchsweise des Menschen. [Für den Schimpansen sind zwei verschieden schwere Rassen dargestellt.]

Wollen wir das Besondere der menschlichen Entwicklung möglichst drastisch erfassen, so müssen wir also unsere Ausformung bis zum Ende des ersten Jahres als »embryonal« beurteilen.

Freilich handelt es sich um eine Embryonalzeit, deren Mutterschoß wechselt. Die erste Periode verläuft in der Geborgenheit, im Dunkel, in der Wärme des mütterlichen Leibes - in der zweiten Hälfte aber muß das Heim, die soziale Gruppe Sicherheit, Wärme und Nahrung bieten. Das Zusammensein dieser Gruppe, der Mutter und der Familie, muß jetzt einen neuen, sozialen Mutterschoß schaffen; damit entsteht eine Aufgabe der Gesellschaft, die nicht bedeutungsvoll genug gesehen werden kann.

Der „soziale Mutterschoß"

Ist nun diese Frühgeburt ein sonderbarer Zufall, den wir hinnehmen müßten, ohne dabei mehr zu suchen   – oder vermögen wir in dieser menschlichen Eigenart einen Sinn zu sehen? Ich glaube: ja! Diesen Sinn zu erkennen, ihn in unser Tun hineinzunehmen, ist eine der Forderungen, welche die Forschung über den Menschen heute an uns alle richten muß.

Nehmen wir das Entscheidende vorweg! In das »Erstjahr«, das Jahr, um das wir   – gemessen an Säugetiernormen   – zu früh zur Welt kommen, fallen Geschehnisse, die für das Werden jedes Menschen entscheidend sind: Die Ausbildung des Stehens, des Sprechens und des einsichtigen, denkenden Tuns.

Ich sage absichtlich zurückhaltend: die Ausbildung, nicht: das »Erlernen« oder das »Reifen«. Denn das Besondere der Vorgänge ist ja noch zu prüfen. Diese drei wichtigen menschlichen Eigenschaften formen sich nicht nur gleichzeitig, sie entstehen auch auffällig gleichartig.

Die Anlagen machen sich als erbliche Triebe bemerkbar, aber nicht als fertige, in den Einzelheiten angeborene Weisen des Tuns wie das Gebaren der Säugetiere, sondern als unausgeprägter, offener Drang zum Handeln, zum Aufrichten, zum Formen von Lauten und Tönen. 

Und noch etwas ist bei allen diesen Anlagen gleich: Sie benötigen alle die Hilfe der Mitmenschen, die stete Aufforderung zum Tun, das dauernde Vorbild der Familie, die unablässige Hilfsbereitschaft zum Mit- und Vorsprechen, zum Aufsitzen, Stehen und Gehen, zum richtigen Tun und Denken. 

Die engste Sozialwelt des Kleinkindes ist, wenn sie vollwertig ist, eine reiche Quelle von Förderung. Mehr als das: Dieses soziale Mittun, die Gegenseitigkeit von Gruppe und Kind ist eine notwendige Voraussetzung des Gelingens. Volle Menschlichkeit ist ein soziales Produkt.

Nur in der Gruppe ist der Mensch ganz Mensch.

Das sagt nun nicht, die Gruppe sei das Entscheidende und der Einzelne ein auswechselbares Stück; denn auch die Gruppe ist nur vollwertig human, wenn die einzelnen Individuen eine optimale Ausformung verwirklichen können.

Wir fragten uns, ob die Eigenart unseres Frühzustandes eine zufällige Einzelheit sei oder ob sie in einer tieferen Beziehung verstanden werden könne. Dazu müssen wir noch etwas weiter um uns blicken.

Wenn der Naturforscher ein Entwicklungsstadium   – etwa die Anlage eines Auges oder die des Gehirns oder irgend eines anderen Gliedes - verstehen will, muß er die Bildungsprozesse betrachten, deren Ende und Ziel das sehtüchtige Auge, das voll leistungsfähige Gehirn, kurz das vollwertige, reife Organ ist.

Diese Deutung der Entwicklungszustände vom bekannten Ende her ist dem Naturforscher so selbstverständlich, daß er sehr oft kaum mehr davon spricht. Auch der streng kausal forschende Physiologe und Erbforscher ergründet die ihn interessierende Struktur stets im vollen Wissen darum, daß es sich um die Anlage uns bekannter Endzustände handelt.

