Seniora.org - Studie

ADHS Forschung zeigt: es gibt keine spezifischen Gene

Die Konferenz ADHS kritisiert die Behauptung, ADHS sei primär genetisch bedingt.
Pressemitteilung vom 18. Februar 2019
Neue Forschungsergebnisse aus der Epi- und Molekulargenetik weisen auf komplexe Wechselwirkungen mit starken psychosozialen Kontexteffekten hin.

Cannabis Sativa – Kiffen macht langfristig dumm

Kiffen ist nicht nur schädlich für die Gesundheit. Eine Langzeitstudie über fast 40 Jahre aus den USA zeigt: Cannabis-Konsum lässt den IQ unwiderruflich schrumpfen  – besonders bei Jugendlichen.

Washington/BerlinCannabis zu rauchen macht nach einer US-Studie dumm  – vor allem junge Menschen. Forscher um Madeline Meier von der Duke University in Durham (Bundesstaat North Carolina) fanden in einer fast 40 Jahre andauernden Studie heraus, dass Hanfkonsum das zentrale Nervensystem unwiderruflich schädigen und den Intelligenzquotienten (IQ) senken kann. Das berichten sie im US- Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences"

(„Pnas" siehe: http://www.pnas.org/content/early/2012/08/22/1206820109/suppl/DCSupplemental).

Cannabis-Legalisierung – wer profitiert davon?

«Zum Zweck der Legalisierung wurde Marihuana gezielt verharmlost, und einige wenige machen damit ein Milliardengeschäft.»
von Prof. Dr. med. Jürg Barben, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, speziell Lungenerkrankungen
Zeit-Fragen Nr. 2 v. 15. Januar 2019
Vor 40 Jahren kaum denkbar und heute Realität: Während Marihuana in den USA auf Bundesebene immer noch als illegale Droge eingestuft wird, haben 30 US-amerikanische Staaten Cannabis für medizinische Zwecke zugelassen, und 10 US-Staaten haben Cannabis für den Freizeitkonsum freigegeben.1 Nach Uruguay (2014) hat nun Kanada als zweites Land angekündigt, Cannabis für den Freizeitgebrauch zu legalisieren.2 Und dies, obwohl die nachteiligen Wirkungen von Cannabis auf den Menschen in der medizinischen Fachwelt seit Jahren bekannt sind und der medizinische Nutzen gering ist.3-7­ Seit Mitte 2016 sind Marihuanaprodukte mit einem THC-Gehalt von unter 1 % auch in der Schweiz legal erhältlich. In der Schweiz sind bereits 580 Firmen in das Geschäft mit legalem Hanf eingestiegen, und der Boom hat 2017 erstmals 15 Millionen Franken in die Staatskasse gespült.8

Der Propaganda-Multiplikator

Es ist einer der wichtigsten Aspekte unseres Mediensystems  – und dennoch in der Öffentlichkeit nahezu unbekannt: Der größte Teil der internationalen Nachrichten in all unseren Medien stammt von nur vier globalen Nachrichtenagenturen aus New York, London, Paris und Berlin.

Als Folge davon berichten westliche Medien zumeist über die gleichen Themen und verwenden dabei sogar oftmals dieselben Formulierungen. Zudem nutzen Regierungen, Militärs und Geheimdienste die globalen Agenturen als Multiplikator für die weltweite Verbreitung ihrer Botschaften. Die transatlantische Vernetzung unserer Medien stellt dabei sicher, dass die gewünschte Sichtweise kaum hinterfragt wird.

propaganda multiplikator1

Eine Fallstudie zur Syrien-Berichterstattung von je drei führenden Tageszeitungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz illustriert diese Effekte deutlich: 78% aller Artikel basieren ganz oder teilweise auf Agenturmeldungen, jedoch 0% auf investigativer Recherche. Zudem sind 82% aller Kommentare und Interviews USA/NATO-freundlich, während Propaganda ausschließlich auf der Gegenseite verortet wird.

(Hinweis an Medien und Blogs: Bei Interesse an der Studie bitte auf diese Seite verlinken. Obige Zusammenfassung und einzelne Zitate können übernommen werden.)

