Seniora.org - Pandemie

«An die Kinder hat niemand gedacht»

Der Landbote hat ein Interview mit der Schulleiterin Isabella Okle geführt
Deborah Stoffel/Landbote: 03.12.2020, 05:30
Isabella Okle, Schulleiterin in Neuhegi, möchte, dass die Masken aus der Schule so bald wie möglich verschwinden. Man habe bei den Corona-Massnahmen nicht an die psychischen Folgen für Kinder gedacht, sagt sie.

Isabella Okle
«Dass ich, wenn ich ausser Puste vom Fahrrad steige und über den Pausenhof laufe, eine Maske anziehen muss, ist absurd», sagt Isabella Okle, Schulleiterin in Neuhegi. Foto: Marc Dahinden

Sie haben in einem Leserbrief* vor den psychischen Folgen der Corona-Massnahmen für Kinder gewarnt. Wo sehen Sie die grössten Probleme?

«Impfungen als Allerheilmittel ist eine gefährliche Strategie»

Herzchirurg Paul R. Vogt wirft den Behörden Ignoranz vor, weil sie nur auf Impfungen und nicht ebenso auf Medikamente setzen.
Urs P. Gasche / Infosperber 12.04.2021
«Ich begrüsse Impfungen, doch es ist gefährlich, sich nur auf ein einziges Standbein zu verlassen», erklärt Professor Paul R. Vogt, Direktor der Herzklinik am Universitätsspital Zürich. In einem «Rückblick auf ein Jahr Covid-19» vermisst Vogt, dass medikamentöse Therapien «nicht mit gleicher Intensität erforscht werden wie Impfungen». Er warnt davor, dass neue Mutationen Impfungen im schlimmsten Fall unterlaufen könnten. Auch wisse niemand, «wie lange die durch die Impfung produzierten Antikörper effektiv schützen». Deshalb seien Impfungen «als Allerheilmittel eine gefährliche Strategie».

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Paul R. Vogt © zvg

«Diskussion rüde abgeschmettert»

Eine effektive medikamentöse Therapie von Covid-19 könnte viel Leid und viele Todesfälle verhindern und wäre ein wichtiger Beitrag, die Spitäler zu entlasten, sagt Vogt. Man frage sich, wieso es im Pharma-Land Schweiz nicht möglich sein soll, prospektiv-randomisierte Studien mit Medikamenten-Kombinationen durchzuführen, welche andernorts als hoch-effektiv beurteilt wurden. Vogt fährt fort:

«Alle Versuche, eine Kombinations-Therapie mit bereits bekannten Medikamenten mittels einer prospektiv-randomisierten Studie auch nur zu evaluieren, wurden von den Behörden (BAG, Task-Force) ohne Diskussion auf eine zum Teil unanständige und rüde Art und Weise abgeschmettert  – als ob all jene Experten, welche weltweit über positive Resultate medikamentöser Therapien berichteten, Idioten wären.» 

Therapievorschläge von Dritten würden die Behörden «pauschal als ‹vollkommen sinnlos› abqualifizieren», ohne etwa eigene Studien oder eigene Resultate vorzulegen. Eine fachliche Diskussion sei offensichtlich nicht erwünscht.

Weil es um «Millionen von Toten und ökonomische Schäden in Milliardenhöhe» gehe, fragt Vogt, «ob in unseren Kommissionen Leute sitzen, die mehr von Lobbyismus als von Medizin verstehen». Und ob man etwa «nur an teuren Impfungen interessiert» sei.

«Wir erhalten keine Unterstützung»

Das Vernachlässigen medikamentöser Therapien wirkt sich auf die Hausärzte aus. An der Front fühlen sich Allgemeinärztinnen und -ärzte ziemlich alleingelassen, wenn sie Covid-19-Symptome frühzeitig behandeln möchten, um schwere Verläufe möglichst zu verhindern.

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Monique Lehky Hagen © zvg

«Wir erhalten keine Unterstützung und können nur improvisieren und basteln», erklärt Allgemeinärztin Monique Lehky Hagen gegenüber Infosperber. Die Präsidentin der Walliser Ärztegesellschaft und Co-Präsidentin der Konferenz der Kantonalen Ärztegesellschaften setzt sich seit mehr als einem Jahr dafür ein, dass die ambulanten Ärzte in die Bewältigung der Corona-Pandemie aktiv einbezogen werden. Sie sorgte dafür, dass die Hausärztinnen und Hausärzte im Wallis von Anfang an in ihren Praxen und in Alters- und Pflegeheimen impfen durften: «Dadurch konnten wir in den Walliser Altersheimen in Rekordzeit eine Durchimpfung erreichen, so dass die Bewohner seit mehr als einem Monat wieder Lebensqualität zurückerhielten.» 

Vergeblich wünschte Lehky Hagen von den Behörden das Erfassen von Daten, um genauer beurteilen zu können, welchen Einfluss die Walliser Impfstrategie auf die Hospitalisationen hat. Es zeige sich jedenfalls, dass die Hospitalisationsrate im Wallis unter dem Schweizer Schnitt liegt, obwohl die Fallzahlen im Wallis seit Monaten überdurchschnittlich hoch sind.

Zudem gebe es auch ein Jahr nach Beginn der Pandemie im ambulanten Bereich «keine brauchbaren Daten zu validierten Covid-Therapien». Das BAG habe das bestehende Meldesystem Sentinella ungenügend an Covid-19 angepasst, um nützliche Daten zu erhalten, und keine einheitlichen Formulare für das Nacherfassen der Verläufe entworfen.

Als Folge davon müssten sich die einzelnen Arztpraxen «in mühseliger Fronarbeit Literatur und Know-how zusammentragen». Den Praxisärzten würde dann abwertend oder abschätzig vorgeworfen, «unwissenschaftlich» zu handeln. 

Doch bleibe nichts anderes übrig, als Covid-Patientinnen und -Patienten «weiterhin sehr individuell mit den verfügbaren Medikamenten zu behandeln». Leider würde nicht mit Daten erfasst, was welchen Erfolg bringe.

In vielen Ländern melden Allgemeinmediziner zwar zum Teil sehr erfolgreiche Erfahrungswerte mit unterschiedlichen Behandlungen, doch die Wissenschaft überprüft sie selten. Meist fehlt das Geld, weil keine lukrativen Patente locken. Philippe Luchsinger, Präsident des Verbands Schweizer Hausärzte mfe, stellt lapidar fest: «Es existiert bis jetzt keine nachgewiesenermassen erfolgreiche Frühbehandlung von Covid in der Hausarztpraxis.»

Hoffnungen und Enttäuschungen

Erwartungen auf ein Medikament zur Frühbehandlung weckte das BAG im August 2020. Der Bund habe beim Schweizer Unternehmen Molecular Partners/Novartis «ein Recht auf Lieferung von bis zu 3 Millionen Dosen Ensovibep» erworben. Allerdings sind Tests an Gesunden noch am Laufen und das antivirale Medikament ist noch nicht zugelassen. In den Startlöchern für ein Medikament soll auch die Biotech-Firma Humabs sein, eine Tochterfirma der US-Biotechfirma Vir Biotechnology, meldet die NZZ am Sonntag.

In den USA hatten sogenannte monoklonale Antikörper eine Notzulassung erhalten, mit denen sich Präsident Trump behandeln liess. 