Die biologische Forschung arbeitet in diesem größeren Sinnzusammenhang auch dort, wo. sie dies nicht ausdrücklich erwähnt. Seltsamerweise ist aber dieser Sachverhalt öfters in Vergessenheit geraten, wenn es um die Deutung komplizierter entwicklungsgeschichtlicher Sachverhalte geht, wie sie etwa in der Eigenart unseres Wachstums oder unseres Geburtszustandes vorliegen. Wir versuchen deshalb, das eben erwähnte biologische Prinzip auf das Verstehen der Eigenart unseres menschlichen Entwicklungsganges anzuwenden. Welches ist aber in diesem Fall der Reifezustand, der Endzustand, auf den sich eine solche Sinndeutung beziehen kann?

Die menschliche  Daseinsform

Es gehört zu den entscheidenden Wendungen der gegenwärtigen Forschung am Menschen, daß sie die Notwendigkeit erkannt hat, eine umfassende Vorstellung von der menschlichen Daseinsform zu entwickeln, indiese besondere Seinsweise die Eigenart der Entwicklungsvorgänge einzugliedern und deren Deutung zu versuchen. 

Die Darstellung dieser menschlichen Seinsweise darf sich nun freilich nicht auf einen Teil des Menschlichen beschränken, sie muß das Ganze zu sehen trachten. 

Nur die weiteste Auffassung vom Humanen kann das Bezugssystem für die Deutung der Entwicklungstatsachen geben. Versuchen wir also, die entscheidenden Züge dieses Menschenbildes herauszuheben.

Der Mensch, dessen Entwicklungsgang wir in seinen Einzelheiten deuten wollen, erscheint uns als eine Lebensform, die über eine besondere Art des Welterlebens verfügt, über eine innere Struktur der Zuwendung zur Umgebung, die, wie man etwa gesagt hat, weltoffen ist und nicht, wie die meisten tierischen Verhaltensweisen, durch erblich gegebene Schemata, Auslöser und andere Bedeutungsträger fixiert ist. Unsere Weltoffenheit äußert sich auch darin, daß sie einer stetigen Repräsentation des nicht Gegenwärtigen fähig ist. In unseren Vorstellungen wirkt die Vergangenheit wie die Zukunft, in die hinein wir planen, wirken auch die räumlich nicht anwesenden Aspekte, die «Rückseiten» oder «Innenseiten» der Dinge ständig mit.

Diese menschliche Daseinsform ist auch dadurch gekennzeichnet, daß sie, wie wir von keinem Tier kennen, einen Standort der Betrachtung beziehen kann, von dem aus die eigene Seinsweise zum Objekt der Untersuchung wird. Wir können in einem wahren Sinn des Wortes «außer uns» sein, uns selbst gegenübertreten, unsere subjektive Seinsweise zum Objekt der Betrachtung machen. Alle diese Züge des Humanen müssen uns vor Augen stehen, wenn wir die Sonderart der menschlichen Entwicklung deuten und die Forderung, die dieses Heranwachsen und Reifen an die Gemeinschaft stellt, verstehen wollen.

Der Erwerb der Sprache

Vielleicht hilft uns die Betrachtung der Sprache zu einem allgemeineren Verständnis unserer Besonderheit und der für sie unentbehrlichen Entwicklungsform. Unsere Sprache ist ein System konventioneller Zeichen, die nicht durch erbliche Anlage ein für allemal gegeben und verständlich sind, sondern deren Sinn durch Tradition, durch Lernprozesse und Erfahrungen immer wieder für jedes Individuum neu erschlossen werden muß. Bei keinem Tier kommt ein System der Verständigung vor, das voll auf Konvention und Tradition beruht. Auch da, wo Lernprozesse und eine Art Tradition eine Rolle spielen, wie etwa beim Singenlernen mancher Vögel, gliedert sich das Ergebnis dieser Teilvorgänge in ein Grundgefüge von erblichen Verständnisweisen ein.

Vergleichen wir nun mit dem eigenartigen Endzustand unseres Verständigungssystems seine Entstehungsweise in der Einzelentwicklung des Individuums.