Quelle: Swiss Propaganda Research
https://swisspropaganda.wordpress.com/der-propaganda-multiplikator/

Die Familie als Schule des Lebens

von Sonja van Biezen, Psychologin
In der psychologischen Praxis begegnen uns immer häufiger Mütter, die nach einer Geburt von starken Gefühlen der Bedeutungslosigkeit überfallen werden. Das Gefühl, «nur Mutter» zu sein, belastet den seelischen Haushalt vieler junger Frauen. Da beide Elternteile meist in Arbeitsprozesse eingebunden sind, wird die Erziehungsaufgabe zunehmend nichtfamiliären Einrichtungen wie Kindertagesstätten übertragen. Der traditionelle Familienverbund befindet sich im Wandel und scheint dadurch an Bedeutung zu verlieren.

Die Familie als Fundament unserer Gesellschaft

Aus den Forschungen der vergleichenden Kulturanthropologie wissen wir, dass es in allen Kulturen fest regulierte Verwandtschaftssysteme gibt, deren Zentrum die Familie  – die sogenannte «Kernfamilie»  – bildet. Sie besteht aus der engen Bindung der Eltern zueinander und zu ihren Kindern. Bei aller Unterschiedlichkeit  – seien es Klein- oder Grossfamilien, Sippen oder Clans  – findet sich die Kernfamilie in allen Kulturen als gründende Einheit des Zusammenlebens. In einer Familie aufzuwachsen bedeutet, in den ersten Lebensjahren in der intensiven Beziehung zu Mutter und Vater positive gefühlsmässige Erfahrungen zu machen und ein Urvertrauen zu den Mitmenschen zu entwickeln, das den Grundstein für alle Beziehungen des zukünftigen Lebens bildet.

Quelle: Zeit-Fragen
https://www.zeit-fragen.ch/de/ausgaben/2017/nr-32-19-dezember-2017/die-familie-als-schule-des-lebens.html

Die heimliche Privatisierung des öffentlichen Bildungswesens

von Renate Caesar, Dipl.-Pädagogin und Gymn.-Lehrerin
Seit Jahren wehren sich Menschen in vielen europäischen Ländern gegen die immer stürmischer anrollenden Wellen von Schulreformen, die nicht jeweils notwendige Erneuerungen in Teilbereichen beabsichtigen, sondern tief in das jeweilige Bildungssystem eingreifen, um Strukturen, Inhalte, Ziele, mit einem Wort: einfach alles umzustürzen.

Beispiele sind der Lehrplan 21 in der Schweiz und die Bildungsreform 2015 in Baden-Württemberg. Der Widerstand, der sich formiert, wird nicht nur von Lehrern und Eltern getragen, sondern auch zunehmend von Wissenschaftlern, Historikern, Literatur- und Sprachwissenschaftlern und Lehrplanforschern. Was alle eint in ihrer Kritik, ist die Tatsache, dass die angestrebten  – und zum Teil leider schon umgesetzten  – Veränderungen keinerlei pädagogischen, didaktischen oder wissenschaftlichen Sinn ergeben.

Wie soll sich zum Beispiel das Lernen einer Fremdsprache verbessern, wenn das Sprachlernen, die «kommunikative Kompetenz», von der alle diese Reformen gern reden, in Hunderte von Einzelkompetenzen aufgeteilt ist, die der Schüler abarbeiten soll und den Lernerfolg dann in abzuhakenden Tests beweisen soll? (siehe Entwurf des Bildungsplans Englisch für die Förderstufe in Baden-Württemberg) Sprachlernen ist ja ein organisches Ganzes, der Schüler muss mit einem sprachkundigen Gegenüber zum Beispiel eine Frage hören, den Zusammenhang verstehen, die Bedeutung aufnehmen, passende Wörter suchen, antworten usw. Oder wie soll ein mündiger Staatsbürger heranwachsen, wenn er keinen systematisch aufbauenden Geschichtsunterricht mehr erhält, sondern nur noch beispielhaft «Machtverhältnisse», vielleicht in der Antike oder im Mittelalter «erkennen, verstehen und beurteilen» soll ohne solides Grundlagenwissen. (siehe Lehrplan 21 in der Schweiz)

Welchen Sinn haben Schulreformen?

Kurz gesagt: Eine Verbesserung schulischen Lernens durch diese Zerstückelung von Lernprozessen in Hunderte von Kompetenzen und Unterkompetenzen ohne solide aufbauende Inhalte kann niemand erkennen. Was für einen Sinn haben diese Reformen aber dann?

http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=2042

Gibt es das Karriere-Gen?

