Trumps Kriegserklärung

Paul Craig Roberts* - 20.1.2017

Präsident Trumps kurze Antrittsrede war eine Kriegserklärung gegen das gesamte vorherrschende Establishment in Amerika. Jedes Wort davon.

Trump machte es mehr als klar, dass Amerikas Feinde direkt hier zu Hause sitzen: Globalisierer, neoliberale Wirtschaftswissenschaftler, Neo-Konservative und andere Unilaterale1) , die daran gewöhnt sind, die USA der Welt aufzudrängen und uns in endlose und teure Kriege zu verwickeln; Politiker, die eher dem herrschenden Establishment (der herrschenden politischen Klasse) dienen als dem amerikanischen Volk, ja, das gesamte Schutzdach der Interessen von Privatleuten, die Amerika zugrunde gerichtet haben und selber dabei reich geworden sind.

Um die Wahrheit zu sagen: Präsident Trump hat einen Krieg erklärt, der viel gefährlicher für ihn selbst ist als ein Krieg gegen Russland oder China.

Die Interessengruppen, die Trump als 'Der Feind' eingestuft hat, sind gesellschaftlich fest verankert und daran gewöhnt, Verantwortung zu tragen. Ihre mächtigen Netzwerke sind alle noch intakt. Obwohl die Republikaner die Mehrheit im Parlament und im Senat haben, sind die meisten Kongressmitglieder den herrschenden Interessengruppen, die ihre Wahlkämpfe finanziell unterstützen, zur Rechenschaft verpflichtet und nicht dem amerikanischen Volk oder dem Präsidenten. Der militärisch-industrielle Komplex2), die im Ausland produzierenden Unternehmen („offshoring corporations“), die Wall Street und die Banken werden Trump nicht einfach weichen. Genau so wenig wie die unseriösen, sich andienenden Medien3) , die den Interessengruppen gehören, deren Macht Trump angreift.

Trump hat es sehr klar gemacht, dass er für jeden Amerikaner steht, schwarz, braun oder weiß. Kein Zweifel, dass seine Erklärung, für jeden Amerikaner einzustehen, von seinen linken Hassern ignoriert werden wird, die ihn weiterhin einen Rassisten nennen werden , genauso wie die Menschen, die gerade jetzt, da ich dieses schreibe, für 50 Dollar die Stunde gegen Trump protestieren.

Tatsächlich werden z.B schwarze Führungskräfte durch die Enkulturation5) automatisch diskriminiert und in eine Rolle gedrängt, die sie kaum abstreifen können. Wie kann man Menschen zusammen bringen, denen ihr gesamtes Leben lang beigebracht worden ist, dass die Weißen Rassisten und sie selber die Opfer dieser Rassisten sind?

Ist das machbar? Ich war gerade in einer Sendung von Press TV, in der wir eine Analyse von Trumps Antrittsrede geben sollten. Der andere Kommentator war ein schwarzer Amerikaner aus Washington DC. Trumps Nichtausgrenzungs-Rede machte keinen Eindruck auf ihn, und der Talkmaster war nur daran interessiert, die angeheuerten Protestler zu zeigen, um Amerika in Verruf zu bringen. So viele Menschen haben ein wirtschaftliches Interesse daran, sich für Opfer einzusetzen, dass Inklusion sie ihrer Aufgaben und Ziele berauben würde.

Zusammen mit den Gobalisierern, der CIA, den im Ausland produzierenden Unternehmen, der Rüstungsindustrie, dem NATO-Establishment in Europa und den ausländischen Politikern, die gut dafür bezahlt werden, dass sie die interventionistische Außenpolitik Washingtons unterstützen, wird Trump also die Folgenden gegen sich aufgestellt sehen: die Anführer der diskriminierten Ethnien, die Schwarzen, die Hispano-Amerikaner, die Feministen/innen, die Illegalen, die Homosexuellen und die Transsexuellen. Diese lange Liste schließt natürlich auch die weißen Liberalen ein, die davon überzeugt sind, das die USA zwischen Ost- und Westküste der Lebensraum der weißen Rassisten, der Frauenfeinde, der Homophoben und der Schusswaffenfanatiker ist. Wenn es nach ihnen ginge, gehörten 84% der geographischen USA in Quarantäne oder ins Gefängnis.

Mit anderen Worten: Gibt es noch genug guten Willen, um es dem Präsidenten zu ermöglichen, die 16% Amerika-Hasser mit den 84% Amerika-Liebhabern zu vereinigen? (http://brilliantmaps.com/2016-county-election-map/)

Betrachten Sie die Kräfte, die Trump gegen sich hat:

Schwarze und hispanische Anführer brauchen die Diskriminierung, weil sie es ist, die ihnen die Macht und das Einkommen bringt. Sie werden misstrauisch auf Trumps Einschließlichkeits-Politik blicken. Inklusion ist gut für Schwarze und Hispano-Amerikaner aber nicht für ihre Anführer.