Wir beobachten den starken Drang des Säuglings, nach einigen Monaten schon Lautgebilde aller Art zu produzieren, wobei die Wiederholung geratener Gebilde offenbar mit großer Lust betrieben wird. Hier ist ohne Zweifel eine erbliche Anlage am Werke. Während aber die Lautbildung bei den übrigen Säugetieren, die in diesem Fall einigermaßen als vergleichbare Tiergestalten in Frage kommen, zu stereotypen, in ganz bestimmten Situationen angewandten Lauten führt, die keiner Variation fähig sind und auch keine Imitationen zulassen, liefert die erbliche Anlage bei uns ein verfügbares Material, das die Möglichkeiten sämtlicher Menschensprachen enthält. Mit diesen gelallten Bildungen ausgerüstet, kann der menschliche Säugling in jede beliebige Menschensprache hineinwachsen, wenn er vollständig in einen solchen Sonderbereich versetzt wird. Das erste Erzeugnis der menschlichen Erbanlage zur Kommunikation ist eine große Zahl offener Formen als Bildungsmaterial für das Kommende.

Dieses Kommende aber entsteht unter der unerläßlichen Mitwirkung der Gruppe; es formt sich im Individuum als Nachbildung einer vollen, bereits von der Gesellschaft geprägten Sprache. Das Lallen geht nach einiger Zeit, im Mittel noch vor dem Ende des ersten Lebensjahres, in das Nachahmen gehörter Laute der Umgebung über. Sehr rasch wächst sich dieses Nachahmen zur Übernahme des Sprachgutes aus. Noch ist aber die geistige Entwicklung des Kindes außerstande, die Feinheiten der artikulierten Sprache zu erfassen; es braucht Jahre, bis das Kind im Gebrauch der Worte die vollen Möglichkeiten der Erwachsenensprache auszuwerten vermag.

Die Ausbildung dieses Kommunikationsmittels ist aber restlos abhängig von einem vollwertigen Kontakt zwischen Kind und Gruppe. Fehlt es in irgendeiner Weise an diesem Kontakt, so entstehen Schädigungen, die sich nicht allein auf den Spracherwerb erstrecken, sondern sogleich die gesamte Entwicklung des kleinen Wesens auf das tiefste beeinflussen und schädigen.

Wir erleben im Spracherwerb die völlige Eigenart eines humanen Entwicklungsprozesses: die Wirksamkeit starker, aber offener Erbanlagen, die Notwendigkeit eines bereits vorhandenen, zur Übernahme bereiten Vorbildes und die unbedingte Voraussetzung eines vollwertigen sozialen Kontaktes.

Diese eigenartige Kombination hat zur Folge, daß jedes Individuum am Anfang seines Entwicklungsgangs eine völlig einmalige und für jede Generation neue Ausgangssituation antrifft. 

Wie stark auch die ererbten naturgegebenen Voraussetzungen sein mögen   – das Auswirken dieser Anlagen in der individuellen Ontogenese schafft etwas Einmaliges, etwas «Historisches», das in dieser Zeit, an diesem Ort anders ist als zu jeder anderen Zeit, an jedem anderen Orte. 

Vielleicht wird uns dieses Historische deutlicher im Vergleich mit der Entwicklung eines Vogels. Seitdem es Städte gibt, rufen über ihnen im Sommerhimmel die Mauersegler im sausenden Schwalbenflug. Sie nisten in unseren Gemäuern und ziehen hier Jahr für Jahr ihre Brut auf. Ob aber die jungen Segler in einem Bau der Römerzeit, in einem Turm des Mittelalters, im Dachstuhl einer Barockkirche oder in einem modernen Viadukt aufwachsen, das beeinflußt nicht im geringsten ihre Lebensform, die durch das Reifen von erblich vorbereiteten Umweltbeziehungen entsteht und geregelt ist.

Die Veränderungen der Menschenwelt in Werkzeug, Sitte, Sprache und Glauben greifen aber ungemein tief und bestimmend in unseren Entwicklungsgang ein. Wer sich bemüht, die volle Eigenart der Wachstumszeit eines Säuglings und Kleinkindes unserer Tage zu erfassen, wird durch die vielen sich gleichbleibenden Strukturen hindurch auch die Unzahl neuer Einflüsse feststellen.

Die Eigenwelt des Kleinkindes

Noch in einer anderen Weise ist die menschliche Individualentwicklung einmalig. Bevor das gesamte Traditionsgut mit der Macht der Konvention unsere individuelle Ausdrucksweise zu formen beginnt, schafft dieser Einzelne sich mit seinen Wortschöpfungen eine ganz private Eigenwelt: In Ausdrücken, die nur er versteht und die Zusammenhänge ahnen lassen, welche ganz dieser einmaligen eigenen Erlebniswelt angehören. 