Was darüber entscheidet, ob wir erfolgreich sind.

Diese Fragen stellt das Frauenmagazin "Annabelle" und organisiert dazu eine Podiums-Diskussion im Kaufleuten Zürich am 9. Juni 2011.

Auf dem Podium sind Valerie Gürtler-Doyle (Biochemie Studium), Susanne Rietiker (Marketingleiterin), Alice Walder (Chefärztin Innere Medizin), Ueli Mäder (Studium Soziologie, Philosophie, Psychologie, Psychotherapie). Moderator ist Filippo Leutenegger (Politiker, Ökonom, Jurist).

Die provokative Frage nach dem "Karriere-Gen"  – natürlich gibt es das nicht und das wissen wohl auch die meisten Menschen  – hat mich bewogen, dem Moderator und dem Humanwissenschaftler zu schreiben:

Sehr geehrter Herr Leutenegger, 

Sie werden den Annabelle-Business-Talk mit dem Titel „Gibt es das Karriere-Gen?“ moderieren. 

Dazu habe ich eine Frage und eine Bitte an Sie: Was soll bei dem Talk herauskommen? Wissen Sie es  – als Moderator?

Wissenschaftlich korrekt lautet die kurze Antwort auf die  – m.E, provokante  – Frage nach dem „Karriere-Gen“: Nein, ein Karriere-Gen gibt es nicht, genau so wenig, wie es ein Intelligenz-Gen, ein „Hunter-Gen“ oder ein ADHS-Gen gibt. Punkt. 

Man könnte das belanglose, vielleicht unterhaltsame Geplauder über Karriere und Vitamin-B als Marketinggag einer Publikumszeitung abtun, schliesslich ist die Annabelle ja kein medizinisches Fachblatt. Wäre da nicht die grosse Orientierungslosigkeit der Eltern über die Bedeutung von Genen für die Persönlichkeitsentwicklung ihrer Kinder. Und viele junge Mütter lesen Annabelle. Eine klare Antwort auf die Frage wäre für Eltern segensreich! 

Daher nun meine Bitte an Sie, sehr geehrter Herr Leutenegger: Gut wäre, wenn zu Beginn der Diskussion die Gen-Frage geklärt werden könnte  – Nein, die Gene sind es nicht  – es ist die Art und Weise, die gefühlsmässige Stimmung und Haltung, wie Eltern ihre Kinder ins Leben einführen vom ersten Lebenstag an. Kurz: Es ist die Erziehung. Punkt. Ob Herr Mäder hierbei eine klare Position vertritt, weiss ich nicht, schön wär’s. 

Es könnte auch für Annabelle vorteilhaft sein, wenn in Zukunft wissenschaftlich fundierte Artikel über Kindererziehung publiziert würden. 

Wenn Sie möchten, lesen Sie in Vorbereitung auf Ihre Moderation folgende Publikationen: 

Über eine Rückmeldung würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Gruessen

. . .

Sehr geehrter Herr Mäder, 

ich sandte Herrn Leutenegger eine Nachricht, worauf er kurz antwortete. Ich gebe Ihnen diese gerne (weiter unten) zur Kenntnis. 

Ich wende mich an Sie, da Sie meines Erachtens der am meisten ausgewiesene Wissenschaftler auf dem Podium sind, der Fundiertes zur Frage der Gene für die Charakterentwicklung, für menschliche Verhaltenweisen und letztlich für die Karriere eines Menschen sagen kann. 

Wäre es nicht sinnvoll, wenn als Fazit der Podiumsdiskussion stünde: Nein, die Gene sind es nicht, es ist die Erziehung. Der Mensch ist nicht  – er wird! Punkt. 

Die beiden Damen Rietiker (angeborener „Hunter-Instinkt“) und Walder (genetische Veranlagung für individuelle Persönlichkeitsstruktur) werden wohl nicht einverstanden sein, falls Sie diese wissenschaftlich längst geklärte Position in so klarer Form vertreten sollten. Aber Pharmazeuten und Mediziner sind in Psychologie, Pädagogik und Hirnforschung in der Regel nicht auf dem neuesten Stand. 

Mit grossem Unbehagen beobachte ich die Diskrepanz zwischen wissenschaftlich gesicherter Erkenntnis über die Bedeutung der Erziehung für die Persönlichkeitsentwicklung des Menschen und der Orientierungslosigkeit der Eltern.