Die Manager und Aktionäre der globalen Unternehmen sind reich geworden durch ins Ausland ausgelagerte Arbeitsplätze, von denen Trump sagt, er wolle sie heim holen. Wenn diese Arbeitsplätze heim kommen, werden die Profite, die Leistungsprämien und Kapitalgewinne der Führungskräfte schwinden. Aber die wirtschaftliche Sicherheit der amerikanischen Bevölkerung wird zurückkehren.

Der militärisch-industrielle Komplex hat ein jährliches Budget von 1000 Milliarden Dollar, das von der 'russischen Bedrohung' abhängt, von der Trump sagt, dass er sie ersetzen will durch normalisierte Beziehungen. Trumps Ermordung kann nicht ausgeschlossen werden.

Viele Europäer verdanken ihr Prestige, ihre Macht und ihr Einkommen der NATO, die Trump in Frage gestellt hat.

Die Profite des finanziellen Sektors stammen fast alle aus der Schuldknechtschaft, in die Amerikaner getrieben werden, und der Plünderung ihrer privaten und öffentlichen Pensionen. Mit seinem Vertreter, der US Notenbank, kann der finanzielle Sektor Trump mit einer finanziellen Krise in die Knie zwingen. Die New Yorker US Notenbank ist vollkommen handlungsfähig und -befugt. Sie kann jeden Markt in Aufruhr versetzen, aber auch jeden Markt stützen, weil es für sie keine Beschränkung gibt, US-Dollars zu drucken.

Das gesamte politische Gebäude in den USA hat sich abgekapselt von dem Willen, den Wünschen und Bedürfnissen des Volks. In dieser Situation sagt Trump, dass die Politiker für das Volk verantwortlich seien. Das würde natürlich bedeuten, dass sich die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze, ihr Einkommen und ihr Vermögen enorm verringern werden.

Es gibt eine große Anzahl von Gruppen, die von Unbekannt finanziert werden. Zum Beispiel hat Roots Action heute auf Trumps kraftvolle Absichtserklärung, für alle Menschen einzustehen, die gegen das herrschende Establishment sind, mit der Forderung geantwortet, „den Kongress zu bitten, den Justizausschuss des Repräsentantenhauses anzuweisen, eine Untersuchung für ein Amtsenthebungsverfahren zu eröffnen“ und Geld für Trumps Amtsenthebung bereit zu stellen.

Eine andere Gruppe von Trump-Hassern, Menschenrechte zuerst, greifen Trumps Politik der Verteidigung unserer Grenzen an, indem sie sagen, damit würde ein Zufluchtsort der Hoffnung für Verfolgte abgeriegelt werden. Denken Sie einmal eine Minute lang über diese Aussage nach. Laut der liberal-progressiven Linken und der Verbände von rassischen Interessengruppen sind die USA eine rassistische Gesellschaft und ist Präsident Trump ein Rassist. Dennoch fliehen Menschen, die Ziele des amerikanischen Rassismus sind, vor Verfolgung nach Amerika, wo sie aufgrund ihrer Rasse verfolgt werden? Das ergibt keinen Sinn. Fragen Sie den Reinigungs-Service in Urlaubsgebieten.

Die Liste derer, denen Trump den Krieg erklärt hat, ist lang genug, obwohl noch mehr hinzugefügt werden können.

Wir sollten uns fragen, warum ein 70jähriger Milliardär mit blühenden Unternehmen, einer schönen Frau und intelligenten Kindern willens ist, seine letzten Lebensjahre dem außerordentlichen Stress des Präsidentenamts zu widmen mit dem aufreibenden Programm, die Regierungsgewalt wieder in die Hände des amerikanischen Volks zu legen. Es gibt keinen Zweifel daran, dass Trump sich zum Ziel von Attentätern gemacht hat. Die CIA hat nicht vor aufzugeben und zu verschwinden. Warum sollte eine Person wie Trump die große Restauration Amerikas auf sich nehmen, wenn er stattdessen seine verbleibenden Lebensjahre damit verbringen könnte sich wunderbar zu vergnügen?

Was auch immer der Grund ist, sollten wir dankbar dafür sein, und wenn er es ernst meint, müssen wir ihn unterstützen. Wenn er ermordet wird, müssen wir unsere Waffen ..... (Roberts Lösungsvorschlag für diesen Fall lehnen wir strikt ab und haben ihn deshalb nicht übersetzt).