Das Welterleben hat für uns alle in dieser Frühzeit einmal Farben, Töne und Düfte, an die wir uns später zuweilen sehnsüchtig erinnern, ohne sie je wieder voll erleben zu können. 

Die Aufnahme des Traditionsgehaltes der Sprache zerstört vieles, ja wohl das meiste dieser Eigenwelt zugunsten der notwendigen Sprachgemeinschaft. Wie vieles im Schaffen der großen Künstler ist wohl bereits in dieser eigensten, bedeutsamsten Phase der Weltgestaltung geformt worden! 

Wer diese erste Zeit der Gestaltung unserer Eigenwelt und ihrer Eingliederung in die Überlieferung der Gruppe bedenkt, der wird gewahr, wie wichtig die Schaffung einer reichen, vollen Erfahrungsmöglichkeit in den ersten Jahren für das Werden eines vollen Menschen ist.

Der Erwerb der aufrechten Haltung

Was wir aber hier für das Übernehmen der Sprache herausgehoben haben, das gilt in gewandelter Form auch für die  andern Eigenheiten des Humanen. Auch beim Erwerb der aufrechten Haltung gegen das Ende des ersten Jahres treffen wir die Erbanlagen am Werke, welche sich in unscharfen Tendenzen äußern: Zum Aufsitzen zunächst, dann zum Aufstehen - Tendenzen, die nicht von sich aus, wie beim Tier, zu normaler menschlicher Haltung ausreifen, sondern der Anregung durch die Gruppe, des Vorbildes der dauernd gegenwärtigen Erwachsenen und auch unablässiger Ermutigung bedürfen. 

Wie sehr der Erwerb der aufrechten Haltung das Ergebnis einer solchen sozialen Zusammenarbeit ist, das weiß jeder, der einmal aufmerksam die Anzeichen der Befriedigung, des Stolzes über das Gelingen beobachtet hat, mit denen das Kind selber in der sozialen Gruppe die Innenseite dieses sozialen Entwicklungsgeschehens zur Schau stellt. 

Wie das normale Stehen nicht vollständig verwirklicht werden kann, wenn wesentliche Anlagen des Individuums abnorm sind, so wird die aufrechte Haltung auch nicht erreicht, wenn das Leben der Gruppe nicht vollwertig ist. 

Haltungsfehler sind daher nicht nur Zeugen innerer Störungen, die dem Anlagematerial angehören, sie sind auch Anzeichen von schweren Mängeln der Eingliederung, und sie können Symptome für das Versagen der Gruppe sein.

Die Ausbildung des einsichtigen Handelns 

Was vom Sprechen und Stehen gesagt ist, kennzeichnet in vollem Ausmaß auch die Ausbildung der dritten unter den großen menschlichen Eigenheiten, des einsichtigen Handelns. 

Es ist kein Zufall, daß dieser wichtige Akt in derselben Zeit einsetzt, da auch die Stehversuche zu gelingen anfangen und die ersten Worte nachgesprochen werden.

Auch hier sind selbstverständlich mächtige ererbte Anlagen des menschlichen Weltverhaltens am Werke. Um aber zu der Besonderheit unseres weltoffenen geistigen Verhaltens zu werden, brauchen sie den Reichtum der Sozialwelt, die Man nigfaltigkeit der Eindrücke, die das Gruppenleben vermittelt. 

Wer sich einmal die Notwendigkeit dieses Zusammenwirkens von offenen Erb anlagen und von Tatsachen des Gruppenlebens intensiv vor Augen gestellt hat, der wird auch erfassen, welche Bedeutung der Vorverlegung unserer Geburt, dem frühen Hineinversetzen des Menschenkindes in eine reiche Sozialwelt zukommt. 

Die Vorstellung des Gegensatzes: Der Monotonie von Lebensbedingungen, wie ein “Menschentier” sie im mütterlichen Uterus in dieser entsprechenden Zeit vorfinden müßte, ist wohl geeignet, die Bedeutung des ersten Lebensjahres vor Augen zu führen.

Die eigenartige Ausformung ererbter Anlagen durch deren Ausprägung im Kontakt mit der Sozialwelt, das also, was ich einmal reifendes Lernen und lernendes Reifen genannt habe, fordert als Voraussetzung für ein  volles Gelingen eine lange Zeit der Übungsmöglichkeit und des allmählichen Erfahrens komplizierterer Beziehungen. 