Als einziges Medikament zur Behandlung von Covid-19-Patienten hat die Zulassungsbehörde Swissmedic im Juli 2020 Remdesivir (Handelsname «Veklury») im Schnellverfahren «ausserhalb von klinischen Studien» vorübergehend bewilligt. Doch bereits Mitte Oktober zeigte eine grosse WHO-Studie, dass das teure Medikament nichts nützt.

Cortison, Aspirin und Heparin

Für Lehky Hagen steht ausser Frage, dass rechtzeitige multimodale Massnahmen viele schwere Covid-Verläufe verhindern können. Doch Praxisärzten würde nichts anderes übrigbleiben, als in bestimmten Situationen Medikamente zu verabreichen, deren entzündungshemmende Wirkung bei Covid-Erkrankten beschrieben wurde, sowie gewissen Patienten rechtzeitig eine Thromboseprophylaxe zu verabreichen, um Komplikationen zu vermeiden. 

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Peter Sawicki © zvg

«Man muss auf Erfahrungswerte mit Behandlungen anderer entzündlichen Erkrankungen zurückgreifen», sagt denn auch der langjährige Medizinprofessor Peter Sawicki. Bis 2010 war er Leiter des deutschen Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen IQWiG, das den Nutzen von Medikamenten und Behandlungsmethoden bewertet. Unterdessen arbeitet Sawicki wieder als Internist in einer Gemeinschaftspraxis in Duisburg.

Aufgrund seines Wissens und seiner Erfahrungswerte behandelt er Patientinnen und Patienten, die Covid-19-Symptome zeigen, wie folgt (Angaben gegenüber Infosperber):

  • Falls eine Blutprobe ergibt, dass Entzündungssymptome vorliegen, verschreibt Sawicki wie bei anderen potenziell bedrohlichen Entzündungen Cortison. Bei einer kurzfristigen Cortison-Anwendung von bis zu zehn Tagen sollten keine längerfristigen Nebenwirkungen auftreten.
  • Zeigt eine Krankengeschichte oder die Blutprobe, dass eine Neigung zu Thrombosen vorliegt, ist eine ebenfalls kurzfristige Abgabe von niedrigdosiertem Aspirin (100mg) angezeigt, damit sich die Blutplättchen weniger verkleben.
  • Bei einer deutlichen Neigung zu Thrombosen kann auch niedrigdosiertes Heparin zweckmässig sein (Blutverdünner).

Lehky Hagen wiederum empfiehlt bei Beginn der Erkrankung mit leichten bis mässigen Symptomen Brust- und Hustentee mit antiviraler und schleimlösender Wirkung, viel Flüssigkeit, Nasenspühlungen, Knoblauch (mit positiver Wirkung auf gewisse Interleukine, welche in der Entzündungs-Kaskade bei schweren Verläufen eine Schlüsselrolle spielten), eine gehörige Portion Vitamin D (1000 Einheiten/Tag bis  – je nach Patient  – einmalig 300’000 Einheiten). Je nach Patient Atemübungen, Anti-Thrombosen-Massnahmen (Füsse bewegen, Velofahren auf dem Bett). Bei einzelnen Patienten inhalative Therapie mit Bronchodilatatoren.

Voranmelden

Generell sollten Covid-19-Patienten Arztpraxen zuerst telefonisch konsultieren und nur nach Voranmeldung persönlich aufsuchen.

Stärkung des Immunsystem als allgemeine Prävention

Der pensionierte Allgemeinmediziner Walter J. Hugentobler, der am Institut für Hausarztmedizin der Universität Zürich auch als Lehrarzt tätig war, beschäftigt sich intensiv mit der Entwicklung der Corona-Epidemie. Ihn stört vor allem, dass

«kaum jemand davon spricht, was jeder Einzelne tun kann oder tun könnte, um dem Virus den Eintritt in den Körper zu verwehren».

Am verwundbarsten seien bekanntlich Menschen in hohem Alter, die oft übergewichtig sind, an Diabetes oder Kreislauf- und Lungenproblemen leiden und gegen Viren wenig widerstandsfähig seien. 

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Feuchte Nasenschleimhäute wehren Viren ab. © W.J.H.

Es gelte generell,

«die Immunologie und andere Abwehrmechanismen zu stimulieren und die Schleimhaut so zu pflegen, dass sie sich gegen Viren wehren kann».

Was für alle Atemwegsviren gelte, treffe auch für Coronaviren zu. Die Virenübertragung über Aerosole könne man im Winter in Innenräumen mit einer hohen Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent stark vermindern, weil dann die Nasenschleimhäute nicht vertrocknen und ihre Abwehrfunktion optimal wirken könne (siehe PowerPoint-Vortrag von Walter J. Hugentobler vom 28.1.2021).

Das Risiko eines schweren Verlaufs der Covid-19-Krankheit kann man bereits reduzieren, bevor man angesteckt ist. Peter Sawicki empfiehlt insbesondere viel körperliche Bewegung an frischer Luft und eine gesunde Ernährung.

Lehky Hagen empfiehlt im Winter prophylaktisch zusätzliches Vitamin D, wobei Kontraindikationen und andere Medikamente zu berücksichtigen seien. Bei ausgewählten Patienten käme in Intervallen auch die Einnahme von Echinacea und Bronchovaxom zur Stärkung der Schleimhautabwehr in Frage.

Ob vorsorgliche Prävention oder frühe Behandlungen von Covid-19-Patienten: Lehky Hagen hält eine systematische Datenerfassung mittels eines angepassten Sentinella-Meldesystems, wie sie es im Januar vom BAG gefordert hat,  für dringlich. Nur mit systematischen und vergleichbaren Daten könne man herausfinden, welche Präventiv- und Behandlungsmassnahmen für welche Patientengruppen am wirksamsten und zweckmässigsten sind (siehe PowerPoint-Präsentation zu Handen des BAG). 

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Infosperber hat das BAG am Freitag Abend um eine Stellungnahme gebeten zur Kritik von Paul R. Vogt, dass die medikamentöse Therapie gegen Covid-19 vernachlässigt worden sei. Auch würde uns interessieren, welchen Plan B das BAG vorsieht, falls sich die Impfungen im schlimmsten Fall wegen Mutationen usw. als zu wenig wirksam erweisen würden. Sobald Antworten eintreffen, werden wir sie hier publizieren.

Quelle: https://www.infosperber.ch/gesundheit/public-health/impfungen-als-allerheilmittel-ist-eine-gefaehrliche-strategie/

Corona: Gesundheitsamtsleiter kritisiert Staatsregierung

Der Leiter des Gesundheitsamtes Aichach-Friedberg, Friedrich Pürner, übt Kritik an der Anti-Corona-Strategie von Ministerpräsident Markus Söder - und damit auch an seinem obersten Dienstherren. Mit seiner Meinung ist Pürner nicht allein.
br.de 05.10.2020, 07:00 Uhr
Friedrich Pürner ist der Leiter des Gesundheitsamtes Aichach-Friedberg - und er kritisiert den Kurs der Staatsregierung im Umgang mit der Corona-Krise. Konkret hadert er mit den Maßnahmen, die er umsetzen soll: Er hält es zum Beispiel für falsch, dass für den Inzidenzwert nur positive Testergebnisse herangezogen werden.