Ich sehe vor allem zwei sich einen wissenschaftlichen Anstrich gebenden Gruppierungen, die ungeachtet aller Fakten gnadenlos an der Verunsicherung der Eltern arbeiten: die Ritalin-Lobby und die am Oben und Unten festhaltenden Befürworter einer Elite, die an einem „Intelligenz-Gen“ festhalten, ähnlich dem seinerzeitigen „blauen Blut“. 

Ob Sie sich, sehr geehrter Herr Mäder, dem vermutlich zu erwartenden Widerstand dieser Leute aussetzen wollen weiss ich nicht, aber es wäre diringend an der Zeit, endlich mit der Produktion von ADHS-Kindern aufzuhören. Untersuchungen wie die nachstehende von Todd Elder müsste Ärzte, Pädagogen, Eltern und Politiker aufschrecken:

„Rund eine Million falsche ADHS-Diagnosen bei Kindern in den USA“

Lesen Sie bitte auch den brillanten Vortrag von Matthias Wenke.

Kennen Sie das Buch von Peter Kropotkin „Die gegenseitige Hilfe in der Tier-und Menschenwelt“? Falls nicht, kann ich es sehr empfehlen, ebenfalls „Wie der Mensch zum Menschen wurde“ von Leaky und Lewin. Aber wahrscheinlich kennen Sie das alles. 

Die Frage nach dem Erfolg ihrer Kinder in der heutigen knallharten Geschäftswelt brennt den meisten Eltern unter den Nägeln. Da hat Annabelle sicher einen Nerv getroffen und viele Leserinnen, worunter wahrscheinlich zahlreiche junge Mütter sind, werden mit Interesse in den kommenden Ausgaben die „Karriere-Gen-Diskussion“ verfolgen. Ich wünschte mir, der zu erwartende Feedback würde den Eltern Orientierung geben. 

Über eine Rückmeldung von Ihnen würde ich mich freuen.

. . .

Sowohl Herr Leutenegger wie auch Herr Mäder haben mir sehr freundlich geantwortet.

Im Vorspann zur Podiums-Diskussion geht Annabelle unter dem Titel "Zum Leader geboren?" auf die Biografie der zweifachen "Unternehmerin des Jahres"  Heliane Canepa ein:

"Heliane Canepa wurde bereits als kleines Mädchen gefordert. Doch bei ihr stimmte die Mischung aus Fördern und Fordern. Sie war die Zweitälteste von fünf Geschwistern, doch da die älteste Schwester schüchtern und gemäss Canepa vor allem an ihrem Aussehen interessiert war, war die vorwitzige Heliane zur Stelle. Man sieht ihr den kindlichen Stolz noch an, wenn sie erzählt, dass sie vom Vater jeweils den Hausschlüssel bekommen habe mit dem Auftrag, zum Rechten zu sehen, wenn die Eltern in die Ferien fuhren und ihre Kinderschar allein zuhause liessen. Der Vater ging mit der damals Neunjährigen durchs Haus und erklärte ihr, welche Fensterläden sie schliessen müsse, wenn ein Gewitter im Anzug sei. Am Tag vor der Rückkehr der Eltern organisierte Heliane jeweils das Aufräumen. «Ich verteilte die Aufgaben. Selber habe ich kaum geputzt», sagt sie und lacht wieder ihr ansteckendes Lachen. Den Kindern so früh so viel Verantwortung übergeben  – welche Eltern würden sich das heute getrauen? Nun, Heliane Canepa ist überzeugt, dass es nicht geschadet hat. Im Gegenteil."

Der pädagogisch aufmerksame Leser erkennt rasch, welche Bedeutung die Vater-Tochter-Beziehung für die Persönlichkeitentwicklung von Frau Canepa hatte.

Ferner zitiert Annabelle eine amerikanische Studie, die explizit auf die Bedeutung der Erziehung hinweist:

"Wie wichtig Selbstdisziplin für den späteren Erfolg ist, bestätigen US-Forscher von der Duke-Universität, die in einer Langzeitstudie die Charakterentwicklung von tausend Kindern von ihrem 3. bis zum 32. Lebensjahr beobachtet haben. Sie fanden heraus, dass sich Wohlstand, Gesundheit und soziale Lebensumstände deutlich positiver entwickeln, wenn die Studienteilnehmer schon als Dreijährige vergleichsweise selbstbeherrscht waren. Dagegen neigen Personen, die sich als Kleinkinder nicht im Griff hatten, später zu Verarmung, Drogensucht und Kriminalität. Die Forscher weisen auf die wichtige Rolle der Erziehung hin: Kinder lernen Selbstdisziplin, wenn sie dazu angehalten werden."