Erst die Einsicht in diese Notwendigkeit macht es möglich, die außergewöhnliche Verlängerung von Kindheit und Jugend, die den Menschen charakterisiert, als sinnvoll zu verstehen, ohne in die Deutungen zu verfallen, die allgemein von Retardierung sprechen und damit immer - mehr oder weniger ausgesprochen - Störungen des steuernden hormonalen Systems meinen. 

Wir erkennen in dieser ungewöhnlichen Langsamkeit die natürliche Voraussetzung für die ausgesprochene Künstlichkeit unseres ganzen Sozialsystems - wobei wir »Künstlichkeit« im Sinn von Helmut Pleßner als unvermeidlich, als unsere >zweite Natur« verstehen.

In einer solchen umfassenderen Vorstellung vom Menschen und seinem Werden verstehen wir auch die Eingliederung der biologischen Strukturen, durch die eine solche Verlangsamung gesichert wird, als einen erstaunlich planvollen. 

Prozeß der Menschwerdung.

Voraussetzung für ein solches umfassendes Verständnis ist aber eine neue Vorstellung vom Wirken der Erbfaktoren im Menschen und eine entsprechende Einsicht in die Eigenart der hormonalen Steuerungen des humanen Wachstums.

Die besondere Bildungsweise wesentlidier menschlicher Eigenschaften muß ihre Entsprechung im Zusammenwirken von Protoplasma, Erbfaktoren im Zellkern und Umweltfaktoren haben.

Diese Wirkweisen müssen spezifisch, das heißt hier: »Human« sein; das aber erfordert Erbanlagen, die anders eingegliedert sind als bei einer Ausreifung der Organe im Mutterleib. Was die Hormone betrifft, so wissen wir, daß diese steuernden Substanzen weitgehend unspezifisch sind, daß also die Hormone der einen Tierart stellvertretend auch bei andern Arten wirken können, und daß die synthetischen Stoffe, die unsere Biotechnik liefert, die selben Wirkungen ausüben.

Das heißt aber, daß die Hormone als dienende Glieder in Entwicklungsorganisationen eingefügt sind, welche ihrerseits den Ablauf der Ereignisse bestimmen; es heißt, daß diese Ordnung das Spezifischie ist, welches die Zeit bestimmt, zu der die wesentlichen Geschehnisse der Entwicklung eintreten.

Dieser Entwicklungsplan, diese vorbereitende Regelung des individuellen Werdens muß also in ihrer menschlichen Sonderart erfaßt werden. Dieses Spezifische betrifft die Antwort jedes Keimbezirks auf die Hormone, betrifft das Eingreifen der nervösen Zentren in dieses Geschehen, betrifft die noch ganz unbekannte Art, wie sich manche Einflüsse des individuellen Erlebens in diese Vorgänge des Werdens einschalten. 

Nur von dieser Vorstellung aus werden wir die eigenartige menschliche Besonderheit des späten Pubertätswachstums, der hinausgeschobenen Geschlechtsreife in ihrem vollen Sinn erfassen. 

Aber auch die sogenannte ,,Akzeleration" der modernen Jugend, das verfrühte und gesteigerte Wachstum, die vorverlegte Geschlechtsreife, das Klimakterium als humaner Sonderfall werden erst bei solcher Betrachtung in ihrer Bedeutung vielleicht erfaßbar.

 Seelisches und körperliches Gedeihen des Säuglings - eine unteilbare Einheit

Die Einsicht in die Bedeutung des ersten Lebensjahres stellt auch der Erziehung ganz konkrete Probleme. Vor allem zeigt sie, daß die gewissenhafte Verbesserung der hygienischen Bedingungen des Säuglingsalters keineswegs genügt, um die volle Entwicklung zu sichern. 

Auch das raffinierteste Studium der Ernährung, so wichtig sie in jeder Hinsicht sein mag, ist nur ein Glied in einem großen Kreis von Faktoren, welche zusammen wirken müssen, um eine vollwertige Ausformung des Neugeborenen zu garantieren. 

Es ist eine der wichtigsten Entdeckungen der Humanbiologie unserer Zeit, daß sie die außergewöhnliche Rolle des vollwertigen Sozialkontaktes für die Ausformung der menschlichen Eigenart gezeigt hat.