Er ist nicht der einzige: In der Fachwelt gibt es eine Diskussion über die Bedeutung falscher Testergebnisse. Modellrechungen zufolge ist die Zahl "falsch Positiver" hoch. Der Virologe Christian Drosten dagegen sagt, in der Praxis komme das quasi nicht vor.

COVID-19 – Weg aus der Krise und ein Blick in die Zukunft - von Prof. Dr. med. Dr. h.c.Paul R. Vogt

Das Ziel muss sein, menschliches Leid ohne weiteren Lock-down zu verhindern
*Prof. Dr. Paul R. Vogt 20. April 2020
Seit Publikation des Manuskripts und Interviews bei «Der Mittelländischen Zeitung» DMZ hat sich mein Office in ein internationales «Virologie-Zentrum» verwandelt. Nebst über 2000 Leser-Kommentaren per Mail, WhatsApp oder SMS, erhielt ich viele Hinweise von Experten aller Fachrichtungen, so z.B. von Virologen, Immunologen, Statistikern, Epidemiologen oder Infektiologen. Ich bin all’ diesen Experten zu Dank verpflichtet.

Obwohl viele Fragen offenbleiben, kristallisieren sich Möglichkeiten, welche einen Weg aus dieser Krise zeigen und einen Blick in die Zukunft erlauben, z.B. ob uns dieses Virus konstant begleiten oder «bloss» saisonal wiederkehren wird und wie wir uns dagegen wappnen könnten. Ziel muss sein, menschliches Leid ohne weiteren Lock-down zu verhindern.

Vogt Prof. Interview Foto
*Prof. Dr. Paul R. Vogt

COVID-19: gefährlich oder nicht  – kleine Statistik

COVID-19 ist hoch-infektiös. Wie man in allen Ländern fast identisch beobachten konnte, steigt die kumulierte Zahl der Infizierten ohne Gegenmassnahmen täglich um rund 40%, was einer Verdoppelung der Infizierten alle 2 Tage entspricht oder einer Verhundertfachung pro Woche. Die Infektionsrate ist auch deshalb höher als die bei einer Grippe, weil man bei COVID-19, im Gegensatz zur Grippe, auf keine zuvor Geimpfte trifft.

Die durchschnittliche Dunkelziffer der Infizierten liegt je nach Land zwischen 30 bis 90%.

Die Sterberate von COVID-19 ist  – wie wir aus geschlossenen Populationen (Kreuzfahrtschiffen) wissen - rund 20x höher als die der Grippe.

COVID-19: eine «ausserirdische» Krankheit?

International Journal of Infectious Diseases Volume 110, P155-159, September 01, 2021
Elisabeth Paul1*, Garrett W. Brown2, Mélanie Dechamps3, Andreas Kalk4, Pierre-François Laterre5, Bernard Rentier6, Valéry Ridde7, Martin Zizi8

1 School of Public Health, Université Libre de Bruxelles, Brussels, Belgium
2 Global Health Theme, University of Leeds, Leeds, UK
3 Cardiovascular ICU, St-Luc University Hospital, Université Catholique de Louvain, Brussels, Belgium
4 Kinshasa Country Office, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, Kinshasa, Democratic Republic of the Congo
5 Department of Critical Care Medicine, St-Luc University Hospital, Université Catholique de Louvain, Brussels, Belgium
6 Rector Emeritus, Prof. Em. Virology & Viral Immunology, Université de Liège, Belgium
7 CEPED, Institute for Research on Sustainable Development (IRD), IRD-Université de Paris, ERL INSERM SAGESUD, Paris, France
8 CEO, Aerendir Mobile Inc., Mountain View, CA, USA; formerly Prof. at VUB (Brussels) and KULeuven, ex-CSO Belgian Ministry of Defense

© 2021 Der/die Autor(en). Veröffentlicht von Elsevier Ltd im Namen der Internationalen Gesellschaft für Infektionskrankheiten. Dies ist ein frei zugänglicher Artikel unter der CC BY-NC-ND-Lizenz (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/)

* Corresponding author.
E-mail Adresse: Elisabeth.Paul@ulb.be (E. Paul).

Artikel-Info

Geschichte: Eingereicht am 17. Juni 2021. Überarbeitet am 20. Juli 2021. Angenommen am 22. Juli 2021.

Zusammenfassung

Hintergrund: Seit Beginn der Pandemie wird COVID-19 als eine aussergewöhnliche Krankheit angesehen. Die Bekämpfungsmassnahmen konzentrierten sich ausschliesslich auf «das Virus», während andere biologische und soziale Faktoren, die schwere Formen der Krankheit bestimmen, ausser Acht gelassen wurden.

Die Great Barrington Erklärung

Am 4. Oktober 2020 wurde diese Erklärung in Great Barrington, USA, verfasst und unterzeichnet von Dr. Martin Kulldorff, professor of medicine at Harvard University, Dr. Sunetra Gupta, professor at Oxford University und Dr. Jay Bhattacharya, professor at Stanford University Medical School
Als Epidemiologen für Infektionskrankheiten und Wissenschaftler im Bereich des öffentlichen Gesundheitswesens haben wir ernste Bedenken hinsichtlich der schädlichen Auswirkungen der vorherrschenden COVID-19-Maßnahmen auf die physische und psychische Gesundheit und empfehlen einen Ansatz, den wir gezielten Schutz (Focused Protection) nennen. 

Great Barrington Erklaerung
Wir kommen politisch sowohl von links als auch von rechts und aus der ganzen Welt und haben unsere berufliche Laufbahn dem Schutz der Menschen gewidmet. Die derzeitige Lockdown-Politik hat kurz- und langfristig verheerende Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit. Zu den Ergebnissen, um nur einige zu nennen, gehören niedrigere Impfraten bei Kindern, schlechtere Verläufe bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, weniger Krebsvorsorgeuntersuchungen und eine Verschlechterung der psychischen Verfassung  – was in den kommenden Jahren zu einer erhöhten Übersterblichkeit führen wird. Die Arbeiterklasse und die jüngeren Mitglieder der Gesellschaft werden dabei am schlimmsten betroffen sein. Schüler von der Schule fernzuhalten, ist eine schwerwiegende Ungerechtigkeit.  

Die Beibehaltung dieser Maßnahmen bis ein Impfstoff zur Verfügung steht, wird irreparablen Schaden verursachen, wobei die Unterprivilegierten unverhältnismäßig stark betroffen sind. 

Glücklicherweise wachsen unsere Erkenntnisse über das Virus. Wir wissen, dass die Gefahr durch COVID-19 zu sterben bei alten und gebrechlichen Menschen mehr als tausendmal höher ist als bei jungen Menschen. Tatsächlich ist COVID-19 für Kinder weniger gefährlich als viele andere Leiden, einschließlich der Influenza.  

In dem Maße, wie sich die Immunität in der Bevölkerung aufbaut, sinkt das Infektionsrisiko für alle  – auch für die gefährdeten Personengruppen. Wir wissen, dass alle Populationen schließlich eine Herdenimmunität erreichen  – d.h. den Punkt, an dem die Rate der Neuinfektionen stabil ist. Dies kann durch einen Impfstoff unterstützt werden, ist aber nicht davon abhängig. Unser Ziel sollte daher sein, die Mortalität und den sozialen Schaden zu minimieren, bis wir eine Herdenimmunität erreichen.  