Quelle:
http://www.annabelle.ch/gesellschaft/karriere/auf-dem-podium-zum-business-talk-gibt-es-das-karriere-gen-16301

Immer mehr Studien zeigen: Die Gene sind es nicht!

Lieblose Eltern, aggressive Kinder
Tages-Anzeiger, 17. 12. 2018
Erziehung Fehlende Wärme und eine grobe Behandlung durch die Eltern beeinflussen, ob Kinder aggressiv oder empathisch werden und welche moralischen Grundsätze sie entwickeln.

John Bowlby "Bindung als sichere Basis"

Grundlagen und Anwendung der Bindungstheorie
Mit Geleitworten von Burkhard und Oslind Stahl und Jeremy Holmes Aus dem Englischen von Axel Hillig und Helene Hanf 4. Auflage 2018. 163 Seiten. (Originaltitel: A secure base)

Buch Bowlby Bindung als sichere Basis
Best of Bindung

Wie wächst ein Kind zu einem gesunden, ausgeglichenen und selbstsicheren Menschen heran? Die sichere Bindung an die Eltern ist die Basis, von der aus Kinder die Welt erkunden und sich entwickeln. Misslingt sie, können sich Eifersucht, Angst, Wut, Kummer oder Niedergeschlagenheit festigen und Menschen ein Leben lang belasten.

Kein einziges Problem wird gelöst, wenn man die Deutschen in die rechte Ecke stellt

Mitte-Studie der deutschen Friedrich-Ebert-Stiftung wirft viele Fragen auf
von Karl Müller
Am 25. April hat die deutsche Friedrich-Ebert-Stiftung eine mehr als 300 Seiten umfassende neue Studie der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Studie hat den Titel «Verlorene Mitte. Feindselige Zustände. Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2018/19»1 und gibt die Ergebnisse einer Umfrage unter 1890 repräsentativ ausgewählten Deutschen wieder. Angefertigt wurde die Studie vom Institut für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld. Die Friedrich-Ebert-Stiftung selbst ist die Parteistiftung der deutschen SPD.

Matthias Wenke – Medien und Bildungsprozesse. Phänomenologische und systemtheoretische Ideen.

Matthias Wenke  – Medien und Bildungsprozesse. Phänomenologische und systemtheoretische Ideen.

Abstract. Das theoretische Erbe von Phänomenologie und Systemtheorie ist von hohem Wert für den Zugang zu Medienwirkungen und Bildungsprozessen. Es werden Ideen von Merleau-Ponty, McLuhan und Luhmann skizziert. Die erhaltenen Einsichten werden auch von Ergebnissen der Hirnforschung flankiert. Aus einer medienkritischen Perspektive wird die dringende Notwendigkeit einer substanziellen Medienpädagogik an den Schulen aufgezeigt.

Propaganda in den Schweizer Medien

Qualität der geopolitischen Berichterstattung in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ)
Eine Studie von Swiss Propaganda
Februar 2016

Die NZZ-Studie

Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) ist die führende Schweizer Tageszeitung für internationale Themen. Doch wie objektiv und kritisch berichtet die NZZ über geopolitische Konflikte? Um dies zu überprüfen, wurden während je eines Monats alle NZZ-Berichte zur Ukraine-Krise  und zum Syrienkrieg analysiert und anhand des Modells von Professor Anne Morelli auf Muster von Kriegspropaganda hin ausgewertet.

Propaganda in Schweizer Medien

Ob staatliches Fernsehen oder Privatradio, ob Boulevard oder NZZ: Wenn es um Geopolitik und Kriege geht, berichten die etablierten Medien selbst in der offiziell neutralen Schweiz erstaunlich gleichartig und einseitig. Sie tun dies womöglich nicht ganz freiwillig, denn die Schweiz steht unter Druck. Eine allzu objektive Berichterstattung und die Verwendung “feindlicher” Quellen könnte unangenehme politische und wirtschaftliche Konsequenzen für das erfolgreiche Alpenland haben. Schweizer Medien: unabhängig oder angepasst?

Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) ist die führende Schweizer Tageszeitung für internationale Themen. Doch wie objektiv und kritisch berichtet die NZZ über geopolitische Konflikte? Um dies zu überprüfen, wurden während je eines Monats alle NZZ-Berichte zur Ukraine-Krise und zum Syrienkrieg analysiert und anhand des Modells von Professor Anne Morelli auf Muster von Kriegspropaganda hin ausgewertet.

Die Studie finden Sie hier:

Schreiben lernen

Die Handschrift – Unterricht im Lichte der Neurowissenschaften
von Nicole Duprat, Frankreich
Zeit-Fragen Nr. 7, 14. März 2017
In den finnischen Schulen ist die verbundene Schrift seit Beginn des Schuljahres 2016 durch eine Entscheidung der Regierung abgeschafft worden. Das Erlernen der Druckschrift wird jedoch beibehalten. In den USA haben bereits 45 der 50 Bundesstaaten seit Herbst 2014 die Schreibschrift durch die Druckschrift ersetzt.

In der Schweiz hatte sich Genf bereits im Jahr 2000 für einen Schreibunterricht ausschliesslich in Druckschrift entschieden. Im Jahr 2002 ist der Kanton aber wieder davon abgekommen. Seither wird wieder die verbundene Schrift unterrichtet, weil die Zwischenräume bei der Druckschrift den Kindern Probleme bereiteten. Bei der verbundenen Schrift hingegen ist das ganze Wort sofort erkennbar.

Ein anderes Argument zugunsten der verbundenen Schrift ist das kinästhetische Gedächtnis: Ein einziger Schwung erlaubt es, eine ganze Silbe in einem Zug zu schreiben. Zum Beispiel kann man das Pronomen «elle» [= sie] mit einer einzigen Bewegung formen und damit der Hand ermöglichen, sich an das doppelte «l» zu «erinnern».

Die Unterschiede zwischen der Druckschrift und der verbundenen Schrift zeigt folgender Vergleich.

Die Druckschrift

Die Druckschrift reproduziert die typographischen Buchstaben. Ihre Verbreitung im 20. Jahrhundert wird dem Kalligraphen und Schriftsetzer Edward Johnston (1872 –1944) zugeschrieben. Sie wurde nicht dafür entwickelt, um von Hand geschrieben zu werden. Sie ist unpersönlicher als die verbundene Schrift.

Die Bewegungslinie ist weniger anspruchsvoll als bei der verbundenen Schrift, die Geschwindigkeit des Schreibens wird durch das häufige An- und Absetzen des Schreibwerkzeuges verlangsamt, da jeder Buchstabe vom anderen getrennt ausgeführt wird. Man beginnt mit der Handbewegung, muss aber nach jedem Buchstaben stoppen. Damit verliert der Schriftzug an Schwung. Die Druckschrift verlangsamt das Schreiben und erschwert das Erfassen des Wortes in seiner Ganzheit.

Das grösste Problem der Kinder beim Erlernen der Druckschrift, also dem Schreiben eines Textes in Einzelbuchstaben, ist der Umgang mit den Zwischenräumen. Wo beginnt und wo endet das Wort? Das ist oft nicht eindeutig. Zum Beispiel unterscheidet sich der Abstand zwischen den Wörtern einerseits und dem der Buchstaben andererseits, die Anfänge und die Richtungen müssen für jeden Buchstaben neu bestimmt werden.

Quelle: Auszüge aus dem Artikel «Ces enfants qui n’arrivent plus à écrire», von ­Marie-Estelle Pech, Le Figaro, 1.3.2017 (Übersetzung Zeit-Fragen)
https://www.zeit-fragen.ch/de/ausgaben/2017/nr-7-14-maerz-2017/schreiben-lernen.html

Schweizer Medien: Das Vertrauen schwindet

Von Forschungsgruppe “Swisspropaganda”
19. November 2016
Die Schweizer Forschungsgruppe hat einen neuen Kurzbeitrag publiziert zum gestern veröffentlichten Jahresbuch Qualität der Medien  – sowie der irreführenden Berichterstattung darüber.

Das Forschungsinstitut für Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich publiziert alljährlich das »Jahrbuch Qualität der Medien«. 2016 wollte das Institut mit einer guten Nachricht aufwarten: Das Vertrauen in die Schweizer Medien sei »weiterhin hoch«, so das Ergebnis des Ländervergleichs in Zusammenarbeit mit dem britischen Reuters Institute.