Die Überprüfung der älteren Darstellungen Pfaundlers über Pflegeschäden, die er seinerzeit als »Hospitalitis« beschrieben hat [l 915J, durch R. Spitz und K. Wolf [seit 1947] hat deutlich gezeigt, in welchem Ausmaß das psychische und körperliche Gedeihen des Säuglings im ersten Jahr als eine unteilbare Einheit betrachtet werden muß. 

Die selben Untersuchungen bezeugen auch, daß so ausgesprochen körperliche Eigenheiten der Entwicklung wie etwa die Gewichtskurve von der normalen Ausbildung des Gefühlslebens und des Sozialkontakts abhängig sind.

Das kleine menschliche Wesen wendet in einer Zeit, wo die rationalen, intellektuellen Fähigkeiten erst keimhaft am Werke sind, die ganze Macht seiner intuitiven Möglichkeiten, die ganze Kraft seines Gefühlslebens auf die umgebende Sozialwelt.

Diese gefühlsstarke Zuwendung [des neugeborenen Kindes] ist, wenn sie wirklich ihr Ziel erreichen soll, der entsprechenden Antwort durch die soziale Gruppe [die Familie, insbesondere der Mutter] bedürftig, mag diese Sozialwelt auch nur durch einen einzigen Menschen verkörpert sein. Die Zuwendungskraft des Kindes fordert die Gegenleistung. 

Die Beziehung von Kind und Gruppe ist durchaus vergleichbar der Instinktverschränkung, welche Jungtiere und Eltern zu einer Einheit zusammenbindet, nur daß die verschränkende Struktur dieses überindividuellen Ganzen im Fall des Menschen qualitativ sehr viel reicher sein muß.

Zuwendung in einer »administrativen«, lauen Art, als eine bloße Erledigung mehr oder weniger lästiger Pflichten, wird vorn Kind unfehlbar taxiert und läßt im Gefühlsleben des werdenden Wesens ein Unbefriedigtsein aufkommen, das sich sehr rasch im Verfall der ganzen Entwicklung äußert. 

Was der Säugling in diesen entscheidenden Monaten des ersten Jahres [wie übrigens auch später] braucht, ist eine volle, gefühlsstarke Zuwendung. 

Liebe und vollwertige Eingliederung in die soziale Gruppe sind als Entwicklungsfaktoren erwiesen, von denen eine starke menschenformende Kraft ausgeht und deren Ausbleiben mit Sicherheit Fehlentwicklung zur Folge hat.

Man darf ruhig behaupten, daß Liebe, insbesondere in den ersten Jahren, als ein wägbarer Faktor, als ein Beziehungsglied auftritt, dessen Wirksamkeit sich mit den quantitativen Methoden der modernen Biologie deutlich bestimmen läßt. 

Wir müssen diese Tatsachen betonen, weil im Zeitalter des Wägens und Messens die Gefahr immer größer wird, daß zwar die Anteile von Fruchtsäften und Milch sorgfältig bestimmt werden, daß man es aber mit der rechten Zuteilung der Zärtlichkeit, mit der »Zufuhr« von Geborgenheit, mit dem Anteil an echter Liebe nicht so genau nimmt.

Daß das Ausformen des Lächelns, dieses rätselhaften und wundervollen ersten Sozialkontaktes, ein anderes untrügliches Zeichen, aber auch eine unabdingbare Forderung des sozialen Kontaktes ist, das müßte Gegenstand einer besonderen Darstellung sein. 

Ganzes Wissen um den Menschen

Wir haben das eigenartige humane Erstjahr als die Zeit des sozialen Mutterschoßes bezeichnet, um im tiefsten Ernst die Rolle der Gruppe als eines zweiten, besonderen Uterus herauszuheben. So wie der Mutterleib durch gewaltige unbewußte Ordnungsweisen das Werden in der Frühzeit sichert, so muß eine ebenso bedeutungsvolle Entwicklungsarbeit nach der Geburt von der Gruppe geleistet werden. 

Aber dieser soziale Mutterschoß arbeitet nicht mit der gleichen Sicherheit wie der Mutterleib, denn nur gering sind die erblich gesicherten instinktiven Ordnungen, die uns sagen, was alles zu tun ist, urn die rechte Entwicklung zu garantieren.

Wirkliche Einsicht in die Bedingungen unseres Aufwachsens muß die fehlenden instinktiven Gewißheiten der tierischen Brutpflege ersetzen. Dies gilt erst recht in einer Zeit, wo die ursprünglicheren Formen des Familienlebens durch die modernen Arbeitsweisen gelockert oder fast ganz aufgehoben sind.