Der einfühlsamste Ansatz, bei dem Risiko und Nutzen des Erreichens einer Herdenimmunität gegeneinander abgewogen werden, besteht darin, denjenigen, die ein minimales Sterberisiko haben, ein normales Leben zu ermöglichen, damit sie durch natürliche Infektion eine Immunität gegen das Virus aufbauen können, während diejenigen, die am stärksten gefährdet sind, besser geschützt werden. Wir nennen dies gezielten Schutz (Focused Protection).  

Die Verabschiedung von Maßnahmen zum Schutz der gefährdeten Personengruppen sollte das zentrale Ziel der Reaktionen des öffentlichen Gesundheitswesens auf COVID-19 sein. Zum Beispiel sollten Pflegeheime Personal mit erworbener Immunität einsetzen und häufige PCR-Tests bei anderen Mitarbeitern und allen Besuchern durchführen. Der Personalwechsel sollte minimiert werden. Menschen im Ruhestand, die zu Hause wohnen, sollten sich Lebensmittel und andere wichtige Dinge nach Hause liefern lassen. Wenn möglich, sollten sie Familienmitglieder eher draußen als drinnen treffen. Eine umfassende und detaillierte Reihe an Maßnahmen, darunter auch Maßnahmen für Mehrgenerationenhaushalte, kann umgesetzt werden und liegt im Rahmen der Möglichkeiten und Fähigkeiten des öffentlichen Gesundheitswesens.

Diejenigen, die nicht schutzbedürftig sind, sollten sofort wieder ein normales Leben führen dürfen. Einfache Hygienemaßnahmen wie Händewaschen und der Aufenthalt zu Hause im Krankheitsfall sollten von allen praktiziert werden, um den Schwellenwert für die Herdenimmunität zu senken. Schulen und Universitäten sollten für den Präsenzunterricht geöffnet sein. Außerschulische Aktivitäten, wie z. B. Sport, sollten wieder aufgenommen werden. Junge Erwachsene mit geringem Risiko sollten normal und nicht von zu Hause aus arbeiten. Restaurants und andere Geschäfte sollten öffnen können. Kunst, Musik, Sport und andere kulturelle Aktivitäten sollten wieder aufgenommen werden. Menschen, die stärker gefährdet sind, können teilnehmen, wenn sie dies wünschen, während die Gesellschaft als Ganzes den Schutz genießt, der den Schwachen durch diejenigen gewährt wird, die Herdenimmunität aufgebaut haben. 

Am 4. Oktober 2020 wurde diese Erklärung in Great Barrington, USA, verfasst und unterzeichnet von:

Dr. Martin Kulldorff, professor of medicine at Harvard University, a biostatistician, and epidemiologist with expertise in detecting and monitoring of infectious disease outbreaks and vaccine safety evaluations.

Dr. Sunetra Gupta, professor at Oxford University, an epidemiologist with expertise in immunology, vaccine development, and mathematical modeling of infectious diseases.

Dr. Jay Bhattacharya, professor at Stanford University Medical School, a physician, epidemiologist, health economist, and public health policy expert focusing on infectious diseases and vulnerable populations.

Zur Original-Erklärung und Unteschriftmöglichkeit:

https://gbdeclaration.org

 

Die Maske ist totalitär

Im FREITAG erschien ein Blog Artikel, der die Situation in Deutschland beleuchtet.
Von Mona Pauly, Ökonomin und Politologin, 08.09.2020

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community.

„Wir dürfen uns keine Sekunde in Sicherheit wiegen“, sagte Bundeskanzlerin Merkel in ihrer Pressekonferenz am 20.April und warb in ihrer Pressekonferenz für die Verwendung von Masken. Sie gab sich umsichtig, sinnierte über Anwendungsgebiete und erklärte den Journalisten die Waschanleitung. Ihr Auftritt wurde in der Berichterstattung als besonnen aufgenommen, aber im Nachhinein markieren diese Äußerungen etwas anderes: Eine Wende in der Coronapolitik der Bundesregierung.

Die Menschheit schrumpft

Warum wir uns in Zukunft um Migrantinnen und Migranten reissen werden und Ferienhäuser in Italien weniger als ein Espresso kosten.
Hannes Grassegger Das Magazin Nr. 17, 27.11.2021
Heute hat die Schweiz mehr Bewohner denn je: 8,6 Millionen zählt das Bundesamt für Statistik. Im Jahr 2050 sollen es je nach Szenario zwischen 9,5 und 11,4 Millionen Einwohner sein. Das liegt aber nicht etwa an einem Kinderboom. Im Gegenteil. Die Schweiz wächst wegen der Einwanderung  – aber vor allem, weil die Menschen immer länger leben.

Während wir häufig von «Bevölkerungsexplosion» oder «Überbevölkerung» lesen, verhält es sich tatsächlich genau umgekehrt: Nirgendwo steigen die Fertilitätsraten langfristig an. Abgesehen von kürzeren Schwankungen sind sie über die letzten drei Jahrzehnte in fast allen Ländern gesunken.

Das führt dazu, dass ab irgendwann zwischen den Jahren 2035 und 2065 weniger Kinder zur Welt kommen werden, als die Menschheit zur Aufrechterhaltung ihrer Bevölkerungszahl benötigen würde. Die globale Fertilitätsrate wird dann erstmals unter 2,1 Kinder pro Frau sinken. Das wiederum wird mit ein paar Jahrzehnten Verzögerung  – abhängig von der künftigen Lebenserwartung  – zu einem Rückgang der Weltbevölkerung führen.

Die Welt von vor zwei Monaten gibt es nicht mehr

Ein Essay, das uns helfen kann, die Umstände und Folgen von COVID-19 für die Menschheit zu verstehen
Von Ignacio Ramonet
Resumen Latinoamericano - Omelio Borroto Leiseca on June 1, 2020 (Maschinen-Übersetzung)
Der Journalist, Schriftsteller und Kommunikationsexperte Ignacio Ramonet hat seine Bewegungsfreiheit eingeschränkt und befolgt strikte Maßnahmen zur sozialen Isolation in Havanna, obwohl er sich bei ausgezeichneter Gesundheit befindet. Doch während er sich scheinbar ausruht, hat er einen Essay verfasst, der bereits Auszeichnungen als ein Werkzeug erhalten hat, das uns helfen kann, die Umstände und Folgen von COVID-19 für die Menschheit zu verstehen: "Vor dem Unbekannten ... Die Pandemie und das Weltsystem".

Ramonet hat uns einige Gedanken vorgelegt, mit dem Ziel, uns dem Verständnis der Auswirkungen der weltweiten Epidemie auf die weltweite Geopolitik und die soziale Kommunikation näher zu bringen:

"Ich würde die Pandemie als eine totale soziale Tatsache definieren. Dabei handelt es sich um ein sozialwissenschaftliches Konzept, das darauf hinweist, dass ein soziales Ereignis mitunter die Fähigkeit besitzt, alle Menschen, alle Institutionen und auch alle Werte der Gesellschaft zu stören. Es gibt nur sehr wenige totale soziale Fakten, aber die Pandemie ist eine davon; sie ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Die Frage, die wir uns heute stellen müssen, lautet: Ist es der Neoliberalismus selbst, der eine Mitverantwortung für die Gesundheitstragödie trägt?  Und wenn ja, in welchem Ausmaß?  In dem Maße, in dem der Neoliberalismus der Befürworter der Verkleinerung des Staates ist, und auch in dem Maße, in dem der Neoliberalismus versucht, die Macht auf den Markt zu übertragen und sie dem Staat wegzunehmen".