Doch wie hoch ist das Vertrauen in die Schweizer Medien nun wirklich? Dazu findet man in der Pressemitteilung des Instituts keine Angaben. Und auch die Zeitungsberichte zur Studie erwähnen diese wichtige Kennzahl nicht. Aus gutem Grund  – denn die Resultate sind erschütternd.

Demnach halten nur noch 50% der Schweizer Bevölkerung die Nachrichten für glaubwürdig. Das Vertrauen in die Medienunternehmen und in die Journalisten liegt mit 39% bzw. 35% sogar noch tiefer. Mit anderen Worten: Rund zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung vertraut den eigenen Journalisten nicht mehr. (S. 25, 60)

Zudem interpretiert das Institut  – das u.a. vom Bundesamt für Kommunikation finanziert wird  – die eigene Studie falsch: So würden traditionelle und insbesondere öffentliche Medien das Vertrauen ins Mediensystem »fördern«. Die Daten zeigen jedoch nur, dass diese Medien von eher unkritischen Konsumenten bevorzugt werden. (S. 3)

Es bleibt die Frage, ob das Verschweigen solcher Fakten das Vertrauen in die Medien fördert?

Wer sich die Frage stellt: “Woher weiss die Zeitung, was in der Zeitung steht?”, wird hier fündig:
https://swisspropaganda.wordpress.com/der-propaganda-multiplikator/

Quelle: Swiss Propaganda Research
https://swisspropaganda.wordpress.com/schweizer-medien-das-vertrauen-schwindet/

Swiss Propaganda Research – eine unverzichtbare Informationsquelle

Seniora.org schätzt das wertvolle Medienforschungsprojekt "Swiss Propaganda Research" und macht seine Leser auf eine Publikation des Projekts aufmerksam, das nun eine neue Internetadresse erhält:
"Unsere Forschungsbeiträge haben seit der Lancierung des Projekts im Frühjahr 2016 insgesamt rund 1.5 Millionen Menschen im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus erreicht, wurden in diverse Sprachen übersetzt (darunter Englisch, Französisch, Norwegisch und Russisch), von mehreren Fachbüchern publiziert oder zitiert (zuletzt im Kompendium „Lügen die Medien?“ des Westend-Verlags (sehen Sie hier: https://www.westendverlag.de/buch/luegen-die-medien/)), sowie in zahlreichen Präsentationen und Vorträgen verwendet.

Zu den Highlights der bisherigen Forschungstätigkeit zählen unter anderem:

Unbedachte Schreiber, bedenkliches Ausforschen

Zweifel an Sinn und Methodik der Kapitalismus-Studie der BBC: Manipulation und Kontrolle als Untersuchungszwecke?

von Volker Bräutigam

„Nur elf Prozent pro Kapitalismus“ schrieben die einen. Die anderen titelten „Immer mehr Menschen lehnen den Kapitalismus ab“.

Uwe Krüger – Meinungsmacht

Uwe Krüger  – Meinungsmacht

Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten  – eine kritische Netzwerkanalyse

German Foreign Policy schreibt: Ein Wissenschaftler der Universität Leipzig wirft deutschen Spitzenjournalisten die Übernahme von Techniken und Begriffen der Kriegspropaganda vor. Laut Uwe Krüger vom Institut für Praktische Journalismus- und Kommunikationsforschung der sächsischen Hochschule spielt "Frieden als Wert an sich" in führenden deutschen Printmedien "keine Rolle".

Was gewinnt Deutschland, sich für einen solchen Wirtschaftskriminellen zu engagieren?

Was gewinnt Deutschland, sich für einen solchen Wirtschaftskriminellen zu engagieren?

Von Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait, Juristin und Diplomatin a.D., 25.12.13

Was der Fall Chodorkowskij mit Deutschland zu tun haben soll, ist ein Rätsel, das auch bei der SZ-Redaktion ungeklärt bleibt. Dass hohe politische Persönlichkeiten, wie der ehemalige Außenminister Genscher und Kanzlerin Angela Merkel, sich für seine Freilassung eingesetzt haben und sich jetzt sogar deutsche Medien, ARD und ZDF eingeschlossen, weiter eifrig um ihn kümmern, als gehöre der Mann zu den ersten Interessen Berlins, macht stutzig.

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