Wenn Trump erfolgreich ist, verdient er den Namen: Trump, der Große!

Russland, China, Iran, Venezuela, Ecuador, Bolivien und jedes andere Land auf der Abschussliste der CIA sollte begreifen, dass Trumps Aufstieg ein unzureichender Schutz ist. Die CIA ist eine weltumfassende Organisation. Ihre einträglichen Geschäfte sorgen für Einnahmen, die unabhängig sind vom US-Haushalt. Die Organisation ist in der Lage, unabhängig vom Präsidenten und sogar von ihrem eigenen Direktor, Operationen in Gang zu setzen.

Die CIA hatte 70 Jahre Zeit gehabt, um sich zu verschanzen. Sie ist noch da.

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1) Politiker, die nur im eigenen Interesse ihres Staates oder ihrer Partei handeln ohne Rücksicht auf die Interessen anderer.
2) Der Begriff militärisch-industrieller Komplex (MIK) wird in gesellschaftskritischen Analysen zur Beschreibung der engen Zusammenarbeit und der gegenseitigen Beziehungen zwischen Politikern, Vertretern des Militärs sowie Vertretern der Rüstungsindustrie verwendet. In den USA gelten Denkfabriken, wie zum Beispiel PNAC, als mögliche weitere involvierte Interessengruppe, während in Russland 2012 ein Verteidigungsminister zurücktreten musste, weil er versucht hatte, die Allmacht des Komplexes einzuschränken.(Wikipedia)
3) 'the presstitute media'  – die Medien der sich prostituierenden Presse
4) Langley ist ein Ort im gemeindefreien Gebiet des Fairfax County. … Heutzutage ist Langley nicht viel mehr als ein Vorort von Washington D.C.
Bekannt ist der Ort als Sitz der CIA, des Auslandsgeheimdienstes der USA, weshalb der Name metonymisch für CIA gebraucht wird. (Wikipedia)
5) Unter Enkulturation, einem Lehnwort aus dem Englischen („in eine Kultur einbinden“), versteht man den Teil des Sozialisationsprozesses, der das unmerkliche Hereinwachsen in die jeweilige eigene Kultur vom zunächst neutralen und kulturfreien Neugeborenen bis hin zum kulturell integrierten Erwachsenen bewirkt. Enkulturation beinhaltet die automatische, nicht durch intentionale Erziehung gesteuerte Verinnerlichung einer Kultur und das bewusste geplante Hineinwachsen in Form der Erziehung als Enkulturationshilfe .... (Wikipedea)
Der Begriff soll nicht gleichgesetzt werden mit dem der Sozialisation.
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*Dr. Paul Craig Roberts war stellvertretender Finanzminister für Wirtschaftspolitik („Assistant Secretary of the Treasury for Economic Policy“) und Mitherausgeber des Wall Street Journal. Er war Kolumnist für Business Week, Scripps Howard News Service und Creators Syndicate. Er ist von vielen Universitäten zu Vorträgen (oder Lehraufträgen?) eingeladen worden. Seine Internet-Kolumnen haben eine weltweite Anhängerschaft erreicht. Roberts neueste Bücher sind: The Failure of Laissez Faire Capitalism and Economic Dissolution of the West (Das Scheitern des Laissez Faire-Kapitalimus und die wirtschaftliche Auflösung des Westens), How America Was Lost (Wie Amerika verloren ging) und The Neoconservative Threat to World Order ( Die neokonservative Bedrohung der Weltordnung).

(Übersetzung aus der englischen Originalfassung: seniora.org)
Quelle: http://www.paulcraigroberts.org/2017/01/20/trumps-declaration-war/

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Trump’s Declaration of War

January 20, 2017 | Categories: Articles & Columns | Tags: |  Print This Article

Trump’s Declaration of War

Paul Craig Roberts

President Trump’s brief inaugural speech was a declaration of war against the entirety of the American Ruling Establishment. All of it.

Trump made it abundantly clear that Americans’ enemies are right here at home: globalists, neoliberal economists, neoconservatives and other unilateralists accustomed to imposing the US on the world and involving us in endless and expensive wars, politicians who serve the Ruling Establishment rather than the American people, indeed, the entire canopy of private interests that have run America into the ground while getting rich in the process.

If truth can be said, President Trump has declared a war far more dangerous to himself than if he had declared war against Russia or China.

The interest groups designated by Trump as The Enemy are well entrenched and accustomed to being in charge. Their powerful networks are still in place. Although there are Republican majorities in the House and Senate, most of those in Congress are answerable to the ruling interest groups that provide their campaign funds and not to the American people or to the President. The military/security complex, offshoring corporations, Wall Street and the banks are not going to roll over for Trump. And neither is the presstitute media, which is owned by the interest groups whose power Trump challenges.