Es ist Zeit, den Panikmodus zu beenden

Die Infektionszahlen sind stark rückläufig, der Alarmismus hat Pause. Zeit, einmal tief durchzuatmen und rational über die Fehler der Corona-Politik zu debattieren und die von ihr angerichteten Schäden zu bilanzieren.
Ein Artikel von Werner Rügemer – NachDenkSeiten 16. Juni 2021 um 9:11
Diesen Versuch unternimmt eine öffentliche Erklärung, die von zahlreichen bekannten Personen unterzeichnet wurde, die man dem linken politischen Spektrum zuordnen könnte  – darunter der regelmäßige NachDenkSeiten-Gastautor Werner Rügemer. Die NachDenkSeiten möchten ihren Lesern diese Erklärung vorstellen, bietet sie doch eine sinnvolle Grundlage für eine konstruktive Debatte.


Öffentliche Erklärung zur Corona-Politik: Dauer-Desaster und enorme Schäden  – Notwendige Konsequenzen

SARS-COV-2 ist ein neuartiges Virus, das ernst zu nehmen ist und bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem und Vorerkrankungen in Abhängigkeit von Arbeits-, Sozial- und Wohnverhältnissen zu schwerer Krankheit und Tod führen kann. Jedoch verursachen die zum Teil wissenschaftlich strittigen und teilweise nicht begründbaren Pandemie-Maßnahmen der Bundesregierung enorme Schäden: in der Gesundheit der Bevölkerung, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, im Gesundheitssystem selbst, bei prekär abhängig Beschäftigten und Solo-Selbständigen, bei Alleinerziehenden, bei isolierten Alten, in der Wirtschaft.

Diese Erklärung ruft dazu auf, eine öffentliche Diskussion in Gang zu bringen, in der die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung und ihre Folgen  – auch mit Blick auf mögliche weitere Wellen oder etwaige neue Pandemiefälle  – sachlich aufgearbeitet und Schlussfolgerungen für die Zukunft gezogen werden. Die Unterzeichnenden wollen, ungeachtet einiger Differenzen in den einzelnen Punkten, diese offene und öffentliche Diskussion befördern und dafür eine mögliche Grundlage bereitstellen. Für Korrekturen sind wir aufgeschlossen. Es ist Zeit, den Panikmodus zu beenden. Lassen Sie uns gemeinsam die Folgen der Corona-Krise bewerten und notwendige Änderungen erkunden.

I. Öffentliches Gesundheitswesen  – systematische Fehlentwicklungen und fehlende Vorbereitung

Weiterlesen: https://www.nachdenkseiten.de/?p=73386

Für Jugendliche ist Covid-Ansteckung harmloser als eine Impfung

«Jugendliche brauchen keine Impfung zum Schutz gegen Covid», sagt Professor Peter Kremsner, Spezialist für Infektionskrankheiten.
Urs P. Gasche / 22.07.2021 / infosperber
«Für Jugendliche gibt es kaum einen Grund, sich impfen zu lassen». Darüber informierte Infosperber schon am 10. Juni. Am 12. Juli analysierte Infosperber die neusten Daten und kam erneut zum Schluss: «Es gibt wenig gute Gründe für Jugendliche, sich impfen zu lassen». Der individuelle Nutzen fehle und der gesellschaftliche Nutzen sei minim. Ausgenommen sind nur Jugendliche, die an schwerwiegenden Erkrankungen leiden oder stark übergewichtig sind. Sie riskieren nach einer Ansteckung einen schwierigeren Verlauf. Sämtliche Kinder, welche in Grossbritannien an Covid-19 sogar starben, litten an schweren Vorerkrankungen.

Obwohl Behörden, einige Experten und Medien Druck auf Jugendliche ausüben, sich impfen zu lassen, mahnen unterdessen auch Professor Philip Tarr von der Klinik für Infektiologie des Kantonsspitals Basel-Land sowie Professor Peter Kremsner vom Universitätsklinikum Tübingen zur Zurückhaltung beim Impfen von Jugendlichen. 

Papier ist geduldig. Dieser eherne Satz bleibt im Halse stecken, wenn man die Medien des Wochenendes auf sich wirken läßt.

Es fing mit Meldungen darüber an, daß öffentliche Veranstaltungen des „Weltwirtschaftsforums“ in Davos nicht mehr stattfinden könnten, weil man entsprechende Morddrohungen erhalten habe.
Von Willy Wimmer, 29. 11. 2021
Dazu muß man wissen, daß gerade dieses Forum in einer Weise durch die halbe oder ganze Armee der Schweiz und andere Mächte derart geschützt ist, daß man nur staunen kann. Unter diesen Umständen kann man sich die Dimension einer Bedrohung mit der Auswirkung auf Ausschluß der Öffentlichkeit zunächst einmal nicht vorstellen. Es sei denn, es handelt sich um eine Bedrohung im nuklearen Bereich. Warum also diese Bedrohungs-Fanfaren.

In der „Süddeutschen Zeitung“ vom 29. November 2021 wird über Proteste in Sachsen, rund um das Erzgebirge berichtet. Komisch ist dabei nur, daß die protestierenden Bürgerinnen und Bürger in einer Weise deutlich machen, wes Geistes Kind sie eigentlich sind, die sich dem geneigten Leser komplett verschießt. Es ist schon auffallend, wie eindeutig die Katalogisierung von protestierenden Menschen vollzogen wird. Man steht in den Medien dem in nichts nach, was seitens der Verfassungsschutzbehörden in generalisierender Weise seit Monaten unter das Volk posauniert wird. Vom bayerischen Ministerpräsidenten will man dabei nicht schweigen, der es bei „Anne Will“ schon einmal schaffte, die Bevölkerung des Voralpenlandes in die dumpf-backene Ecke von zumindest Reichsbürger zu packen, weil diese eigene Vorstellungen bei dem lichtvollen Handeln von Herrn Dr. Söder in Sachen Pandemie haben.

Den Vogel hat allerdings im Hause Spiegel-Online eine Wissenschaftlerin am 28. November 2021 abgeschossen. Danach liegt zumindest der Verdacht nahe, daß der Großteil der Bürgerinnen und Bürger, die es wagen, von ihrem verbrieften Recht auf öffentliche Meinungsbekundung Gebrauch zu machen, nicht die Pandemie und ihre Folgen, sondern den Umsturz und die Beseitigung der staatlichen Ordnung im Sinn haben würden. Beispiele dieser Art finden sich zuhauf und die Staatsspitze wird nicht müde, zu spalten, wo man nur spalten kann, um dieses öffentliche Bild zu verstärken.

Auch im Nachbarland Österreich tut man sich vor mit scharfmacherrischen Attitüden.