Die Orientierung aber, welche die bei uns Menschen so dürftigen ererbten Instinkte ersetzen muß, darf sich nicht auf ein paar Einzelheiten des Stoffwechsels und auf Regeln der Hygiene beschränken. 

Das ganze Wissen um das, was der Mensch eigentlich ist, muß am Werke sein, wenn die Bedeutung der Gruppe für das Werden eines vollen Menschen gesehen werden soll. Nicht umsonst hat uns ja die Betrachtung unseres Geburtszustandes, der Vergleich von Nesthockern und Nestflüchtern zu einer Besinnung auf die weiteren Wesenszüge des menschlichen Daseins geführt.

Der neugeborene Mensch liegt als einziges Säugerkind auf dem Rücken, Augen und Hände der Welt zugewandt, mit der er sich auseinandersetzen soll. Er blickt als einziges dieser Säugerkinder an der Brust liegend zum Gesicht der Mutter hin; mit der Milch nimmt er auch die wesentlichen Eindrücke auf, welche seine in offener Form erblich vorgebildete Sozialwelt prägen. 

Wer einmal begonnen hat, die vielen Eigenheiten unseres Geburtszustandes zu ergründen und zu bedenken, der wird auch die Rolle der Gesellschaft für die Ausformung jedes neuen Gliedes einer Menschengruppe in ihrer Größe und Verantwortung tiefer erfassen.


Adolf Portmann, geb. 27.5.1897 Basel, gest. 28.6.1982 Binningen, ref., ab 1926 konfessionslos, von Basel. Sohn des Adolf, Angestellten der Basler Verkehrsbetriebe, und der Elisabeth geb. Rohr. ? 1931 Geneviève Devillers, Französin. Biologiestud. in Basel, 1921 Promotion, 1926 Habilitation. 1923-31 Assistent, dank der Unterstützung eines privaten Gönners zahlreiche Forschungsaufenthalte in Deutschland und Frankreich. 1931 ao., 1933 o. Prof. für Zoologie, 1931-68 Direktor des Zoolog. Instituts der Univ. Basel, 1947 Rektor. 1962-69 Präs. der Schweiz. Hochschulrektorenkonferenz. 1948-53 Präs. der International Association of University Professors. P.s Arbeitsgebiet war zunächst die Morphologie und Entwicklungsgeschichte, ab 1937 verstärkt die Hirnausbildung und Anthropologie. Er propagierte eine Weltsicht, die das naturwissenschaftl.-mathemat. Denken mit der Ebene von Musik, Dichtung und Religiosität verband. Seine biolog.-anthropolog. Erkenntnisse wurden von der philosoph. Anthropologie rezipiert. Politisch der SP nahestehend, engagierte sich P. aktiv in der Volksbildung, u.a. in zahlreichen Radiovorträgen. 1938-64 präsidierte er die Basler Volkshochschule. Nach 1945 wurde P. von den franz. Besatzungsbehörden beim Wiederaufbau der südwestdt. Universitäten als Berater beigezogen. 1964-81 Präs. der Hermann Hesse-Stiftung in Bern, 1970 Gründer und bis 1975 Präs. der Stiftung Schweizer Jugend forscht. Zahlreiche Ehrungen, u.a vier Ehrendoktorate. Quelle: Wichers, Hermann: Adolf Portmann, In: Historisches Lexikon der Schweiz. Online unter: www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D28915.php (Stand: 16.11.2010). 


Aus Informationen des Österreichischen Familienbundes  6. Jahrgang, Wien 1957, 7. Sonderheft

UNIV.-PROF. Dr. Adolf Portmann (Basel)

DIE ENTSCHEIDUNGEN DES ERSTEN LEBENSJAHRES

6. Jahrgang Wien 1957 Nr. 21

Adolf Portmann, der bekannte Schweizer Biologe, schrieb diesen Aufsatz für die Zeitschrift „Hochland" (49. Jhrg., Erstes Heft, Okt. 1956). 

Wir danken dem Kösel-Verlag für die Erlaubnis des Nachdrucks. Die Zwischentitel und Hervorhebungen wurden von uns hinzugefügt. 

Die Schriftleitung. Herausgeber,·Eigentümer und Verleger: österreichischer Familienbund. 

Verantwortlicher Redakteur: Dr. Helmut Schwab. Beide Wien, VII., Mariahilfer Straße 24.