Trump made it clear that he stands for every American, black, brown, and white. Little doubt his declaration of inclusiveness will be ignored by the haters on the left who will continue to call him a racist just as the $50 per hour paid protesters are doing as I write.

Indeed, black leadership, for example, is enculturated into the victimization role from which it would be hard for them to escape. How do you pull together people who all their lives have been taught that whites are racists and that they are the victims of racists?

Can it be done? I was just on a program briefly with Press TV in which we were supposed to provide analysis of Trump’s inaugural speech. The other commentator was a black American in Washington, DC. Trump’s inclusiveness speech made no impression on him, and the show host was only interested in showing the hired protesters as a way of discrediting America. So many people have an economic interest in speaking in behalf of victims that inclusiveness puts them out of jobs and causes.

So along with the globalists, the CIA, the offshoring corporations, the armaments industries, the NATO establishment in Europe, and foreign politicians accustomed to being well paid for supporting Washington’s interventionist foreign policy, Trump will have arrayed against him the leaders of the victimized peoples, the blacks, the hispanics, the feminists, the illegals, the homosexuals and transgendered. This long list, of course, includes the white liberals as well, as they are convinced that flyover America is the habitat of white racists, misogynists, homophobes, and gun nuts. As far as they are concerned, this 84% of geographical US should be quarantined or interred.

In other words, does enough good will remain in the population to enable a President to unite the 16% America haters with the 84% America lovers? http://brilliantmaps.com/2016-county-election-map/

Consider the forces that Trump has against him:

Black and hispanic leaders need victimization, because it is what elevates them to power and income. They will turn a jaundiced eye toward Trump’s inclusiveness. Inclusiveness is good for blacks and hispanics, but not for their leaders.

The executives and shareholders of global corporations are enriched by the offshored jobs that Trump says he will bring home. If the jobs come home, their profits, performance bonuses, and capital gains will go away. But the economic security of the American population will return.

The military/security complex has a 1,000 billion annual budget dependent on “the Russian threat” that Trump says he is going to replace with normalized relations. Trump’s assassination cannot be ruled out.

Many Europeans owe their prestige, power, and incomes to the NATO that Trump has called into question.

The financial sector’s profits almost entirely flow from putting Americans into debt bondage and from looting their private and public pensions. The financial sector with their agent, the Federal Reserve, can overwhelm Trump with financial crisis. The New York Federal Reserve Bank has a complete trading desk. It can send any market into turmoil. Or support any market, because there is no limit on its ability to create US dollars.

The entire political edifice in the US has insulated itself from the will, desires, and needs of the people. Now Trump says the politicians will be accountable to the people. This, of course, would mean a big drop in their security in office and in their income and wealth.

There are a large number of groups, funded by we-know-not-who. For example, RootsAction has responded today to Trump’s forceful commitment to stand for all of the people against the Ruling Establishment with a request to “ask Congress to direct the House Judiciary Committee to open an impeachment investigation” and to send money for Trump’s impeachment.

Another hate group, human rights first, attacks Trump’s defense of our borders as closing “a refuge of hope for those fleeing persecution.” Think about this for a minute. According to the liberal-progressive-left and the racial interest group organizations, the US is a racist society and President Trump is a racist. Yet, people subject to American racism are fleeing from persecution to America where they will be racially persecuted? It doesn’t make sense. The illegals come here for work. Ask the construction companies. Ask the chicken and animal slaughter houses. Ask the vacation area cleaning services.

This list of those on whom Trump has declared war is long enough, although there are more that can be added.

We should ask ourselves why a 70 year old billionaire with flourishing businesses, a beautiful wife, and intelligent children is willing to give his final years to the extraordinary stress of being President with the stressful agenda of putting the government back in the hands of the American people. There is no doubt that Trump has made himself a target of assassination. The CIA is not going to give up and go away. Why would a person take on the grand restoration of America that Trump has declared when he could instead spend his remaining years enjoying himself immensely?

Whatever the reason, we should be grateful for it, and if he is sincere we must support him. If he is assassinated, we need to take up our weapons, burn Langley to the ground and kill every one of them.

If he succeeds, he deserves the designation: Trump the Great!

Russia, China, Iran, Venezuela, Ecuador, Bolivia, and any other country on the CIA’s hit list should undersand that Trump’s rise is insufficient protection. The CIA is a worldwide organization. Its profitable businesses provide income independent of the US budget. The organization is capable of undertaking operations independently of the President or even of its own Director.

The CIA has had about 70 years to entrench itself. It has not gone away.