Da wir es bei der Pandemie mit einer Herausforderung einzigartiger Dimension zu tun haben, müßte das gesamte staatliche Handeln dem Rechnung tragen. Weit gefehlt, wie die aufplatzenden Schwachstellen und Defizite erschreckend verdeutlichen. Niemand hätte etwas dagegen, wenn der Staat nicht dieses langandauernde Jammerbild abgeben würde. Stattdessen bekämpft man jetzt in der gewohnten Weise eine Pandemie dadurch, daß man den Umsturz an die Wand malt. Thüringen ist bekanntlich das Musterbeispiel dafür, leitende Beamte Rollen in der öffentlichen Meinungsdebatte übernehmen zu lassen, die ihnen im deutschen Staatsverständnis nicht zustehen. Da müssen schon die Politiker selbst ran und das nach Kräften.

Da man in Deutschland in Sachen Pandemie erkennbar vieles, das eigentlich zum Staatshandeln zählt, unterläßt und jetzt die Gefahren für die staatliche Ordnung hervorhebt, muß eine Frage gestellt werden. Geht es um den gesundheitlichen Schutz der Menschen in Deutschland oder um das, was man gewöhnlich als „hidden agenda“ bezeichnet. Dann wäre nach dem öffentlich erzeugten Meinungsbild die baldige Verhängung des „Kriegsrechts“ geradezu angesagt. Das wird in der ersten Personalentscheidung eines „Commanders in spe“ und künftigen Bundeskanzlers Olaf Scholz geradezu überdeutlich.

Bei der Pandemie handelt es sich um ein Riesen-Problem für die Gesundheit und das Überleben von Bürgerinnen und Bürgern. Gerade die Pandemie hat gezeigt, daß es nicht um den Einsatz der Bundeswehr im Innern geht, unbeschadet der Qualifikation des auserkorenen Generals auf seinem Fachgebiet. Helmut Schmidt war selbst der „Commander“ und ihm wäre es nie in den Sinn gekommen, sich durch-wen auch immer- doubeln zu lassen. Und jetzt das? Oder ist das nach Wintex/Cimex die Einstimmung darauf, daß das Militär in klassisch-zivile Bereiche einrückt. So wie der amerikanische General, im Hauptberuf Wirtschaftsanwalt, der im Fall der Fälle den Oberbürgermeister von Köln ersetzen und/oder steuern sollte? Warum sollte Deutschland in dem Zustand sein, daß der „Einsatz der Bundeswehr im Innern“ über eine Personalentscheidung geboten sein sollte?

Wenn man die leidvolle Erfahrung seit Jahreswechsel 2019/2020 in Sachen Corona Revue passieren läßt, hat das politische Berlin Deutschland nicht begriffen und ist entweder hilflos oder bösartig, was die eigene Reaktion anbetrifft. Jüngst wurden die Erkenntnisse einer angeblichen Studie breitgetreten, die aufhorchen lassen mußte. Danach nehmen die zentrifugalen Kräfte in Deutschland zu. Das Land scheint demnach in drei Richtungen auseinander zu driften: Das aufgeklärte Bürgertum in Baden-Württenberg, die selbstbewußten Sachsen und andere und der ehemals preußisch dominierte Rest. Wir erleben Föderalismus pur.

Seit der Reichsgründung 1871 lebt Deutschland unter der Meinungsfuchtel von Berlin. Das bricht jetzt auf. Darauf sind Antworten zu finden, die eine historische Dimension in einer Pandemie haben. Die „kleindeutsche Lösung des Jahres 1866“ und die französische Zerstörung des „Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation“ als der Friedensordnung in Mitteleuropa machen deutlich, wo die Defizite liegen. Berlin ist im politischen Sinne „testosterongesteuert“ und das ist vom Übel.

Willy Wimmer Standbild schw. Anzug
Willy Wimmer
Von 1976 bis 2009 war er Mitglied des Bundestages. Zwischen 1985 und 1992 war er erst verteidigungspolitischer Sprecher der CDU/CSU und dann Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung. Von 1994 bis 2000 war er Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

Spital-CEO kritisiert «Angst-Berichterstattung»

Tagelang verbreiteten Spital-Exponenten und Behörden, Spitäler stünden unmittelbar vor einer Überlastung. Die Zahlen waren anders.
Urs P. Gasche / 19.09.2021 Infosperber
Marc Elmiger, CEO des Zürcher Privatspitals Bethanien, ist weder ein «uneinsichtiger Impfverweigerer» noch ein Gegner von Massnahmen. Doch er kritisiert, die Lage in den Spitälern sei «dramatisiert» worden.

Es fiel auf, dass Exponenten von grossen Spitälern in Medien während mehrerer Tage die Alarmglocken läuteten: Die Intensivstationen seien bald überfüllt und das Spitalpersonal könne keine zusätzlichen Covid-19-Patienten mehr verkraften. Konkrete und belastbare Zahlen über die Engpässe und über bereits verlegte oder verschobene Operationen gaben weder Spitäler noch Behörden bekannt. Viele Medien gaben sich damit zufrieden.

Infosperber hatte darauf hingewiesen, dass laut offizieller Statistik schweizweit stets mindestens zwanzig Prozent aller voll ausgestatteten und mit qualifiziertem Personal versehenen Intensivbetten leer standen. Diesen Widerspruch versuchte kaum jemand zu erklären. Einiges deutet darauf hin, dass es das oberste Ziel von Bundesrat und Task Force war, die Impfquote möglichst rasch und deutlich zu erhöhen. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde nicht nur eine aufwändige Werbekampagne gestartet, sondern wurde wohl auch die Zertifikatspflicht in Restaurants, Kinos, Clubs und an Grossveranstaltungen eingeführt. Und wahrscheinlich wurden Spitäler eingespannt, die Lage dramatisierend darzustellen. Den Beweis für eine entsprechende koordinierte Strategie zur Erhöhung der Impfquote gibt es allerdings nicht. Das BAG und Bundesrat geben nicht bekannt, mit welchen Interessenvertretern sie zusammengesessen sind.

Spital-CEO: «In Spitälern gibt es keine Krise»

Jetzt kritisiert der CEO des Zürcher Privatspitals Bethanien in einem Interview mit Nau.ch die «Angstberichterstattung». Im Folgenden die wichtigsten Aussagen von Marc Elmiger:

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Marc Elmiger, CEO Spital Bethanien © zvg

«Ich betrachte die Situation deutlich gelassener, als sie in den Medien dargestellt wird. Sicher: In einzelnen Intensivstationen spielen sich komplizierte Szenen ab, weil sie durch Covid-Patienten gefüllt sind. Und es ist tatsächlich schwierig, qualifiziertes Personal zu finden. Dennoch wird die Situation von diversen Seiten dramatisiert. In der Summe erkenne ich keine Gesundheitskrise in der Schweiz … Ich beobachte, dass die vorhandenen Intensivbetten mit einem sehr hohen Standard betrieben werden, was auf einen Normalbetrieb und nicht auf einen Krisenbetrieb hindeutet. Das irritiert mich. Denn gemäss BAG haben wir in der Schweiz aktuell über 20 Prozent freie Betten inklusive Personal. Dabei ist es Courant normal, dass die Intensivstationen gut ausgelastet sind.»

«Das Bild der Situation wird düsterer gemalt, als es ist. Fakt ist: Wenn es wirklich eng wird, lassen sich elektive Eingriffe auch einen Tag vor dem Termin noch stoppen. Ausserdem würde man dann auch die Privatspitäler stärker involvieren. Der Bettenengpass bezieht sich hauptsächlich auf die grossen Listenspitäler … Wir sind bereit, andere Spitäler zu entlasten. Wir haben dies bereits getan und haben in der letzten Welle zu Jahresbeginn Patienten vom Universitätsspital Zürich übernommen.»

«Weil viele Menschen glauben, dass die Schweizer Spitäler kurz vor dem Kollaps stehen, verschieben sie Eingriffe, die eigentlich gemacht werden müssten. Einerseits haben sie die unbegründete Angst, sich mit Covid anzustecken. Andererseits fürchten sich wohl viele, dass sie die Behandlung nicht in gewohntem Rahmen erhalten. Beides ist falsch. Doch die Angst-Berichterstattung verstärkt diese Zurückhaltung im Nicht-Covid-Bereich.»

«Es muss klar kommuniziert werden, dass die Situation zwar in einzelnen Regionen ernst ist, wir aber gesamthaft schweizweit gesehen keine kriegsähnlichen Zustände in den Spitälern haben. Für Nicht-Covid-Patienten sind Eingriffe also problemlos möglich. Und sollte sich die Lage tatsächlich verschlimmern, können zusätzliche Betten rasch geschaffen werden.»

Quelle: https://www.infosperber.ch/gesundheit/public-health/spital-ceo-kritisiert-angst-berichterstattung/

Zum Infosperber-Dossier:

Coronavirus: Information statt Panik
Covid-19 fordert Behörden und Medien heraus. Infosperber filtert Wichtiges heraus.

Ungebrochen: die häusliche Gewalt der Tagesschau

Die Freiheit der Berichterstattung wurde längst parteipolitischen Interessen geopfert
Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam
Ohne Wenn und Aber: „Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt,“ heißt es im Grundgesetz-Artikel 5. Inwieweit das für das Informationsangebot unserer weitestgehend gleichgeschalteten Leitmedien noch von Belang ist, steht auf einem anderen Blatt. Auch die Rückfrage, wozu es das Zensurverbot im Grundgesetz eigentlich braucht, da doch die qualitätsjournalistische Selbstzensur prächtig funktioniert.

Überwachung

Ein simpler Zahlenvergleich macht das effiziente Zusammenspiel von Politik und Medien sichtbar: Im Verlauf der Covid-19-Pandemie starben in der Volksrepublik China 4748 Menschen am oder mit dem SARS-CoV-2-Virus. (1) Im gleichen Zeitraum schieden in Deutschland 11 352 Covid-19-Patienten aus dem Leben. (ebd.) Pro eine Million Einwohner heißt das: 3,3 tote Chinesen, 136 tote Deutsche. Die deutsche Quote an Pandemie-Opfern ist 41mal höher als die chinesische. Aber unsere politische Elite und ihre Empörungsjournalisten werden nicht müde, unisono die Wahrung der Menschenrechte in der Volksrepublik China einzufordern. Als ob das Recht auf Leben und Schutz der Gesundheit nicht das wichtigste aller Menschenrechte wäre. Noch ein Vergleich, zur Abrundung: Am 9. November wurden in Deutschland 13 300 Neuinfektionen gemeldet. In der Volksrepublik 47. (ebd.)

Weil er die Impf-Mafia stört? Polizei-Einsatz bei Antigen-Erfinder Winfried Stöcker?

Der Tipp kam von einem „aufmerksamen Bürger“: Am Samstagabend beendete ein Polizeieinsatz eine „illegale Impfaktion“ am Lübecker Flughafen. Der Flughafen gehört Winfried Stöcker.
journalistenwatch.com, 28. November 2021
Der promovierte Mediziner hat einen eigenen Impfstoff entwickelt, der bei 95 Prozent eine Immunantwort liefert. Jedoch verhindert die Politik, dass dieser billigere und nach Aussagen Stöckers effektivere Corona-Impfstoff zugelassen und verwendet wird. Gezielt werde das von ihm entwickelte Antigen ausgebremst  – möglicherweise von ganz oben. Sein günstiger Wirkstoff stört das Milliardengeschäft der mächtigen Pharma-Lobby, so Stöckers Verdacht.

Winfried Stöcker Arzt
Winfried Stöcker

Der Mainstream überschlägt sich aktuell mit gleichlautender Meldung: „Polizei beendet Impfaktion am Flughafen Lübeck“. Pikant: Obwohl in der zugehörigen Polizeimeldung nicht erwähnt, gehört der Lübecker Flughafen dem Unternehmer und promovierten Mediziner, Prof. Dr. Winfried Stöcker. Stöcker gründete  – neben anderen erfolgreichen Unternehmungen  – 1987 Euroimmun, ein Unternehmen für Labordiagnostik.

Stöcker forscht seit der zur Pandemie ausgerufenen Corona-Virus-Erkrankung an einem Impfstoff gegen COVID-19. Laut Presseberichten injizierte Stöcker bereits im März 2020 sich selbst und danach Hunderten anderen ein von ihm selbst entwickeltes Antigen des SARS-CoV-2. Sein Immunsystem, wie auch jene seiner Probanden entwickelten daraufhin Antikörper. Nachdem der Mediziner diesen Erfolg dem Präsidenten des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), Klaus Cichutek, meldete, erstattete das Landesamt für Soziale Dienste daraufhin Strafanzeige „aufgrund unerlaubter Verabreichung eines nicht zugelassenen Impfstoffes“. Rechtlich lässt sich Stöcker, ehemaliges FDP-Mitglied, im Rechtsstreit mit dem PEI von FDP-Vize Wolfgang Kubicki vertreten.

Tipp zur „unerlaubten Impfaktion“ kam von einem aufmerksamen Bürger

In der Pressemitteilung zur bestens besuchten, dann aber aufgelösten Impfaktion am Lübecker Flughafen heißt es:

"Am Lübecker Flughafen konnten Beamte des 4. Polizeireviers Lübeck am Samstag gegen 15:00 Uhr zirka 80 Personen vor dem Flughafengebäude feststellen. Die Zahl war stark zunehmend durch weitere, zuströmende Menschen. Ein Flugverkehr fand zu diesem Zeitpunkt nicht statt. Gemeinsam mit dem Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) der Hansestadt Lübeck und in Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Lübeck wurde festgestellt, dass dort eine Impfaktion mit einem offensichtlich nicht zugelassenen Impfstoff durchgeführt wird. Zirka 150 Impfwillige hielten sich dazu in der Abfertigungshalle auf und die Impfungen erfolgten in einem zu diesem Zweck hergerichteten Büroraum statt. Es besteht der Verdacht, dass der Impfstoff nicht zugelassen ist und damit eine Straftat nach dem Arzneimittelgesetz (AMG) darstellt. Mit diesem Kenntnisstand mussten die eingesetzten Beamten die Impfungen einstellen lassen. Zur Sicherung des Ermittlungsverfahrens wurden Impfproben, genutzte Spitzen sowie Impflisten sichergestellt. Von den anwesenden Personen wurden die Personalien festgestellt. Offensichtlich waren bereits 50 Personen vor den gefahrenabwehrenden und strafverfolgenden Maßnahmen der Polizei und des KOD geimpft worden. Um 16:50 Uhr war der Einsatz vor Ort beendet. Beamte werden weiterhin die Einhaltung der Untersagung weiter zu impfen kontrollieren.“

Mächtige Pharma-Lobby will billigen Corona-Wirkstoff verhindern

Seit Jahrzehnten beschäftigt sich der Euroimmun-Gründer Winfried Stöcker mit Antigenen und hat daraus eine wirksame Impfung gegen dass SARS-CoV-2-Virus entwickelt. Winfried Stöcker schreibt in seinem Blog über „Pharmakonzerne“, die dank Deals mit reichen Staaten Milliarden durch ihre „experimentellen und genbasierten Impfstoffe“ scheffelten. Stöcker, selbst Multimillionär, möchte seinen konventionellen Impfstoff zur Beendigung der Corona-Pandemie einsetzen und selbst keinen Gewinn daraus generieren. Der Mediziner ist überzeugt, dass sein entwickeltes Vakzin ein sicherer, praktischer und preiswerter Impfstoff im Gegensatz zu den bisher zugelassenen Vakzinen sei.

Marcus Robbin Ende Oktober 2021 im Gespräch mit Winfried Stöcker:

(Video

https://www.youtube.com/watch?v=7Veh1AGIZhc&t=148s

oder im Original-Artikel anklicken)

Quelle: https://journalistenwatch.com/2021/11/28/weil-impf-mafia/

Willy Wimmer: Ende der Fahnenstange: CDU/CSU vor dem Abflug

«Angebracht wäre es gewesen, die zerstörerischen Folgen von sechzehn Jahren „Merkel“ aufzuarbeiten».
Willy Wimmer 14.04.2021
In CDU-CSU werden derzeit die Gründe dafür geschaffen, daß die bisherigen Wählerinnen und Wähler bei den kommenden Bundestags-und Landtagswahlen beiden Parteien in Scharen abhanden kommen.

willy wimmer
Willy Wimmer

Es kann wohl nur tiefenpsychologisch erklärt werden, warum bei der Politik der bisherigen Bundeskanzlerin Merkel die Umfrageergebnisse in so eklatantem Widerspruch zu den Landtagswahlergebnissen standen. Eine Wirkung dieser Diskrepanz bestand darin, in den Führungsspitzen von CDU und CSU Träume einer unmittelbar anschließenden Kanzlerschaft aus  den Reihen der Unionsparteien reifen zu lassen.

Angebracht wäre es gewesen, die zerstörerischen Folgen von sechszehn Jahren „Merkel“ aufzuarbeiten. Nichts macht in diesen Tagen das so deutlich, wie das politische Zerstörungswerk hinter dem Vorwand der Pandemie-Bekämpfung, indem die Axt an den deutschen Föderalismus angelegt wird.

Das ganze letzte Jahr war in Sachen Pandemie davon bestimmt, daß die Frau Bundeskanzlerin monatelang abgetaucht gewesen ist. Jetzt kommt sie mit einer Agenda zum Vorschein, von der man sich fragen muß, von wem sie stammt? Unter zeitlichen Gesichtspunkten zwingt sich der Eindruck auf, daß die beabsichtigte und bundesweite Einführung von Ausgangssperren bei bestimmten Fallzahlen dann greifen wird, wenn das in diesen Wochen anstehende NATO-Aufmarschmanöver „Defender 2021“ gegen Rußland es nötig macht, die Straßen für die Panzer freizumachen. Sollte es anders sein, kann sich die ausgehende Bundesregierung zu Gute halten, daß ihre Glaubwürdigkeit unter der Wasseroberfläche liegt.

Die Umfrage-Besoffenheit für die Unionspitzen hat dazu wesentlich beigetragen, die politischen Hausaufgaben zugunsten der Traumvorstellung unerledigt liegen zu lassen. Jetzt geht die Schlammschlacht erst richtig los. Eine zentrale Wirkung wird die sein, daß die Wählerinnen und Wähler sich über die damit verbundenen Schreckensbilder endlich in die Büsche schlagen. Etwas also, dass sie bei der Merkel-Politik schon längst hätten machen sollen.

Was soll denn das Ergebnis sein, wenn der Alpen-MP Söder in dem Betreiben seiner Kandidatur mal eben so die in Schlecht-Verfassung sich befindliche CDU ihrer Führungsstruktur aus Präsidium und Vorstand entkleidet? Um seine Kandidatur zu befördern, setzt er an den gewählten Strukturen vorbei auf Stimmungsbilder. Dies mit dem Ergebnis, daß am Ende des Tages Präsidium und Vorstand der CDU so oder so zurücktreten können.

Sollte Söder mit dem Vorschlaghammer Kandidat werden, werden diese CDU-Granden mit ihren Hintersassen einen guten Grund haben, im Wahlkampf die Hände in den Schoß zu legen. Sie werden dann Söder machen lassen, wie man 1980 Strauß machen ließ: Söder als politischer „König ohne Truppen“.

Nach der eigenmächtigen Merkel-Entscheidung von September 2015, die Staatsgrenzen ohne Schutz zu lassen, haben CDU/CSU Bundestagsfraktion und Bundestag im Schutz unserer Verfassung kläglich versagt. Dieses Versagen darf nicht zur Haltung der Wählerinnen und Wähler werden. Deutschland steht auf dem Spiel.

Für Laschet ist die Lage ungleich dramatischer mit den Vorlagen, die MP Söder ihm gegenüber aus dem Hut zaubert. Wenn er trotz dynamischem Gangbild im Ringen mit Söder unterliegen sollte, muß man sich bei dem jetzigen Zustand des Ringens beider fragen, nach welcher Stundenzahl MP Laschet nach „hinten durchgereicht wird“ und man sich in Düsseldorf aus Not nach einem Nachfolger umsehen wird? Dabei macht gerade der Blick auf Düsseldorf deutlich, von welcher sachlichen Qualität der Mann aus Aachen im Land an Rhein, Ruhr und Lippe ist. Er tut sichtbar Nordrhein-Westfalen unter den Umständen einer Merkel-Republik gut.

Und es ist geradezu seine politische Schwäche in der CDU, die ihm zum Vorteil gereicht. Er ist nicht der große Zampano, der über Jahre an seinem bundespolitischen Bild hätte feilen können. Das hätte er in Merkel-Deutschland politisch auch nicht überlebt.

Seine daraus resultierende Schwäche ist jetzt gleichsam seine Stärke, denn er ist die letzte Chance für die anderen in der Union, die jetzt um ihre Zukunft bangen. Söder ist es deshalb nicht, weil er die CDU zerschmettert und ihr weniger Aufmerksamkeit schenkt als seinem Grünen-Spezi, MP Kretschmann aus Stuttgart. An die Grünen hat er sich über so viele Jahre angeschleimt, daß er jetzt die Ernte einfahren will. Dabei kommt der Unions-Acker unter die Panzerketten.

Selbst, wenn ein „weißer Ritter“ in Anbetracht der Zustandes, in dem sich das Schlachtfeld befindet, noch gefunden werden sollte, sind die eingetretenen Schäden für eine Union, die weder Pandemie-Lösungen noch Zukunftskonzepte für Deutschland und die Deutschen liefern kann, irreparabel.

Willy Wimmer, 14. April 2021

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